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Lokaler Strand - Globaler Müll

Der Brasilianer Fabiano Prado Barretto kämpft nicht nur unermüdlich gegen den Meeresmüll, der die Traumbuchten seiner Heimat Bahia verschandelt. Sondern auch dafür, dass seine Landsleute an der Küste vom wachsenden Tourismus profitieren. Dafür erhielt er 2011 die Grüne Palme der Zeitschrift GEO Saison. Doch die Projektarbeit geht auch in diesem Jahr weiter.

 

Die Auszeichnung für Fabiano Prado Barretto würdigt sein soziales oder ökologisches Engagement an den Stränden Brasiliens. Der 39-Jährige, der heute in Hamburg lebt, ist Mitbegründer und Leiter des Hamburger Vereins „Local Beach, Global Garbage“, der gegen die Meeresverschmutzung durch Müll kämpft und dabei beweist, dass man viel ausrichten kann.

 

„Mir wurde aber rasch klar, dass es eine Sisyphusarbeit bleibt, wenn wir den Dreck nur einsammeln.“, erzählt der Aktivist. „Wir müssen Müll vermeiden. Deshalb ist unsere Aufklärungsarbeit bei Hafenbehörden, Reedereien, aber auch bei den Seeleuten selbst so wichtig.“ Zudem stößt man an Bahias Küste auf Probleme wie Armut, Unwissenheit oder Kinderprostitution. „Wir können uns nicht nur auf den Müll und die Umwelt konzentrieren. Wir müssen uns auch um die Menschen kümmern.“

Meeresmüll und Öffentlichkeit

Der Schwerpunkt der Arbeit lag auch im Jahr 2011 in der Öffentlichkeitsarbeit und insbesondere auf der Verbreitung von Informationen zum Thema Meeresmüll. In diesem Zusammenhang sind einige interessante Fernsehreportagen und Zeitungsartikel veröffentlicht worden, z.B. die Reportage „Ausländische Frachtschiffe bringen Müll in brasilianische Häfen”, die zeitgleich von TV Senado und TV Camara Salvador gezeigt wurden. Herausgestellt werden die Auswirkungen des Mülls auf Umwelt, die Volksgesundheit, den Fischfang, die Wirtschaft und den Tourismus.

 

Verschiedene Zeitschriften haben das Thema aufgegriffen und mehrseitig darüber berichtet. Die Zeitschrift „Conexão Marítima“ z.B. titelt „Respektlosigkeit gegenüber dem Meer: Mangel an Überwachung und Umweltverantwortlichkeit tragen zur Verschmutzung der Meere bei“. Die Zeitung „Zero Hora“ zitiert in einem Beitrag Fábio Lameiro Rodrigues, Mitglied unseres Wissenschaftlichen Ausschusses. Er hatte zunächst einen Artikel für die Webseite geschrieben, den Redakteure der Zeitung (die wichtigste im Bundesstaat Rio Grande do Sul) gelesen hatten und Fábio daraufhin interviewt. Die wissenschaftliche Zeitschrift „Estuaries and Coasts“ brachte einen Artikel der Autoren Juliana Assunção Ivar do Sul und Isaac R. Santos, geschrieben auf der Grundlage von Daten, die sie 2005 als Mitglieder des wissenschaftlichen Ausschusses erhoben haben.

 

Auf der Internetseite hat Fabiano und Eva Barretto außerdem Artikel veröffentlicht, die sie aus dem Englischen ins Portugiesische übersetzt haben, weil sie den Inhalt für wichtig halten. Diese wurden daraufhin von zahlreichen anderen portugiesischsprachigen Webseiten veröffentlicht.

 

Wissenschaftlicher Ausschuss

Seit Anfang des Jahres 2011 hat sich ein siebenköpfiger wissenschaftlicher Ausschuss gebildet, dem auch Studenten angehören. Alle Master-Studenten schreiben ihre Abschlussarbeiten zum Thema Meeresmüll. Die Mitglieder des Wissenschaftlichen Ausschusses sind die Autoren der Artikel, die auf unserer Website erscheinen, schreiben aber auch für andere Webseiten (z.B. Ethical Markets). Sie unterhalten außerdem den Kontakt mit der Presse, beantworten Anfragen von Journalisten und Studenten, die sich für das Thema Meeresmüll interessieren und geben Interviews.

 

Die Mitglieder Gustavo und Sérgio werden in diesem Semester ihren Masters abschließen und ab dem nächsten Semester ihre Doktorarbeit zum Thema Meeresmüll beginnen. Thema der Abschlussarbeit von Sérgio ist der Meeresmüll an der Costa dos Coqueiros. Zu diesem Zweck hat er von September 2010 bis August 2011 zusammen mit den Herren des Strandes den Müll an der Costa dos Coqueiros registriert, um die Daten für seine Arbeit zu sammeln.

 

Bildung von Arbeitsgruppen

Ein neues Projekt, das in diesem Jahr begonnen wurde, sind die Arbeitsgruppen, die sich aus Mitgliedern unserer Mailing-Listen zusammensetzen. Im Einzelnen gibt es die folgenden Arbeitsgruppen zur

  • Erhebung aller in Brasilien zum Thema Meeresmüll veröffentlichten Publikationen;
  • Analyse der Öffentlichen Politik zu diesem Thema;
  • Untersuchung der Situation in den Häfen;
  • Entwicklung einer in ganz Brasilien anzuwendenden Methodik zu Erhebung des schwimmenden, eingegrabenen und angeschwemmten Meeresmülls.

 

Weitere Gruppen beschäftigen sich mit der Umsetzung der Ergebnisse, z.B. ist eine Gruppe mit der Erstellung von Aufklärungsmaterial für Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt; eine Gruppe mit der Erstellung von didaktischem Material für Lehrer. Die Mitglieder der Arbeitsgruppen sind mehrheitlich Studenten, Doktoranden, und Postdoktoranden, die in diesem Gebiet forschen. Außerdem führen wir eine Erhebung der Ausgaben der Stadtverwaltungen für die Säuberung und für Umweltkampagnen während des Sommers 2011-12 durch. Ziel ist es, darzustellen, dass viel Geld bei der Säuberung gespart werden kann, wenn mehr Geld in die Aufklärung investiert wird.

 

Brasilianisches Programm zur Überwachung des Globalen Meeresmülls

Innerhalb dieses Jahres haben Fabiano und Eva Berretto es geschafft, ein Netzwerk von Personen und Organisationen ins Leben zu rufen, das ab April 2012 die Überwachung des Meeresmülls beginnen wird. Es gibt mindestens eine Person/Organisation in jedem Bundesstaat Brasiliens.

 

Congresso Latino-Americano de Ciências do Mar - COLACMAR 2011

Der Lateinamerikanische Kongress der Meereswissenschaften fand vom 31. Oktober bis 4. November 2011 statt. Von 29 Arbeiten zum Thema Meeresmüll kamen 27 aus Brasilien, je eine aus Portugal und Kolumbien. Von diesen 27 kamen elf von Personen, die dem Wissenschaftlichen Ausschuss von LBGG angehören: neun aus Bahia, je eine aus São Paulo und Rio Grande do Sul.

 

Ein großer Erfolg für LBGG war 2011 die Verabschiedung einer Gesetzesnorm, deren Inhalt besagt, dass die Entsorgung der Abfälle von Schiffen zu regeln und zu kontrollieren ist. Somit soll die Gesetzeslücke hinsichtlich der Entsorgung von Schiffsabfällen geschlossen werden. Der Titel der Norm ist: Resolução ANTAQ Nº 2.190 vom 28. Juli 2011.

 

Der in Diogo geschaffene Ponto Cultural wurde weiterhin von LBGG gefördert. Weiterhin haben Eva und Fabiano Barretto dort die Kosten für den Internetzugang bezahlt, ebenso wie in dem Dorf Baixio. –Dort steht der Computer mit dem Internetzugang in dem Haus der Vereinigung der Kunsthändler und Süßwarenhersteller von Baxio.

 

Die Aktion „Fundo da Folia“, bei der es um die Bierdosen auf dem Meeresgrund von Salvador geht, wurde weitergeführt. Die Bierdosen wurden fotografiert und registriert, um über das ganze Jahr – nicht nur während des Karnevals – Aufmerksamkeit für das Thema zu bekommen. Das Thema „Fundo da Folia“ fand großen Anklang im sozialen Netzwerk Twitter.

 

 

 

Project partner:

Local Beach, Global Garbage

Verein zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung e.V.

Fabiano und Eva Barretto

Süllbergsterrasse 56

22587 Hamburg

www.globalgarbage.org