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FARMC Projekt Philippinen: Phase II 2007-2008

Das Jahr 2007 hat in mehrfacher Hinsicht Veränderungen für das Projekt gebracht. Mit der Beendigung der ersten Projektphase fand ein Wechsel des philippinischen Kooperationspartners statt. Während anfänglich der PAMPANO, ein Dachverband der philippinischen Fischerorganisationen das Projekt geleitet hat und seinen Schwerpunkt in der Stärkung der lokalen Selbstorganisation der Fischer (Fisheries und Aquatic Resources Management Councils, FARMC) in den zehn Modellgemeinden hatte, ist mit dem Start der zweiten Phase Ocean Beacon, Inc. (OBI) mit der Leitung des Vorhaben vor Ort betraut. PAMPANO ist insbesondere mit der Durchführung spezieller Trainings auch weiterhin am Projekt beteiligt, die Kooperation mit dem Bureau for Fisheries and Aquatic Resources (BFAR) durch Dr. Gloria Diaz bleibt bestehen.

 

OBI wurde als NGO von Fachleuten mit überwiegend meereskundlichem Hintergrund gegründet (Präsidentin: Hilda Tabar-Cleofe). Als Teilnehmer an mehrmonatigen Fortbildungsmaßnahmen zum integrierten Küstenmanagement (IKZM) in Deutschland zwischen 1994 und 2007 haben sie Fachwissen erworben, das für die weitere Entwicklung des Projektes außerordentlich geeignet ist. Die Mehrzahl der Mitglieder von OBI hat das Projekt bereits seit Beginn neben der jeweiligen hauptberuflichen Tätigkeit in Verwaltung und Forschung als Honorarkraft begleitet.

 

Durch die philippinischen Regionalwahlen wurden in mehreren der am Projekt beteiligten Gemeinden die politischen Repräsentanten der Local Government Units (LGU) ausgetauscht. Für die Leiter der Fisheries und Aquatic Resources Management Councils (FARMC) wurden dadurch zahlreiche Gespräche mit den neuen kommunalen Vertretern (Bürgermeister, Governeure) erforderlich, um erneut die Bedürfnisse und Anliegen der Fischer und ihrer Familien dazulegen, für die Fortsetzung der bislang überwiegend guten Zusammenarbeit zu werben und entsprechende Vereinbarungen zu treffen. Dabei haben sich auch die zuvor während der ersten Phase durchgeführte Trainings (Core Building Training) als hilfreich erwiesen, die den Mitgliedern der FARMCs Selbstvertrauen sowie Einblick und Verständnis in die administrativen Abläufe des Gemeinwesens vermittelt haben.

 

Mobilisierung der Kerngruppen

Im Mittelpunkt der ersten und zweiten Phase steht die Bildung von Kerngruppen mit Leitungsfunktion der FARMC (Core Group Building), die Erhebung von Daten zur Kennzeichnung der ökonomischen und ökologischen Situation, die Schulung der Mitgliederschaft (z.B. marine Ökologie, Fischereibiologie, betriebswirtschaftliche Grundlagen, Katastrophenmanagement) sowie die Entwicklung von Managementplänen in den zehn Modellgemeinden. Darüber hinaus wurden kleine Mikroprojekte geplant und begonnen, die konkrete Anliegen aufgreifen (Einrichtung von Schutzgebieten, Aufforstung von Mangroven, Förderung ökotouristischer Initiativen etc.). Dies sind im Einzelnen:

 

 

San Isidro, Davao Als Teilbereich des MPA-Managements arbeitet FARMC San Isidro am Bau eines Aussichtsturms im Zentrum des Schutzgebietes.

In Lupon hat die Kerngruppe verschiedene Seminare durchgeführt, um die Selbstorganisationn des FARMC zu stärken und die Möglichkeiten der Mitglieder zu erweitern.

Jordan, Guimaras - dort besteht der ausgeprägte Wunsch, die im Laufe der Jahre gerodeten und dadurch verloren gegangenen Mangrovenwälder wieder aufzuforsten.

In Ibajay, Aklan wurde das Kerngruppen-Training bereits durchgeführt und die innere Organisation des FARMC gestärkt.

In Mariveles, Bataan wird das FARMC reorganisiert. Als das dringendste Problem wird die Verhinderung illegaler Fischerei gesehen.

In Aroroy, Masbate wurde die Kerngruppe erweitert. Zusätzlich zu den bereits ausgebildeten fünf Mitgliedern wurden weitere Trainings durchgeführt.

In Looc, Romblon wurde daran gearbeitet, die Fisherfolk-Organisation wieder zu aktivieren, die in der Vergangenheit vernachlässigt worden war.

Cardona, Laguna de Baý liegt an einem See-Ökosystem, für das eine spezielle Behörde zuständig ist, mit der das FARMC zusammenarbeitet.

Cuenca, Taal Lake - das FARMC von Cuenca äußert seine Besorgnis über den Zustand der endemischen Arten Maliputo and Tawilis aufgrund der Taal Lake Fischerei.

Calabanga, Camarines Sur, erwartet zunächst die nächsten Schritte des neuen Bürgermeisters in Bezug auf das FARMC.

 

 

Die Mitglieder der FARMCs, zu denen alle registrierten Fischer einer Gemeinde zählen, werden durch die geschulten Kerngruppen weiter angeleitet, indem diese ihr erworbenes Wissen weitergeben. Darüber hinaus werden unterstützende Workshops zu verschiedenen jeweils relevanten Themen abgehalten, die durch OBI-Mitglieder organisiert und vor Ort geleitet werden, z.B. zur Kenntnis mariner Organismen und deren Kartierung, zum philippinischen Fischereirecht, Katastrophenschutz (die Philippinen sind ein „Hot Spot“ in Bezug auf Naturkatastrophen wie Erdbeben, Vulkanismus, Taifune usw.).

 

Im Ergebnis sind während der ersten Projektphase die Grundlagen für eine lokales, partizipatives Küstenmanagement gelegt worden: die Fischer und ihre Familien in den zehn Modellgemeinden sind im Hinblick auf die Wahrnehmung ihrer durch das philippinsche Rechtssystem zugewiesenen Rolle bei der nachhaltigen Bewirtschaftung der lokalen Küstengewässer gestärkt worden.

 

Die Evaluation der unterstützten FARMCs war neben der Betreuung der Mikroprojekte ein Thema der zweiten Projektphase. Dazu nahmen Projektmitarbeiter an den FARMC-Sitzungen teil und gaben im Anschluss Rückmeldung über Sitzungsverlauf und Ergebnisse. Bislang haben die FARMCs von Looc, Lupon, San Isidro und Aroroy diesen Prozess bereits durchlaufen. Zusammen mit offiziellen Stellen des BFAR wurde zudem ein Fragenkatalog zur Einschätzung des Entwicklungsstandes ausgegeben, dessen Auswertung noch nicht abgeschlossen ist.

 

Mit der Zusammenstellung der Skripte der modular aufgebauten Trainingsprogramme und insbesondere durch deren Übersetzung von Tagalog ins Englische wurden die seit Projektbeginn entwickelten Unterrichtsmodule dokumentiert und können einem weiteren Anwendungsbereich zugänglich gemacht werden. Mit Vertretern der deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) wurde auf dieser Grundlage eine Kooperation bei entsprechenden Trainings für FARMCs im Bereich des von GTZ fokussserten Schwerpunktraumes (Visaya Sea) vereinbart.

 

FARMC-Datenbanksystem

Die Datenerhebung für das FARMC Datenbanksystem wurde fortgeführt. Dies beeinhaltet neben allgemeinen Daten zur Sitation in der Gemeinde auch die Registrierungsdaten der Fischer. Die Datenbank bietet einen geregelten Zugang zu Informationen wie der sozio-ökonomischen Profile sowie wichtige Daten über die Fischerei, die für das Küstenmanagement benötigt werden.

 

Fangstatistik als Werkzeug des Fischereimanagements

Wichtiges Instrument für ein nachhaltiges Fischereimanagement ist die Fangmengen Datenbank (Fish Catch Monitoring Database, „NEMO“). Nachdem die Software entwickelt worden ist wurde das System mit bereits vorhandenen Daten aus Sagay getestet und notwendige Änderungen und Verbesserungen an der Software durchgeführt. Inzwischen ist das System in verschiedenen FARMCs (z.B. Aroroy) installiert worden und dient zur Erfassung der täglich angelandeten Fangmenge und der gefangenen Fischarten. Dort, wo aus technischen Gründen noch keine EDV verfügbar ist (z.B. Calabanga, Looc, Cuenca) dienen entsprechende Formulare zur Datenerfassung. Begleitend hierzu finden spezielle Schulungen statt, um den reibungslosen Betrieb zu sichern. Wegen der organisatorischen Umstrukturierung des Projektes wurde die zweite Phase auf ein Jahr begrenzt.