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Juan Fernández von Tsunami schwer getroffen

Fast eine Woche nach dem verheerenden Tsunami, der zu schweren Zerstörungen auf der Insel Juan Fernández geführt hat, erreichen uns erste Bilder, die das ganze Ausmaß der Naturkatastrophe zeigen. Ein Bericht des chilenischen Fernsehens:

 

 

Gemeinsam mit unserem Partner Slow Food International haben wir beschlossen, die Projektmittel für den Wiederaufbau der Robinson Crusoe Insel umzuwidmen. Dies ist nötig, da Chile allein die Folgen der Naturkatastrophe nicht bewältigen kann. Unsere Hilfe allein wird für einen Neuanfang auf dem abgelegenen Juan-Fernández-Archipel nicht ausreichen. Helfen Sie uns dabei!

 

 

 

Das ursprünglich geplante Vorhaben ist unter diesen Umständen noch nicht umzusetzen:

 

Chile: Robinson Crusoe Island Seafood

Optimierung der artisanalen Fischerei und Entwicklung des sanften Tourismus

Partner: Slow Food international, Sindicato de Pescadores Artesanales del Archipiélago Juan Fernández (STIPA)

Beteiligte: Fischer des Sindicato de Pescadores Artesanales del Archipiélago Juan Fernández

Ökologie: Sicherung einzigartigen marinen Ökosystems mit zahlreichen endemischen Arten

Ökonomie: Einführung nachhaltiger Fischerei sowie alternativer Einkommensquellen

Soziales: Stärkung der Gemeinschaft und ihrer kulturellen Werte

Maßnahmen:

  • Sensibilisierung der allgemeinen Öffentlichkeit
  • Einführung nachhaltiger Fangtechniken
  • Schulungen zum Fischereimanagement
  • Schulungen zu den Grundprinzipien des Ökotourismus
  • Diversifizierung der Einkommensquellen
  • Entwicklung der Infrastruktur im Bereich Gastronomie und Handel
  • Förderung der internationalen Vermarktung regionaler Produkte

Es dauert zweieinhalb Stunden mit dem Flugzeug von Santiago, eine halbe Stunde zu Fuß und noch eine weitere Stunde mit dem Boot, um das einsame kleine Dorf auf der Insel Robinsón Crusoe im Juan Fernández Archipel, ein UNESCO-Biosphärenreservat, zu erreichen. Der Name der Insel ist mit der unglaublichen Geschichte des Alexander Selkirk verbunden, dessen Abenteuer durch den Roman von Daniel Defoe zur Legende geworden sind. Und irgendwie hat die Insel noch immer die zauberhafte Atmosphäre der literarischen Beschreibung.

 

Langusten werden zwischen dem 1. Oktober und 14. Mai mit hölzernen Fallen gefangen.
Breca (Cheilodactylus gayi) ist eine der als Alternative zur Languste gefangenen Fischarten.

83 Prozent der Tier- und Pflanzenarten sind auf der Insel endemisch, einschließlich der einheimischen Algen, Vögel und Säugetiere, Fische und insbesondere der Schalentiere. Ziegen und Wildkaninchen leben im Binnenland und ein paar Rinder werden gezüchtet, aber das wirkliche Leben auf der Insel ist am Meer zu finden. Fast alle Bewohner der Insel sind mit der Fischerei seit mindestens drei Jahrhunderten eng verbunden. Das begehrteste Meerestier, dessen Fischerei schon bis ins 18. Jahrhundert zurück reicht, ist die endemische Languste Jasus frontalis. Die Art findet sich nur hier und in den Gewässern der Desventuradas Inseln San Felix und San Ambrosio, etwa eine dreistündige Bootsfahrt nach Norden. Die Langusten werden in einer Tiefe von 2 bis 200 Metern mit rechteckigen Fallen gefangen, die von den Fischern aus den Zweigen des lokalen Maqui-Baums gemacht werden. Bis vor ein paar Jahren mussten die Fallen von Hand auch aus großen Tiefen gehoben werden, heute hilft oft ein kleiner Motor, das einzige Zugeständnis an Innovation.

 

In den Gewässern der Insel leben noch viele andere interessante Arten von Fischen, Weichtieren und Schalentieren, die von besonderem gastronomischem Interesse sind, wie die rote Krabbe (Chaceon chilensis), die in einer Tiefe von fünf bis sechshundert Meter mit den gleichen hölzernen Käfigen gefangen wird wie die Languste, der schwarze Seeigel (Aspidodiadema microtuberculatum) und die Goldbrasse (Cheilodactylus gayi), ein Fisch mit feinem weißen Fleisch, Makrelen (Pseudocaranx chilensis) und die Gelbschwanz-Stachelmakrele (Seriola lalandi), die letztgenannten werden mit einem sehr langen Haken, 'Espinel' genannt, gefangen.

 

Wie gesagt: von gastronomischem Interesse wären zahlreiche Fische, Muscheln und Schalentiere in den Gewässern rund um die Inseln, aber nur die Langusten wurden bisher wirklich verwendet. Die ausgezeichnete Goldbrasse oder 'Breca' dagegen wird lediglich als Köder verwendet.

 

Slow Food arbeitet seit 2005 an der strukturellen Entwicklung einer lokalen handwerklichen Fischerei, die nachhaltige Methoden anwendet und auch die Frauen der Insel beschäftigt. Zur gleichen Zeit unterstützt die Slow Food Stiftung die örtliche Fischer-Vereinigung STIPA (Sindicato de Pescadores Artesanales del Archipiélago Juan Fernández) mit derzeit 105 Mitgliedern in ihrem Kampf gegen die Großen der industriellen Fischerei, um die geschützten Meeresgebiete auf 20 Meilen rund um die Insel zu erweitern.

 

Projekt-Aktivitäten bis Ende 2010

  • Aufbau eines Labors zur Aufbereitung von Meeres-Produkten: Seit Anfang der 80er Jahre gehen die Fischer besonders stark auf die heimische Languste. Einer der Gründe ist, dass sie keine geeignete Ausrüstung zum Fang anderer mariner Arten haben.
  • Training nachhaltiger Fangmethoden: Für besseren Meeresschutz und die Erhaltung der biologischen Vielfalt, die Sicherung der Produktqualität am Markt sowie Gewährleistung der Rechtmäßigkeit wird ein Slow-Food-Berater ein Training durchführen.
  • Training zu Grundsätzen des nachhaltigen Tourismus: Um bei Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten von der Entwicklung des Tourismus zu profitieren, ist es wichtig, den Ökotourismus aufzuwerten und die Qualität des Umwelterlebnisses zu steigern. Die Mitglieder von STIPA werden über die Strategien einer nachhaltigen Bewirtschaftung ihres Hoheitsgebiets geschult werden.
  • Aufbau eines Restaurants mit STIPA-Personal: Da es bislang keine Restaurants in der Nähe des Hafens von Robinson-Crusoe gibt, hat STIPA beschlossen eine Gaststätte zu eröffnen, wo Meeres-Produkte nach traditionellem Rezept der Inseln angeboten werden.
  • Aufbau eines kleinen Geschäfts: Der Verkauf qualitativ hochwertiger Produkte aus dem Meer an Inselbewohner und Touristen soll durch STIPA-Personal erfolgen.
  • STIPA Website Archipielago Juan Fernández: Ein Ziel des Projekts ist die Verbreitung von Themen wie nachhaltige Fischerei in der Region, Ökotourismus, Küsten-Schutzgebieten über die offizielle Webseite. Die Website wird in drei Sprachen übersetzt (Spanisch, Englisch und Italienisch).
Büro von STIPA und Slow Food Convivium

Teilnahme einer Delegation der Gemeinschaft am "Terra Madre - Salone del Gusto“

Terra Madre ist ein Projekt konzipiert von Slow Food und bringt Nahrungsmittelhersteller und Arbeitnehmer aus der ganzen Welt zusammen, indem es ihnen die Möglichkeit zur Diskussion wichtiger Themen der Lebensmittelproduktion bietet. Gemeinsam tauschen sie sich über vielfältige und komplexe Fragen aus, etwa was "qualitativ hochwertige Lebensmittel" für sie bedeuten, über ökologisches Gleichgewicht und Umweltressourcen, Aspekte des Geschmacks, der Würde der Arbeitnehmer und Verbrauchersicherheit.

 

Das Terra Madre Treffen findet statt auf dem Salone del Gusto, einer öffentlichen, internationalen Slow Food-Veranstaltung, die "gut, sauber und fair" im Umgang mit Lebensmitteln bewirbt und zuletzt mehr als 180.000 Besucher angezogen hat. Während des Salone del Gusto werden einige ausgewählte Lebensmittel-Gemeinschaften anwesend sein und ihre Produkte zur Verkostung anbieten.

 

Unterstützende Medien

Broschüren und andere Veröffentlichungen über die Aktivitäten der Food-Community werden für eine Informations- und Aufklärungskampagne zur nachhaltigen Fischerei auf der Veranstaltung Salone del Gusto/Terra Madre eingesetzt werden.

 

 

 

27. Februar 2010 - Die Insel wurde von der Erdbebenflutwelle schwer getroffen!

 

Erdbeben und Flutwellen haben fast alle Gebäude der kleinen Siedlung Juan Bautista beschädigt oder zerstört. Weder das kleine Restaurant noch das Haus der Fischereikooperative oder das kleine Laborgebäude, in dem in diesem Jahr eigentlich Methoden zum Konservieren und Verpacken der Meeresfrüchte erprobt werden sollten, haben Stand gehalten. Unklar ist auch, wie viele der kleinen Fischerboote, der einzigen nennenswerten Erwerbsmöglichkeit für die Inselbewohner, noch existieren.

 

Gemeinsam mit unserem Partner Slow Food International haben wir beschlossen, die Projektmittel für den Wiederaufbau der Robinson Crusoe Insel umzuwidmen. Dies ist nötig, da Chile allein die Folgen der Naturkatastrophe nicht bewältigen kann. Unsere Hilfe allein wird für einen Neuanfang auf dem abgelegenen Juan-Fernández-Archipel nicht ausreichen. Helfen Sie uns dabei!

 

zur Spendenseite

 

 

 

 

 

 

 

Der Juan-Fernández-Archipel liegt etwa 650 km westlich des chilenischen Festlandes, etwa auf der Breite von Valparaíso und bestehen aus folgenden drei Inseln Robinsón Crusoe, Alejandro Selkirk und Santa Clara. Nur Robinsón Crusoe ist bewohnt, dort leben ca. 600 Menschen.