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Foto: Thehero

Jakartas grüne Monster

Hinter „Jakarta Green Monster“ steht eine Gruppen von Aktivisten, die sich besonders der Erhaltung und der Renaturierung der Feuchtgebiete in der indonesischen Metropole verschrieben haben. Die meisten Mitglieder sind Jugendliche und Studenten. Gemeinsam mit Fauna & Flora International kämpfen sie gegen eine immense Umweltverschmutzung und Naturzerstörung an der Küste.

 

 

Java ist die bevölkerungsreichste Insel in Indonesien und bietet viele Kontraste in Bezug auf Landschaft, Menschen, Religion und Kultur. Die Insel ist von großer Schönheit, von friedlichen Dörfern über ein fruchtbare Landschaft zu rauchenden Vulkanen und antiken Monumenten. Allerdings gibt es ist auch eine unschöne Seite, die sichtbar wird in seinen schmutzigen, überfüllten Städten, vor allem in der Hauptstadt Jakarta, die vom Verkehr und Müll verstopft ist und die Gegensätze zwischen Reichtum und elender Armut unter den Menschen offensichtlich macht.

 

In einer Metropole wie Jakarta ist Natur wie die feuchten Niederungen entscheidend für das Wohl der Stadt und seine Bewohner. Feuchtgebiete beherbergen eine besondere Tier- und Pflanzenwelt, sie absorbieren überschüssiges Regenwasser und bieten ein Naherholungsgebiet für die lokale Bevölkerung. Allerdings sind die Feuchtgebiete von Jakarta stark durch den hohen Grad der Umweltverschmutzung bedroht, auch durch die massive Einleitung von flüssigem und festem Abfall. Dies hat gravierende Auswirkungen auf die küstennahen Feuchtgebiete - die schon jetzt stark fragmentiert und degradiert sind. Wer in der Nähe dieser Gebiete lebt, ist extrem anfällig für Überschwemmungen und die Ausbreitung von Krankheiten durch mangelnde Hygiene.

 

Die letzten Reste der natürlichen Feuchtgebiete im städtischen Küstenbereich Jakartas sind der geschützte Wald von Angke Kapuk und das Muara Angke Wildlife Sanctuary. Beide Schutzgebiete stellen kritische Umweltdienstleistungen wie Hochwasserrückhaltung und Küstenschutz für die mehr als 10 Millionen Einwohner des nördlichen Großraums Jakarta zu Verfügung. Diese Bereiche sind nicht nur wichtig für den Schutz der städtischen Umwelt von Jakarta und die Menschen, die dort leben, diese Feuchtgebiete sind auch entscheidend für die Erhaltung der biologischen Vielfalt.

 

Probleme und Bedrohungen

Die meisten Küstenfeuchtgebiete Jakartas sind in Wohn- und Gewerbegebiete umgewandelt worden. Die Fläche ist nun auf weniger als 6 Prozent des Stadtgebiets geschrumpft und wird weiterhin abnehmen, es sei denn, ihre Zerstörung wird durch wirksame Maßnahmen gestoppt. Die Wasserverschmutzung als Ergebnis der ungeregelten Entsorgung flüssiger und fester Abfälle ist immens. Flüsse werden besonders für die Abfallentsorgung missbraucht und übernehmen 17 Prozent der 35.000 Kubikmeter Müll, die Jakartas Bevölkerung täglich produziert und nur die Hälfte wird von kommunalen Institutionen gesammelt. Das Flusswasser ist belastet mit Schwermetallen, insbesondere Quecksilber, und mit Pestiziden, die akzeptable Grenzen überschritten haben.

 

Die Stadtteile an der Mündung des Angke zählen mit etwa 25.000 Einwohnern in 2.000 kleinen Häusern zu den ärmsten Jakartas. Im Durchschnitt leben 2-3 Familien mit 10-15 Personen auf einer Wohnfläche von weniger als 20 Quadratmetern zusammengepfercht. 50 Prozent der Einwohner sind im Niedriglohnsektor beschäftigt, die anderen versuchen sich ihren Lebensunterhalt Tag für Tag irgendwie zu sichern. Nicht nur die häufigen Überschwemmungen haben Auswirkungen auf diese ohnehin armen Gemeinden, die Müllproblematik und mangelnde Hygiene verursacht schwere gesundheitliche Probleme wie Hautkrankheiten, Dengue-Fieber und Durchfall.

 

Projektziele

Das „Jakarta Green Monster“ (JGM) Programm zielt auf Umweltverbesserungen durch die Anpflanzung von Mangroven, Aufräum-Aktionen und Workshops, während gleichzeitig durch das Projekte Einkommensquellen erzeugt werden. Insgesamt werden diese Maßnahmen dazu führen, das Hochwasser zu reduzieren, die Erosion der Küsten zu vermindern, die Artenvielfalt zu erhöhen und offene Grünflächen für die Anwohner entstehen zu lassen. Die Möglichkeiten in diesem sozialen Brennpunkt ein Einkommen zu erzielen, werden sich in einer intakten Umwelt, die dringend benötigte Ressourcen bereitstellt, verbessern. In Zukunft soll es zudem Unterrichtspakete für Schulen, Universitäten und andere Gruppen geben. Derzeit stammt der Großteil der Setzlinge für die Pflanzungen aus einer Gärtnerei in der Gemeinde und wird von einem JGM-Freiwilligen betreut. Dieser Teil wird ausgeweitet, so dass Frauen und Jugendliche aus der Gemeinde beteiligt und geschult werden.

 

Im Einzelnen geht es um vier Teilziele:

- Die Sanierung und Instandhaltung des Feuchtgebietes von Angke-Kapuk durch Pflanzung von Mangroven, durch das Monitoring von Mangroven und Tierwelt sowie durch die Überwachung der Wasserqualität an fünf Stationen im Bereich Angke-Kapuk.

- Die Erhaltung der Lebensräume durch Maßnahmen zur Reinigung und Abfallentsorgung. Über ein Forum aller Akteure wird die gemeinschaftliche Planung der Abfallwirtschaft auf nachbarschaftlicher Ebene in Kapuk Muara und angrenzender Gebiete realisiert und die Müllablagerung wird genauer untersucht. Gereinigte Bereiche werden mit Mangroven bepflanzt.

- Die Entwicklung von Einkommen für die Gemeinschaft über die Einführung von Kompostier- und Kunststoff-Recycling-Systemen in Kapuk Muara und Muara Angke sowie die Sensibilisierung benachbarter Dörfer.

- Die Erweiterung der gärtnerischen Mangroven-Jungpflanzenanzucht in der Gemeinde in Verbindung mit entsprechender Schulung.

 

 

 

 

Foto: Thehero

Förderungszeitraum:

seit November 2011

Jakarta green monsters on youtube

Zwischenbericht 2012

  • Die Mangroven-Anpflanzung wurde in zwei verschiedenen Gebieten zweimal ausgeführt und je 500 Sämlinge gepflanzt.
  • Die Mitarbeiter der Jakarta Green Monster und Mitglieder der Gemeinde führen bis heute regelmäßig Bewertungen aller gepflanzten Mangroven aus, um sicherzustellen, dass sie gedeihen und unbeschädigt sind.
  • Ende September 2012 wurden zwei Reinigungsaktionen durchgeführt. Die beiden Aufräumarbeiten dauerten je um die vier Stunden und ergaben etwa 100 Säcke Müll mit je 50 kg, insgesamt also fünf Tonnen
  • Die Schüler aus den betroffenden Regionen haben an der Reinigungsaktion teilgenommen und haben das Thema Umwelt im Unterricht behandelt.
  • Es wurde eine Serie von Nachbarschaftstreffen in sechs Bezirken abgehalten, bei denen man sich über die Lösung des Müllproblems, die Notwendigkeit des Anpflanzens und des Erhaltens der Mangroven sowie potentielle Areale weiterer Anpflanzung beraten hat.
  • Innerhalb der nächsten drei Monate wird der Anbau der Mangroven fortgesetzt, Gemeinden in anderen Küstenregionen werden einbezogen.