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Kanada: From Ocean to Plate

Partner: Ecotrust Canada, Tasha Sutcliffe, Program Director

Beteiligte: Fischer, Fischverarbeiter, Groß- und Einzelhandel

Ökologie: Besserer Schutz der Fischbestände durch verantwortliche Fischerei

Ökonomie: verbessertes Marketing durch transparente Vermarktung von Qualitätsprodukten

Kultur: Kommunikation zwischen Produzent und Konsument, Förderung der Identifikation mit lokalen Strukturen

Maßnahmen:

* Entwicklung der technischen Infrastruktur

* Testphase im ökonomischen Kontext

* Koordination der Akteure in der Wertschöpfungskette

 

Ein Bericht von Tasha Sutcliffe

 

Die Verbraucher sind zunehmend besorgt darüber, woher ihre Lebensmittel kommen, sowohl für ihre eigene Sicherheit als auch aus Umweltbewußtsein. Um auf diese Nachfrage des Marktes zu reagieren entwickelt Ecotrust Kanada ein neues Systems zur Rückverfolgbarkeit von Meeresfrüchten.

 

In Partnerschaft mit lokalen Fischern und Fischverarbeitern erkundet Ecotrust Kanada den Aufbau eines kostengünstigen System, das neue Maßstäbe für die Rückverfolgung von Meeresfrüchten erfüllt, die voraussichtlich von der Europäischen Union im Jahr 2010 eingeführt werden sollen. Bald werden alle Meeresfrüchte, die in EU-Länder importiert werden, auf das Fangschiff rückverfolgbar deklariert sein müssen. Das kanadische Ministerium Fisheries and Oceans Canada erwägt ähnliche Regeln.

 

Tatsächlich reagieren die Regierungen weitgehend auf die Forderung der Verbraucher und Umwelt-Aktivisten, die zunehmend marktwirtschaftliche Anreize für ökologische, „grüne“ Industrien nutzen. Das Ziel der Rückverfolgbarkeit von Meeresfrüchten ist, den Markt für illegal gefangenen Fisch aufzuheben und finanzielle Anreize für die Fischer anzubieten, die Fisch in einer verantwortlichen Weise fangen.

 

Ecotrust Kanada bemüht sich um die Entwicklung eines Systems, das von den Fischern ohne weitere finanzielle Belastung selbst angewendet und gepflegt werden kann. Außerdem könnte ein Rückverfolgungssystem über die Markenbildung Wettbewerbsvorteile für die Fischer bringen.

 

Das Neue an unserem Bottom-up-Ansatz ist, dass wir ein Online-Rückverfolgungssystem mit einem sozialen Netzwerk kombinieren, das eine direkte Online-Verbindung des Fischers mit seinen Kunden ermöglicht. Das System kennzeichnet die Meeresfrüchte auf See oder bei der Anlandung, um sie über eine Codierung in jeder Phase der Wertschöpfungskette verfolgen zu können - vom Fischerboot zum Verarbeiter, zum Großhändler, zum Einzelhändler. Ein zentraler, digitaler Hub gibt jedem an der Wertschöpfungskette Beteiligten Zugang zu Datenaus- und –eingabe. Im Einzelhandel schließlich kann der Fischhändler seine Ware bestimmten Schiffen und Fischern zuordnen und erreicht dadurch, wie von den Konsumenten verstärkt gefordert, ein hohes Maß an Transparenz.

 

Neben dem Online-Tracking, wird unser System der Rückverfolgung auch soziales Networking einschließen und dem Endkunden einen direkten Kontakt zu Fischern und anderen Akteuren in der Lieferkette anbieten. Verbraucher können online gehen und durch den Code herausfinden, von welchem Fischer und welchem Schiff ihre Meeresfrüchte gefangen wurden. Sie könnten etwas über den Fischer selbst und über die Nachhaltigkeit und Öko-Zertifizierung verschiedener Fischereien erfahren. Es wird auch die Möglichkeit für die Verbraucher geben, mit dem Fischer zu kommunizieren und vielleicht Geschichten, Rezepte oder andere Erfahrungen mit Meeresfrüchten auszutauschen.

 

Die Rückverfolgbarkeit von Meeresfrüchten bietet den verschiedenen Akteuren in der Wertschöpfungskette eine Reihe von Vorteilen:

Den Fischern:

  • können ihren Fang mit ihrer persönlichen Marke kennzeichnen und ihren eigenen „guten Ruf“ auf dem Markt entwickeln
  • verbinden sich stärker mit dem Einzelhändler und Verbraucher und erhöhen ihre Kenntnis der Markttrends
  • entsprechen den neuen gesetzlichen Anforderungen in Bezug auf Lebensmittelsicherheit und Nachhal-tigkeit auf kostengünstige Weise.

Den Fisch-Verarbeitern:

  • erhalten ein Instrument, um Rückmeldungen aus dem Markt über die Qualität der Fischer zu nutzen und den Fischern, die mehr Sorgfalt auf ihr Produkt verwenden, einen höheren Preis zu zahlen.
  • entsprechen den neuen gesetzlichen Anforderungen in Bezug auf Lebensmittelsicherheit und Nachhaltigkeit in kostengünstiger Weise.
  • haben die Möglichkeit zur gemeinsamen Markenentwicklung mit den Fischern.

Dem Einzelhandel und den Restaurants:

  • erhalten eine benutzerfreundliche und kostengünstige Möglichkeit, Informationen an die Verbraucher weiterzugeben, woher die angebotenen Meeresfrüchte stammen.
  • bekommen „Geschichten“ zu ihrem Angebot für eine stärker personalisierte Werbung und Vermarktung.

Den Konsumenten:

  • können direkt mit Fischer und Verarbeiter in Verbindung treten.
  • erhalten ein Forum für Liebhaber von Meeresfrüchten, wo sie Geschichten, Sorgen, Probleme und Lieblings-Rezepte austauschen können.
  • können ihr Vertrauen in die Meeresfrüchte im Hinblick auf Nahrungsmittelsicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit wiedererlangen.

 

Ecotrust Kanada startete das Pilotprojekt mit ausgewählten Fischereien an der kanadischen Westküste. Zusammen mit Fischern, Verarbeitern und Einzelhändlern bearbeitet das System mit Chinook-Lachs, Dorn-hai, Pazifischen Heilbutt und Lengdorsch Fischereien, die für die Wirtschaft von Vancouver Island wichtig sind. Es bestehen Partnerschaften mit Lachs-Kuttern sowie lokalen Langleinen-Fischern der integrierten Grundfisch-Fischerei, die Katzenhai, Lengdorsch, Heilbutt, Drachenkopf und Skilfisch umfasst. Eine Zu-sammenarbeit gibt es auch mit mehreren Fischverarbeitern und Maklern.

 

Nach strengen Tests und Verbesserungen der ausgewählten Fischereien sind die Ausweitung des Rückver-folgungssystems auf die meisten West-Coast-Fischereien sowie Partnerschaften mit anderen Verbänden und der Verwaltung geplant.

 

 

Ecotrust Canada ( ETC)

200-1238 Homer Street

Vancouver, BC, V6B2Y5

Canada