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Slow Fish-Kampagne: Die Meere verstehen

In welchem Zustand sind die Meere? Welche Fischarten sind wirklich bedroht? Können wir den Markt beeinflussen? Müssen wir aufhören, Fisch zu essen? Der Verein Slow Food beschäftigt sich seit Jahren mit diesen Themen, sensibilisiert Fischliebhaber bei der Messe Slow Fish alle zwei Jahre in Genua und entwickelt Projekte, um nachhaltige, handwerkliche Fischerbündnisse zu unterstützen.

 

Es wurden große Fortschritte im Hinblick auf eine bessere Wahrnehmung der Fischereien und ihrer Kommunikationsmöglichkeiten gemacht, wobei über Slow Food insbesondere die elektronische Kommunikation, Vernetzung und zwischenmenschliche Kommunikation sowie internationale Veranstaltungen genutzt wurden und der Ausbau des Netzwerkes vor allem in Europa und Nord- und Südamerika vorangetrieben wurde.

 

Kommunikationsmöglichkeiten

Interaktivität: Die Internetseite hatte ein wachsendes Publikum. Wir haben 65.000 Besucher im letzten Jahr erreicht (41,000 im Vorjahr), von denen 19% wiederkehrende Besucher sind. Die Facebook-Gruppe ist sehr aktiv und zählt heute 250 Mitglieder, von denen viele auch mit anderen Gruppen und Listen interagieren, zu denen sie eingeladen wurden, wie Fish Locally Collective und Occupy Fisheries.

 

Auch außerhalb von sozialen Netzwerken haben wir einen Anstieg der nationalen und transnationalen Kommunikation und Vernetzung bemerkt.

 

Inhalt: Der Inhalt der Website ist weiterhin mit regelmäßigen Updates in jedem Abschnitt ausgebaut worden, veröffentlicht wurden Interviews zu neuen Themen und ihrer kulturellen Rolle. Im Vordergrund steht die positive Botschaft, weniger die pessimistischen Analyse, mehr die einzelne Lösungen und die Bedeutung eines gesamtgesellschaftlichen Engagements zu engagieren, auf welcher Ebene auch immer. Außerdem haben die Mitglieder des Netzwerks spontan weitere Texte über verschiedene Themen bereitgestellt.

 

Sprachen: Die deutsche Version wurde hochgeladen und ist nun voll funktionsfähig. Alle neuen Material sind ins Deutsche übersetzt. Die Besucherzahlen der Website in Englisch, Italienisch und Französisch sind recht ausgeglichen. Spanisch und Deutsch werden langsam aufholen. Die deutschen Besucher sind das am schnellsten wachsende Segment (+400%)

 

Werkzeuge: Abgesehen von Interaktionsmöglichkeiten und Informationsaustausch wurde ein Grafik-Werkzeug entwickelt, das auf Anfrage für jede Person erhältlich ist, die der Slow Fish-Philosophie nahe steht und kleinere oder größere Ereignisse im Zusammenhang mit einer lokalen Slow Fish-Kampagne organisieren möchte. Das Werkzeug wurde während der Veranstaltung Terra Madre (Workshop und Aktivitäten im Zusammenhang mit der Fischerei) vorgestellt und eingesetzt.

 

Ein weiteres Werkzeug, das nach seiner Fertigstellung nützlich sein wird, ist das Slow Fish-Manifest, das derzeit in Bearbeitung ist und eines der Hauptthemen während der Terra Madre 2012 war. Allein durch seine Erarbeitung wird sich das Netzwerk festigen und sich auf eine allgemeine gemeinsame Vision einigen.

 

Wir haben das Slow Fish-Merkblatt für die Verbraucher und das Slow Fish-Merkblatt für Köche gedruckt.

 

Netzwerkbildung

Immer mehr Länder und Ortsverbände von Slow Fish konzentrieren sich auf die Fischerei:

  • Florianopolis, in Süd-Brasilien;
  • Kanada verfügt über 4 lokale Verbände, die ihre eigenen lokalen Slow Fish-Kampagne organisieren;
  • Catalunya Convivien in Spanien wollen ihren Fokus zusammen mit dem Km0-Netz von Restaurants auf die Fischerei vertiefen;
  • Istanbul arbeitet sehr hart an der Lufer-Kampagne, mit Aktivitäten in den Schulen und einem dreitägigen Festival, bei dem das lokale Netzwerk der Köche beteiligt ist;
  • Frankreich hat ein neues Präsidium und stärkt das Netzwerk im Hinblick auf Eurogusto. Jede Slow Food-Gemeinde arbeitet mit lokalen Köchen oder Kochschulen;
  • Holland hat ein neues Präsidium und eine Allianz von Köchen, die mit Fisch arbeiten;
  • Ein neues Convivium wird in Kürze in Peru entstehen, um die Anchovis-Kampagne zu bearbeiten, die bei Terra Madre 2012 vorgestellt wurde und heute im Netzwerk Perus sowie bei einem Netzwerk von 120 Restaurants bekannt ist;
  • Das Slow Fish-Netzwerk in den USA gewinnt an Kraft, arbeitet mit anderen Slow Fish-Teilnehmern aus verschiedenen Ländern zusammen und organisiert lokale Aktivitäten, angefangen vom Kochwettbewerben in Märkten bis hin Konservierungsschulungen und politischen Kampagnen;
  • Das Netzwerk hat sich auch wesentlich in anderen Teilen der Nord- und Südamerikas aufgebaut;
  • Neue Gruppen haben sich in den Ländern gebildet, die sich an Terra Madre 2012 beteiligt haben;
  • Viele andere organisieren kleine Aktivitäten und fragen nach der Kampagne.

 

Rückverfolgbarkeit

Die Zusammenarbeit bei der Rückverfolgbarkeit der Meeresfrüchte zwischen den Wattenmeer-Präsidien in den Niederlanden und Ecotrust wurde mit positiven Ergebnissen für beide fortgeführt. Die Fischer kennen die nationale Vermarktungswege ihrer Fische, und konzentrieren sich zum Beispiel mehr auf die bislang nicht erreichten Gebiete. Außerdem erhalten sie gute Rückmeldungen von Kunden. Slow Food möchte diese Zusammenarbeit auf andere Kommunen erweitern.

 

Salone del Gusto und Terra Madre 2012

Die Terra Madre Veranstaltung brachte etwa 90 Delegierte zusammen, Fischer, Köche, Wissenschaftler etc., die sich auf unterschiedliche Weise für eine nachhaltige und handwerklichen Fischerei engagieren und die während der gesamten Dauer des Ereignisses Ansichten und Erfahrungen austauschen konnten.

 

Eine Reihe von Themen wurde während der Planung der Aktivitäten angesprochen, aber alle zielten darauf, die kollektive Verantwortung, die wir gegenüber dem gemeinsamen Erbe der Ozeane haben, hervorzuheben. Zu den wichtigsten Themen gehörten: Fischereirechte, Schutz des marinen Ökosystems, die Verbesserung der Produkte aus der Kleinfischerei (Qualität, Nachhaltigkeit, Transformation, Rückverfolgbarkeit, kurze Wege), die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik, die Notwendigkeit neuer Regierungsinstrumente.

 

Das Programm mit den wichtigsten Aktivitäten umfasste:

  • „Die Wächter der Meere“, öffentliche Konferenz am 26.10.2012;
  • Ein reservierter Raum für Delegierte aus Terra Madre Fischereigemeinden, mit täglich wechselnden Aktivitäten wie Workshops, Diskussionen, Filmvorführungen, etc.;
  • Vorführung und Verkauf von Produkte aus kleiner Küstenfischerei an den Ständen des Marktes, im Slow Food-Präsidium und bei Terra Madre-Gemeinschaften;
  • Geschmackserlebnisse.

 

Kampagnen-Zusammenarbeit

Im Laufe des Jahres kontaktiert Slow Food viele Organisationen, die sich mit der Fischerei befassen, insbesondere solche, die lokale Kampagnen durchführen oder innovative Praktiken fördern (Cayetano Heredia Universität in Peru, Future of Fish in San Francisco, Alaska Marine Conservation Council, etc. ..), um Wege zu finden, sie in die Slow Fish-Kampagne einzubeziehen und zusammenzuarbeiten.

 

Slow Food wurde Mitglied von OCEAN2012, ein Zusammenschluss von über 160 Organisationen, die sich das Ende der Überfischung in der Europäischen Union zum Ziel gesetzt haben. Slow Food ist eine von fünf internationalen Mitgliedergruppen und schloss sich der Koalition an um sicherzustellen, dass die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU die Überfischung und andere destruktive Fangmethoden stoppt und eine faire und gerechte Nutzung gesunder Fischbestände sicher stellt.

 

 

 

Projektpartner:

Slow Food International (SF)

Secretary General, Paolo Di Croce

Piazza XX Settembre, 5

12042 Bra (CN)

Italy

 

Berichte:

SlowFish 2014: Jahresbericht

SlowFish 2013: Jahresbericht

SlowFish 2012: Jahresbericht