Die Ozeane und das Klima
Auch wenn über antarktischem Eis schon mal minus 90° Celsius zu messen sind - die mittlere Oberflächentemperatur der Erde liegt bei relativ angenehmen 15°Celsius - plus! Zu verdanken ist dieser wohltemperierte Umstand dem natürlichen Treibhauseffekt, der dazu beiträgt, die von der Erdoberfläche ausgehende Wärmestrahlung in der Atmosphäre zurückzuhalten. Ohne diesen natürlichen Effekt läge die durchschnittliche Temperatur etwa 33°C niedriger.
An der Regelung des globalen Klimas sind alle Naturbereiche beteiligt: Atmosphäre und Hydrosphäre (vor allem die Ozeane), Kryosphäre (Eis, Schnee), Lithosphäre (Gesteinshülle) und Biosphäre. In den letzten Jahrzehnten hat auch der Mensch (durch die von ihm verursachte gesteigerte Emission der Treibhausgase Kohlendioxid und Methan) als klimawirksamer Faktor von sich reden gemacht.
Im Klimasystem der Erde ist das Meer von großer Bedeutung. Die hohe Wärmekapazität des Meerwassers und die Besonderheiten seines Wärmehaushaltes wie die Durchmischung der oberen Schichten dämpfen die Temperatur-Unterschiede im Jahresverlauf. Auch zum Wärmeausgleich zwischen den höheren und niederen Breiten trägt neben der allgemeinen Zirkulation der Atmosphäre die des Ozeans zu etwa gleichen Teilen bei.
Die Ozeane wirken aber nicht nur thermisch auf das Klima, sondern auch als Teil großer biogeochemischer Kreisläufe, insbesondere des Kohlenstoffs, der in Form des Kohlendioxids für die zukünftige Entwicklung des Klimas von großer Bedeutung ist. Wer also heute etwas über das Klima von morgen wissen will, kommt an den Ozeanen nicht vorbei:
Auf der winterlichen Ostsee vor Kopenhagen setzten im Dezember 2009 bei einer Paradefahrt während der Klimakonferenz fünf Traditionsschiffe ihre Segel mit der Aufschrift: „Act now!“ Dies riefen und forderten auf Plakaten auch zehntausende Klimaaktivisten. ...weiter
Die Ozeane sind nicht gleichmäßig über die Erde verteilt, ihre Lage und Größe ist - zumindest in langen Zeiträumen - veränderlich. Die schollenartig zusammengesetzte Erdkruste ist in ständiger Bewegung. ... weiter
Unter dem Einfluß der Sonnenenergie, der Erdumdrehung und der Sonnen- und Mondgezeiten sind die Wasser der Ozeane ständig in Bewegung. Die großen Strömungen bewegen riesige Wassermengen über große Entfernungen und sorgen für einen Austausch zwischen ... weiter
Riesigen Förderbändern gleich durchziehen große Meeresströmungen in verschiedenen Etagen die Ozeane. Dabei treibt die sogenannte thermohaline Zirkulation die Tiefenströme an: Kaltes, salzreiches Wasser ist schwerer als warmes und sinkt in die Tiefe. ... weiter
Starke und beständige Winde versetzen die Wassermassen in rasche Strömungs- oder Triftbewegungen. Je nach Windgeschwindigkeit und Dauer wirkt ein reiner Triftstrom bis in unterschiedliche Tiefe: bei Windstärke 4 bis 60 m, bei Orkanen bis in wenige 100m. ... weiter
Der Südwind treibt das Oberflächenwasser vor Chile und Peru auf den Pazifik hinaus, und weil das Fortgetriebene an der Küste ersetzt werden muss, strömt kaltes Wasser aus Tiefen von 200 bis 400 Metern herauf. ... weiter
In den meisten Meeresgebieten bleiben die großen Strömungen weitgehend unbeeinflusst von den lokalen Winden. Gigantischen Förderbändern gleich transportieren sie Wasser in riesiger Menge von Nord nach Süd, von West nach Ost. ... weiter
Tropische Wirbelstürme tragen zum Abtransport von Wärme aus dem aufgeheizten Meer bei. Den in verschiedenen Regionen unterschiedlich benannten Stürmen (Hurrikane im Atlantik, Zyklone im Indischen Ozean, Taifune im Pazifik) liegt derselbe Mechanismus zugrunde. ... weiter
Wie bedeutend die Kopplung von Ozean und Atmosphäre für das Klimas ist, zeigt El-Niño: Eine warme Meeresströmung, ausgelöst durch eine Verschiebung der Hoch- und Tiefdruckgebiete im südwestlichen Pazifik, verdrängt in unregelmäßigen Abständen den Humboldtstrom. ... weiter
Für das globale Klima bedeutend ist der Austausch von Gasen zwischen Ozean und Atmosphäre und insbesondere der des Treibhausgases Kohlendioxid. Auch wenn die Konzentration dieses Gases in der Atmosphäre gerade mal 0,035 Prozent beträgt – mit steigender Tendenz. ... weiter












