Test Design Lighthouse


Die Rückkehr der Langusten nach Sardinien

Ganga srl produziert eine fast 30 minütige Video-Dokumentation über Fischereitechniken und die Languste Palinurus elephas in Sardinien. Damit soll eine erfolgreiche Maßnahme zur Sicherung des Bestandes im Mittelmeer dokumentiert und die zunehmende Ausbreitung der Art in andere sardischen Meeresgebiete beschrieben werden.

 

Ein Bericht von Domitilla Senni

 

Sardinien ist traditionell eine der italienischen Regionen mit intensiver Langustenfischerei, doch erst seit kurzem ist den lokalen Fischern wie der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft bewusst, dass die aktuellen Verwaltungsreglements nicht ausreichen, um eine nachhaltige Nutzung der Meeresressource zu gewährleisten. Durch den schlechten Zustand der Langustenbestände sahen sich Prof. Angelo Cau von der Universität von Cagliari und Gianni Usai von der lokalen Fischereigenossenschaft in Su Pallosu gezwungen, nach innovativen Management- Maßnahmen zu suchen. Die Zusammenarbeit führte 1988 erstmals zur Gründung eines vier Quadratkilometer großen Schutzgebietes vor der Westküste Sardiniens, das für die Fischerei komplett geschlossen war.

 

Zwischen 1988 und 2011 haben die Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung in diesem Schutzgebiet zu einem Biomasse-Zuwachs bei Langusten von 550 Prozent geführt. Positive Spillover-Effekte wurden auch in den umliegenden Gebieten bis zu 20 km Entfernung verzeichnet. Die enge Zusammenarbeit zwischen Forschern und Meeresfischern führte zur Sammlung großer Datenmengen, die an der Universität von Cagliari ausgewertet wurden und neue Erkenntnisse zur Biologie dieser Spezies und das maximale Fortpflanzungspotenzial ergeben haben. In der Folge wurden 2009 weitere Schutzgebiete durch die lokalen Regierung etabliert, von denen die Bereiche Buggerru und Castelsardo besonders gute Erfolge zeigen.

 

Video-Produktion

Am 9. Juni reisten die Regisseure Francesco Cabras und Alberto Molinari nach Sardinien, in ihrer Begleitung Giovanni Buccomino (Klangregie) und Domitilla Senni (Projektberaterin). In den folgenden fünf Tagen dokumentierte das Filmteam das Fischereimanagement vor Ort sowie durch Interviews mit verschiedenen Beteiligten. Dokumentiert wurden dadurch die Erfolge und Misserfolge der Fischer, die sich aktiv an der Sicherung der natürlichen Ressource und damit ihrer eigenen Zukunft beteiligt haben. Die Stationen der Dreharbeiten waren:

 

Tag eins - Universität von Cagliari

Treffen mit Prof. Cristina Follesa, der Projektkoordinatorin und Interview mit Prof. Angelo Cau (Leiter der Abteilung für Tierbiologie und Ökologie) .

 

Tag zwei - So Pallosu

Das Schutzgebiet von Su Pallosu. Da aufgrund der rauen Wetterbedingungen die Fischer nicht auf See gehen können, wird die Umgebung aufgenommen und Interviews geführt mit Gianni Usai, dem Gründer der Genossenschaft der Fischer von Su Pallosu, sowie mit Mario und Matteo Falani, Vater und Sohn, die sich täglich den Herausforderungen des Projektes und der Kleinfischerei stellen.

 

Tag drei - So Pallosu

Prof. Cristina Follesa und Dr. Andrea Alvino trafen das Filmteam in den frühen Morgenstunden für eine Ausfahrt mit Falanis Fischerboot, um die Fangmengen aufzuzeichnen und junge Langusten mit Markierungen versehen im Schutzgebiet freizusetzen. Der Zufall wollte es, dass diese Ausfahrt die erfolgreichste Reise in Bezug auf die Zahl der freigesetzten Tiere in den letzten drei Jahren war.

 

Tag vier - Oristano

Dreharbeiten und Interviews mit Fischern im Hafen von Oristano, der Heimat der größten Fischereiflotte von Sardinien. Interviews mit Fischern, die die eine der beiden Schutzgebiete von Cabras koordinieren. Treffen und Dreharbeiten mit Gianni Usai und Captain Cocco, dem ehemaligen Fischereiinspektor, die im Unterschied zu heute die illegale Fischerei sehr effektiv verfolgt haben.

 

Tag fünf - Buggerru

Schutzgebiet von Buggerru. Der letzte Tag war dem Projekt in Buggerru gewidmet, mit Prof. Cristina Follesa, dem Fischer Massimo Scalas und seinen beiden Söhnen und dem Bürgermeister der Gemeinde. Gemeinsam ging es bei einer Ausfahrt in das Schutzgebiet. An Bord wurde ein Telefon-Interview mit dem für Fischereifragen zuständigen Mitglied der sardischen Regierung, Oscar Cherc, geführt.

 

Projektpartner:

GANGA srl

Via Leonessa 18

00189 Rome

Italy

 

Link:

Medreact

 

Berichte:

Bericht 2013