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Kenia: Verbesserte Techniken zur Fischkonservierung

„Das Jahr begann für unser Projekt mit Veranstaltungen, sogar international, in denen wir unsere Arbeit und unsere Produkte präsentieren durften. Die kommenden Monate haben uns dann allerdings auch so manche Unzulänglichkeit unserer Solartrockner und Räucherofen präsentiert, die uns aufgehalten und immer wieder neu beschäftigt haben!“, sagt Projektleiter Peter Odote.

 

Ein Bericht von Peter Michael Oduor-Odote

Das Projekt zur Fisch-Verarbeitung durch solare Trocknung und Räuchern wird vom Kenya Marine Fisheries Research Institute (KMFRI) unter direkter Beteiligung der Gemeinden in Gazi und Shimoni an der kenianischen Südküste ausgeführt. Bereits 2006 wurde mit entsprechenden Untersuchungen in Shimoni und Gazi im Rahmen des Projektes „Zusammenarbeit mit Kenias Fischern“ begonnen und Pilotanlagen errichtet. Die verbesserten traditionellen Methoden zur Fischkonservierung dienen zur Herstellung qualitativ hochwertige Fischprodukte für den lokalen wie den regionalen Markt. Die mit dem Projekt eingeführte Verarbeitung ist umweltfreundlich und sichert die Versorgung mit hochwertigem Protein.

 

Projektfortschritt im Jahr 2011

Räucherfisch und solargetrocknete Fisch-Produkte, wurden im Labor kontrolliert bevor sie auf die Messe gelangten.
Für die Slow Fish Veranstaltung in Italien wird frischer Fisch angelandet und verarbeitet.
Ungeklärte Feuchtigkeitsansammlung unter der Glasabdeckung des Trockners in Shimoni.

Unser Projekt war in einige Aktivitäten eingebunden, die der Öffentlichkeit unsere Arbeit verständlich machen sollten. Wir haben auch gewisse Unzulänglichkeiten unserer Arbeitsgeräten festgestellt.

 

Teilnahme an der Mombasa International Show

KMFRI hat erneut an der Mombasa International Show zusammen mit dem Ministerium für Fischereientwicklung teilgenommen. Unter den ausgestellten Erzeugnissen waren die durch Räuchern und Solartrocknen veredelten Fischprodukte, die im Rahmen des von der Lighthouse Foundation finanzierten Projektes entwickelt und von den beteiligten Fischergemeinschaften an den Landingsites von Gazi und Shimoni hergestellt wurden.

 

Die größte Herausforderung bleibt die Vermarktung der Fischprodukte, wenngleich inzwischen Strategien entwickelt wurden, um die nationalen Märkte zu erschließen.

 

Teilnahme an der Nairobi International Trade Fair

Neben der Ausstellung in Mombasa hat KMFRI mit den Fischprodukten auch die Nairobi International Trade Fair besucht. Diese Messe wird sehr gut besucht und es bestand ein ausgesprochen hohes Interesse an unserem Fisch, wodurch die Frage der Vermarktungsstrategie wieder besonders in den Vordergrund trat.

 

Teilnahme an der Veranstaltung Slow Fish 2011 in Italien

KMFRI hat mit Unterstützung der Lighthouse Foundation an der diesjährigen Slow Fish im italienischen Genua teilgenommen. „Handwerkliche Fischerei: Eine bedrohte Spezies“ war der rote Faden der diesjährigen Ausgabe. Ohne die andauernde Ausbeutung der Meere und Ozeane zu ignorieren, sollte mit der Veranstaltung die Aufmerksamkeit auf die Menschen gerichtet werden, die weltweit ihren Lebensunterhalt durch Fischfang erhalten, die sich auch als Hüter des Meeres verstehen und die über einen großen Schatz an Erfahrung und traditionellem Wissen verfügen.

 

Wir haben gemeinsam mit der Mpaaji ni Mungu Frauengruppe aus Gazi die Fischerzeugnisse vorbereitet und nach Italien verschickt. An der Landigsite in Gazi haben wir die Gelegenheit zur Weiterbildung und ein weiteres Training in der Fischverarbeitung genutzt. Die Produkte wurden gut angenommen und die Damen noch ein paar Euros von den Leuten, Verkostung wurden die Fische.

 

Als eine Teilnehmerin war Mwanatumu Juma von der Mpaaji ni Mungu Frauengruppe nach Italien gereist, um ihre Arbeit mit Räucherofen und Solartrockner zu präsentieren. Dort berichtete sie den Veranstaltern auch über die “Beach Management Units" der Fischer, die die Fischerei an der Küste kontrollieren und verwalten helfen. Allerdings stellen sich immer weniger junge Menschen den Fragen der Fischerei und das traditionelle Wissen werde immer seltener von der älteren an die jüngere Generationen weitergegeben. "Sie ignorieren die traditionellen Wege, Dinge zu tun und die Umwelt zu erhalten!", wird sie auf der Webseite von Slow Fish zitiert.

 

Herausforderungen

Wir stehen vor Herausforderungen mit den Solartrocknern, die unterschiedliche Probleme machen. Das Gerät in Gazi ist aufgrund seines Alters und der vergleichsweise rauen Witterung schon stark geschädigt, außerdem gab es Fälle von Vandalismus. Abhanden gekommen sind die Trockengestelle für die Fische und andere Früchte, die elektrischen Schalter für die Photovoltaik sowie die Eisenplatten für die Abdeckung des Räucherofens. Wir bemühen uns, die Anlagen komplett zu überarbeiten und wieder herzurichten.

 

In Shimoni ist die Glasabdeckung des Solartrockner schon seit der Installation defekt. Die Ingenieure der Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology (JKUAT) unter Prof. Shitanda haben versucht, das Problem zu beheben, allerdings ohne Erfolg, so dass wir eine provisorische Lösung finden mussten . Noch immer gibt es keine Erklärung für die Feuchtigkeit, die sich unter bestimmten Glasabdeckungen sammelt und warum das Glas Risse bekommt und zerbricht. Die Erschließung des nationalen Marktes wird also unter diesen Bedingungen weiterhin Zeit und Ressourcen beanspruchen.

 

Mitteleinsatz

Der größte Teil der noch vorhandenen Mittel wird für die Reparatur und Wartung der Arbeitsgeräte eingesetzt werden müssen.

 

Danksagung:

Direktor KMFRI, Boaz Ohowa, Maurice Obiero, Maurice Omega, Shadrack Tunje, Milton Apollo

Kontakt:

Peter Michael Oduor-Odote

KMFRI

P.O.Box 816581

Mombasa

Kenya