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Nutzungsdruck auf den Schwarzen Seehecht

Sowjetische Fischereiflotten entdeckten 1985 vor den Kerguelen Islands größere Bestände des Schwarzer Seehechts (CCAMLR 2002a). Nach der Einführung der Langleinenfischerei um South-Georgia 1985/86 (Kock 2001) begann der Fang von größeren, ausgewachsenen und älteren Fischen in Gebieten, die für Trawler unzugänglich waren. Spanische Fischer entdeckten vor Südchile im Pazifischen Ozean kommerziell nutzbare Mengen von Schwarzen Seehecht. (Fallon und Kriwoken in press). Die Ausbeutung stieg in den ersten 1990er Jahren rapide an und weitete sich aus bis zum südwestlichen Atlantik vor Argentinien und den Falkland Inseln im Jahr 1994 (AFMA 2001). Seit 1996/97 hat sich die Langleinenfischerei rapide nach Osten hin ausgebreitet in Gewässer vor bislang nicht befischten Inseln und Bänken in den Sektoren des Indischen und Pazifischen Ozeans des Südlichen Ozean (CCAMLR 2002a; Agnew 2000). Seit 1996/97 wird außerdem an neuen Fangmethoden für den Schwarzen Seehecht geforscht und gearbeitet.

 

Illegaler, undokumentierter und ungeregelter Fischfang (IUU)

 

Ein japanisches "Forschungsschiff" auf Walfang in antarktischen Gewässern. (Photo: © D. Flynn)
Schwarzer Seehecht im Netz des Forschungsschiffes RSV Aurora Australia. (Photo: © C. Materia-Rowland)

Die geringe Fruchtbarkeit des Schwarzen Seehechts, seine hohe Lebenserwartung, späte sexuelle Reife und Vorliebe für Plätze in Landnähe machen in der Summe diese Spezies anfällig für Raubbau und Überfischung (Williams 2001; Agnew 2000). Hinzu kommt, dass die generelle Nachfrage nach weißfleischigem Fisch und der hohen Qualität des Schwarzen Seehechts sowie die mangelnden Nachfrage nach anderen Fischarten einen wachsenden Druck auf diese Fischerei ausübt (Fallon und Kriwoken in press; Dodds 2000). Dieser Druck rührt weitestgehend vom illegalen, nicht protokollierten und ungeregelten Fischfang (IUU), der die Arbeit der Regierungen und der CCAMLR Kommission aushöhlt (Constable 2002; ASOC 2002; FAO 2001). Lack und Sant (2001:1) schreiben die Zunahme der IUU-Fischerei der Abgelegenheit der Hauptfischgründe zu, den daraus erwachsenden Schwierigkeiten und hohen Kosten für eine effektive Fangüberwachung und dem relativ geringen Risiko entdeckt zu werden.

 

Laut CCAMLR (2002b) gibt es Anzeichen für Überfischung des Schwarzen Seehechts in vielen Zonen innerhalb der CCAMLR-Gebiete, insbesondere um Marion, Prince Edward und Crozet Inseln und in der Ob und Lena Bank Region. Außerdem droht die Überfischung in den EEZ um die Kerguelen und Heard Inseln, falls die illegale, unkontrollierte Fischerei nicht unter Kontrolle kommt (Fallon und Kriwoken in press; CCAMLR 2002b). Im Januar 2002 wurden IUU-Schiffe in Antarktischen Gewässern südlich des 60° S (Stone 2002) gesichtet. Siehe auch Fallon und Stratford 2003, Fallon und Kriwoken in press, CCAMLR 2002b und Lack und Sant 2001 mit Einzelheiten über die identifizierten Länder, die in den illegalen Fischfang oder die Anlandung des Schwarzen Seehechts verwickelt waren und sind.

 

Obwohl es unterschiedliche Meinungen hinsichtlich des Ausmaßes an illegalem Fischfang gibt, stimmen die CCAMLR Kommission, Nationalregierungen, Fischer und NGOs darin überein, dass der illegale Fischfang die biologische Überlebensfähigkeit des Schwarzen Seehechts stark aushöhlt. Kock (2001) sieht ein vierfaches Problem in dem illegalen Fischfang:

 

  • Die Fänge werden nicht registriert hinsichtlich der biologischen und ökonomischen Einzelheiten um die Grundlage für nachhaltigen Fischfang zu schaffen;
  • die illegale Fischerei führt zu exzessiven Fängen unter Missachtung von Beschränkungen und Regelungen über die Fang- oder Beifangmenge;
  • Spezies wie Albatross und Sturmvogel, die den Lebensraum teilen, werden nachteilig beeinflusst und
  • die Fangmöglichkeiten und das Einkommen der legalen Fischer gehen zurück und Initiativen zur Überwachung und Protokollierung werden unterminiert.

Im Jahr 1997 erreichten die Anlandungen einen Höchststand, nach Dodds (2000) und Perry (1998) handelte es sich um mehr als 100.000 Tonnen mit einem Wert von mehr als AUD 500 Millionen, wobei Japan, die USA und zunehmend Asien die größten Abnehmer waren. Laut CCAMLR (2002a) betrug die Menge an illegalen Fängen in der Saison 1996/97 etwa fünfmal so viel. Anderen Schätzungen zufolge war die Menge aus illegalem Fischfang in den späten 90er Jahren etwa dreimal so hoch (Lack und Sant 2001).

 

Abbildung 2: Geschätzte Fangmenge von Dissostichus spp (überwiegend Schwarzer Seehecht) 1983/84 – 2001/02. Quelle: Fallon (work in progress): nach CCAMLR 2002b; 2002c; Lack and Sant 2001; Agnew 2000

In der Saison 2001/02 betrug der Anteil der illegalen Fangmenge in dem CCAMLR Gebiet 46% oder 10.898 Tonnen der Gesamtmenge, im Vergleich zur Saison 2000/01 mit 39% oder 8.802 Tonnen (WG-IMAG 2002). Wenn man die 25.054 Tonnen, die außerhalb des CCAMLR Gebietes gefangen wurden, dazuzählt, beläuft sich der weltweite Fang in der Saison 2001/02 auf ca. 48.769 Tonnen im Gegensatz zur Saison 2000/01 mit 56.445 Tonnen (WG-IMAG 2002).

 

 

Literaturverzeichnis

 

AFMA (2001). Commonwealth fisheries: Heard Island and McDonald Islands fishery. Australian Fisheries Management Authority (AFMA), Canberra, Australia, Accessed 10 July 2002.

 

Agnew, D.J. (2000). The illegal and unregulated fishery for toothfish in the Southern Ocean, and the CCAMLR catch documentation scheme. Marine Policy, 24, 361-374.

 

ASOC (2002). Pirate fishing: Out of control. Eco, ATCM XXV, No 3, Antarctic and Southern Ocean Coalition (ASOC), Tasmanian Conservation Trust, Hobart, Australia.

 

CCAMLR (2002a). Understanding CCAMLR’s approach to management. Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources (CCAMLR), Hobart, Australia, Accessed 26 November 2002.

 

CCAMLR (2002b). Report of the twenty-first meeting of the Commission. Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources (CCAMLR), Hobart, Australia.

 

CCAMLR (2002c). CCAMLR statistical bulletin: Volume 14. Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources (CCAMLR), Hobart, Australia.

 

Constable, A.J. (2002). The status of Antarctic fisheries research. In Jabour-Green, J. and Haward, M. (eds), The Antarctic: Past, present and future, Antarctic CRC Research Report No 28, University of Tasmania, Hobart, Australia, 71-84.

 

Dodds, K. (2000). Geopolitics, Patagonian toothfish and living resource regulation in the Southern Ocean. Third World Quarterly, 21(2), 229-246, Accessed 1 August 2002.

 

Fallon, L.D. (work in progress). The role of state and non-state actors in the management of Patagonian toothfish (Dissostichus eleginoides). Unpublished Doctoral Dissertation, School of Geography and Environmental Studies, University of Tasmania, Hobart, Tasmania.

 

Fallon, L.D. and Kriwoken, L.K. (submitted). International influence of an Australian non-governmental organisation in the protection of Patagonian toothfish. University of Tasmania, Hobart, Australia.

 

Fallon, L.D. and Stratford, E. (2003). Issues of sustainability in the Southern Ocean fisheries: The case of the Patagonian toothfish. Report for the Lighthouse Foundation, School of Geography and Environmental Studies, University of Tasmania, Hobart, Australia.

 

FAO (2001a). International plan of action to prevent, deter and eliminate illegal, unreported and unregulated fishing. Food and Agriculture Organisation (FAO), Rome, Italy, Accessed 11 April 2002.

 

Kock, K-H. (2001). The direct influence of fishing and fishery-related activities on non-target species in the Southern Ocean with particular emphasis on longline fishing and its impact on albatrosses and petrels: A review. Reviews in Fish Biology and Fisheries, 11, 31-56.

 

Lack, M. and Sant, G. (2001). Patagonian toothfish: Are conservation and trade measures working? TRAFFIC Bulletin 19(1), 1-19.

 

Perry, M. (1998). Australia rallies against Antarctic ‘fish pirates’. Reuters Limited, Accessed 7 October 2002.

 

Stone, S. (2002). Major blow to illegal fishers. Media Release 11 June 2002, Parliamentary Secretary to the Minister for the Environment and Heritage, Commonwealth of Australia, Canberra, Australia.

 

WG-IMAG (2002). Incidental mortality of seabirds during unregulated longline fishing in the Convention Area: Working Group on Incidental Mortality Arising from Fishing. In the report of the Twenty-first meeting of the Commission. Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources (CCAMLR), Hobart, Australia.

 

Williams, R. (2001). About Patagonian toothfish. Australian Antarctic Magazine, Australian Antarctic Division (AAD), Hobart, Australia

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