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Thema Fischerei: Schwund der Meeresressourcen setzt sich weltweit fort

Trotz der Maßnahmen der Küstenstaaten und einiger guter Fortschritte schwinden die globalen Fischereiressourcen insgesamt weiter. Die stärksten Belastungen gehen nach wie vor von der Überfischung, der Verschmutzung und dem Verlust von Lebensräumen aus. Schwerpunkt der Politik- und Bewirtschaftungsmaßnahmen zum Schutz dieser Ressourcen muss es sein, die Überkapazitäten der Fischereiflotten abzubauen und Pläne zum Wiederaufbau der Meeresressourcen in die nationale politische und wirtschaftliche Entscheidungsfindung einzubinden.

 

Für mehr als eine Milliarde Menschen ist Fisch die wichtigste Nahrungsquelle. Das Bevölkerungswachstum, die steigende Nachfrage nach Fisch insbesondere in den Industrienationen und immer effektivere Fangmethoden belasten Wildfischbestände über die biologisch sicheren Grenzen hinaus. Der steigende Anteil von Fisch aus der Aquakultur mindert den Druck auf die Wildbestände nicht wirklich, denn das benötigte Futter stammt wiederum weitgehend aus dem Meer.

 

Im globalen Vergleich sind die Meere der Europäischen Union besonders stark überfischt. Der Fischereipolitik ist es über Jahrzehnten nicht gelungen, mit wirksamen Maßnahmen gegenzusteuern. Erst 2013 eröffnet sich mit der geplanten Reform der „Gemeinsamen Fischereipolitik“ (GFP) der Europäischen Union die Chance zur Umorientierung auf eine langfristig umweltgerechte und wirtschaftlich tragfähige Fischerei auch außerhalb der europäischen Gewässer. Denn die Fangflotten fischen auch vor der Küste Westafrikas oder im Südlichen Ozean und exportieren damit das Problem der Überfischung.

 

Im Unterschied zu den hochgerüsteten Fangschiffen gehen handwerkliche Fischer in vielen Regionen der Welt zum Teil mit einfachstem Fanggerät hinaus und konzentrieren sich dabei auf die küstennahen und geschützten Gewässer, auf die Korallenriffe oder Mangroven. Ohne ein wirksames Fischereimanagement unter Beteiligung der unmittelbar auf Fisch und Meeresfrüchte angewiesenen Menschen vor Ort ist auch hier eine nachhaltige Fischerei nicht zu erreichen.

 

Der globalisierte Markt für Fisch und andere Meeresfrüchte ist einer der ökonomischen Faktoren, die zur Überfischung der Meere beitragen. Jeder Einzelne kann dem entgegentreten und seinen Einfluss durch bewusstes Kaufverhalten geltend machen. Eine Entscheidung für Produkte aus nachhaltiger Fischerei leistet letztlich auch einen Beitrag zur Veränderung der Fischereipolitik.

 

Spezialthemen:

 

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Hintergründe:

 

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