Test Design Lighthouse


Ökobilanz von Lachszucht und Wildlachs-Fischerei

Ein Fisch und sein ökologischer Fußabdruck

Partner: EcoTrust, Portland, USA

Beteiligte: Wissenschaftler verschiedener internationaler Institutionen, Fachöffentlichkeit

Ökologie: Beitrag zum Verständnis ökosystemischer Wirkungen von Fischerei und Fischproduktion

Ökonomie: Optimierung von Produktionsbedingungen

Sozial: Beitrag zum Verständnis sozioökonomischer Wirkungen von Fischerei und Fischproduktion

Maßnahmen:

  • Entwicklung eines Konzeptes zur Erfassung der wesentlichen Systemkomponenten
  • Datensammlung für eine LCA
  • Übertragung und Validierung des Modells auf Vergleichsregionen

Das Ergebnis einer dreijährigen weltweiten Studie, durchgeführt von der Dalhousie Universität (Halifax, Kanada), Ecotrust (Seattle, USA) und dem Institut für Nahrungsmittel und Biotechnologie SIK (Göteborg, Schweden) zur Ökobilanz unterschiedlicher Lachs-Produktionssysteme liegt seit Beginn 2010 vor.

Egal ob Bio oder konventionell, aus intensiver Aquakultur oder nachhaltiger Fischerei – deutlich mehr Auswirkungen auf Klimaänderung, Ozonloch oder Ozeanversauerung haben bei der weltweiten Lachsproduktion andere Aspekte: womit wurde der Zuchtlachs gefüttert, wie wird der Wildlachs gefangen und ob der Kunde sich am Ende für Frischfisch oder die gefrorene Variante entscheidet.

 

Fische sollten schwimmen, nicht fliegen! Der Lufttransport von Fisch und anderer Nahrungsmittel führt zu einem erheblichen Anstieg der Umweltauswirkungen. Würde mehr Tiefkühlkost verbraucht, könnten Containerschiffe als CO2-freundliche Alternative den Transport übernehmen. Im Fisch liebenden Japan, das große Mengen Fisch auf dem Luftweg importiert, würde die Umstellung auf 75 Prozent gefrorenem Lachs mehr Nutzen bringen, als wenn ganz Europa nur noch lokal produzierten Lachs essen würde. Die Entscheidung für Tiefkühlfisch wiegt ökologisch gesehen schwerer als die Entscheidung zwischen konventionell erzeugtem oder Biolachs oder Aquakulturlachs oder Wildlachs.

 

Hoher Ressourcenverbrauch und starke Umweltauswirkungen ergeben sich in der konventionellen Lachszucht weniger aus dem Betrieb, sondern vor allem aus der Herstellung des verwendeten Fischfutters. Die Produktion von Bio-Lachs mit Fischmehl und Fischöl aus sehr ressourcenintensiver Fischerei hat Umweltauswirkungen ähnlich der konventionellen Lachszucht. Die Verringerung des Anteils an tierischem Eiweiß (z.B. Fischmehl und Fischöl) zu Gunsten von pflanzlichen Futteranteilen kann die Umweltbelastungen deutlich reduzieren.

 

Weltweit sind Menge und Zusammensetzung der verwendeten Futtermittel sehr unterschiedlich und damit auch die Auswirkungen auf die Umwelt. Die norwegische Lachszucht hat generell geringere Umwelteinflüsse als die in Großbritannien.

In der Regel hat die Fischerei auf Wildlachs mit Kutter und Trawler im globalen Maßstab geringere Auswirkungen als die Aquakultur mit Netzkäfig und Bassin. Allerdings bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den Fangmethoden: Lachse während ihrer Schwarmphase mit großen Netzen zu fangen, verursacht nur ein Zehntel der Umweltauswirkungen einer Lachsfischerei mit Haken und Köder. Zu berücksichtigen sind hier aber auch die Auswirkungen der Unternehmensstruktur und die soziokulturellen Beziehungen.

 

Auch Lebensmittel haben einen Lebenszyklus. Wir müssen lernen, die gesamten sozioökonomischen und ökologischen Kosten der Nahrungsmittelproduktion zu berücksichtigen, um die Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung nachhaltig zu sichern.

 

Projektpartner:

Astrid Scholz, Ph.D.

Vice President, Knowledge Systems

Ecotrust

721 NW 9th Avenue, Suite 200

Portland, OR 97206