Test Design Lighthouse


Mangreen - vom Projekt zur Institution

Im Frühjahr 2011 wurde es fertiggestellt und eingeweiht, das Palk Bay Center im Süden Indiens. Es bildet das neue Zentrum für die Arbeit unseres Partners Vedharajan Balaji uns seine OMCAR Foundation. Von hier aus wird die Wiederaufforstung der Mangroven umgesetzt und wissenschaftlich begleitet. Gleichzeitig ist das Palk Bay Center eine Bildungsstätte für nachhaltige Entwicklung in der Region.

 

Bericht von Vedharajan Balaji

 

Das Palk Bay Center liegt im Dorf Velivayal in der Nähe von Mallipattinam, im Thanjavur Bezirk, Bundesstaat Tamil Nadu. Es wurde im Frühjahr 2011 eröffnet und dient uns als Plattform für die Umweltbildung mit Schulkindern und als Feldstation für Küstenforschung mit entsprechenden Trainingsprogrammen. Es ist Beratungsstelle für Küstenökologie und die Sozioökonomie des nördlichen Palk Bay. Wir führen Trainings zum Katastrophenschutz an der Küste durch und richten Trainingsprogramme zu alternativen Einkommensquellen insbesondere für Frauen aus.

 

The Palk Bay Center is currently again a place to actively implement good ideas and to give sustainable development perspectives. Together with women from the region cotton bags have been designed and manufactured in larger numbers as an alternative for the use of plastic bags. Dr. V. Balaji wrote early June 2015: "We started making cotton bags at PBC today. This intial training included 12 women. We already got orders from shops in my town. We will send sample bags to you in three months after standerdizing quality. After verification from you, kindly consider to give some orders to export to Germany."

 

Im Palk Bay Center werden derzeit wieder aktiv Ideen umgesetzt und damit Perspektiven für eine nachhaltigen Entwicklung aufgezeigt. Gemeinsam mit Frauen aus der Region wurden Stoffbeutel entworfen und in größerer Stückzahl hergestellt, mit denen der Gebrauch von Plastiktüten zurück gedrängt werden soll. Dr. V. Balaji schreibt Anfang Juni 2015: "Wir haben heute im PBC begonnen, Baumwollbeutel herzustellen. Am Einführungstraining nahmen zwölf Frauen teil. Wir haben bereits Bestellungen von Läden aus der Stadt. In drei Monaten werden wir eine Kollektion in Standardqualität versenden. Nach einer Prüfung sollten  Exportaufträge nach Deutschland in Betracht gezogen werden."

Das Palk Bay Center ist 2011 fertiggestellt worden
Ressourcenschonnde Techniken wie der Solarkocher werden demonstriert
Neue Mangrovenpflanzungen werden mit GPS verortet

Zum Zentrum gehören 1,5 Hektar Land. Das Hauptgebäude verfügt über einen Konferenzraum für 50 Personen mit einer kleinen Bühne und ist mit einem qualitativ hochwertigen Sound-System, DVD-Player, Computer, LCD-Projektor und Leinwand ausgestattet. Der Saal ist gut geleuchtet und belüftet. Der breite Korridor um den Konferenzsaal herum bietet Platz für Gruppendiskussionen und zur Einnahme der Mahlzeiten. Der erste Stock des Gebäudes ist eine offene Halle, in der eine Unterkunft für die Teilnehmer hergerichtet werden kann. Sanitäre Einrichtungen und ein 1.000 Liter Wassertank sind am Haupthaus errichtet. Solarkocher, muskelkraftbetriebene Pumpen und umweltfreundliche Toilette sind Beispiele einer ökologischen Haustechnik. Das Zentrum liegt verkehrsgünstig und 500 Meter vom Strand entfernt. Die Küste von Velivayal hat schöne Seegraswiesen und Mangrovenwälder, die für Besucher und Kursteilnehmer durch eine Wegenetz gut erreichbar sind.

 

Veranstaltungen im neuen Palk Bay Center

Eine Sensibilisierungskampagne für den Schutz der Schlammspringer, das Mangrove Mudskipper Conservation Programme, fand im März 2011 im Palk Bay Center statt, an der etwa 50 Fischerfrauen teilnahmen und die Teil eines größeren Forschungsprojektes war. Als Direktor der OMCAR Foundation begrüßte ich die Teilnehmer und Dr. V. Ravi, Assistant Professor und Forschungsleiter des Projekts an der Annamalai University erklärte die ökosystemare Rolle dieser eigentümliche Tiere aus verschiedenen Perspektiven sowie ihre wirtschaftliche Bedeutung.

 

Die Bewohner von Velivayal feierten den internationalen Tag der Artenvielfalt im Mai. Das Programm fand im Palk Bay Center statt und Dr. P. Santhanam, Dozent am Lehrstuhl für Meereswissenschaften der Bharathidasan Universität war als Hauptredner eingeladen. Er hielt einen Vortrag über biologische Vielfalt. Etwa Teilnehmer aus der Region nahmen an dem Programm teil.

 

Das Coastal Environmental Education Summer Camp 2011 fand ebenfalls im Palk Bay Centre statt. Die Kinder aus den Fischerdörfern der Region waren eingeladen und lernten Interessantes über Mangroven, Seegraswiesen und über die Fische, die in ihrem Küstengebiet leben. Schließlich haben sie auch gelernt, mit dem Solarkocher umzugehen.

 

Wie jedes Jahr bietet OMCAR in den Schulen Unterrichtseinheiten zum Thema Mangroven an. Nachdem ein toter Dugong an der Küste angeschwemmt wurde, haben wir im laufenden Schuljahr den Schutz dieser Tiere hinzugenommen. Seither informieren OMCAR-Teams in lokalen Schulen, Universitäten und Hochschulen über die Bedeutung der Küstenökosyteme der Palk Bay.

 

Vorstellung des Mangreen Projekts im IUCN Regional Conservation Forum, Südkorea

OMCAR hat die bisherigen Ergebnisse des Mangreen Projekts einem internationalen Fachpublikum präsentiert. Ein Poster mit dem Titel „Community Based Mangrove Restoration in Palk Bay, India“ wurde im zentralen Ausstellungsbereich der Veranstaltung des IUCN gezeigt. Es hob sich deutlich von den anderen Plakaten ab, da wir vor allem mit Bildern die Feldarbeit dokumentierten und mit den eindrucksvollen Zeitraffer-Aufnahmen die Mangroven-Renaturierung sichtbar gemacht haben. Auch die Bildungsarbeit haben wir porträtiert und gezeigt, wie die Gemeinde in das Projekt einbezogen und daran beteiligt wird. Die besondere Arbeit mit den Frauengruppen wurde ebenso gezeigt wie die aktuellen Bemühungen um umweltfreundliche technologische Lösungen wie Solarkocher und umweltfreundliche Pumpen.

 

Erweiterung und Pflege der Mangrovenflächen

In der Küstenregion der nördlichen Palk Bay gibt es nur wenige geeignete Flächen für eine langfristige Mangroven-Plantage. OMCAR hat einige Bereiche ausgewählt, die bestimmte Kriterien erfüllen mussten, um die Kosten gering zu halten. So müssen die Flächen durch ihre natürliche Lage vor Rinderbeweidung geschützt sein, da keine Zäune mehr errichtet werden sollen. Die Standorte sollen über einen geeigneten Boden verfügen und Mangroven-Arten sollen für eine natürliche Wiederansiedlung vorhanden sein. Darüber hinaus soll eine natürliche Samenverbreitung durch Flussmündungen oder Bäche möglich sein.

 

Die älteren Flächen, die mit einem Zaun gesichert sind, wurden im September kontrolliert und die Zäune mit Eukalyptus-Holz und stacheliger Prosophis ausgebessert. Ableger der Rhizophora-Arten sind selten im nördlichen Palk Bay im Unterschied zu Avicennia marina. Um die Vielfalt der Mangrovenwälder zu erhöhen, suchen unsere Mitarbeiter entlang der Küste und Flussmündungen nach Rhizophora-Bäumen, um Ableger zu sammeln.

 

Jungpflanzen aus der Baumschule waren herangereift, um bei perfektem Monsumklima gepflanzt zu werden. Bis zu 15 Kilometer mussten die Pflanzen transportiert werden. Die Standorte wurden von OMCAR-Mitarbeitern schon im Juni 2011 gewählt. Da es hier keine Straßen, wurden die Sämlinge mit dem Boot herangeschafft. An der Küste bei Kollukkadu, auf der Südseite der Mündung des Agni gelegen, wurden zudem von fast 100 Frauen aus der Selbsthilfe-Gruppe Hunderte von Mangroven Sämlinge in den ausgewählten Schutzgebieten angepflanzt.

 

Kooperation mit anderen NGOs

OMCAR hat eine erste gemeinsame Sitzung mit MSSRF organisiert, einer indischen NGO des sozialen Sektors. Zusammen bilden sie eine Plattform für ihre Programme zur Sicherung der Lebensgrundlagen. Vertreter der Fischer aus den beteiligten Dörfern haben an dieser Sitzung teilgenommen und baten um Unterstützung bei der Versorgung mit Wettervorhersagen, um GPS-Ausbildung, bei der Ausbildung der Frauen und beim Ausbau der Infrastruktur. OMCAR und MSSRF konnten bereits gemeinsam einen Wetterinformationsdienst organisieren, weitere Trainings beginnen im März 2012.