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Kenia: Mariner Ressourcenschutz und Fischereimanagement

Partner: Coast-Rural Development Organisation (CRDO), Mombasa, Kenia

Beteiligte: Fischer und ihre Familien an der Küste südlich Mombasa, Kenia

Ökologie: Entlastung und Sicherung des stark überfischten Ökosystems Lagune und Riff

Ökonomie: Einführung eines Fischereimanagements sowie alternativer Einkommensquellen

Soziales: Stärkung der Gemeinschaft durch Selbstorganisation, Schulungen, Infrastruktur

Maßnahmen:

* Instandsetzung strandnaher Gebäude, den „Fishbandas“ als Treffpunkt für die Fischer

* Verarbeitung und Vermarktung von Fisch unter hygienischen Bedingungen

* Schulungen zu Fischereimanagement, Selbstorganisation und Marketing

* Förderung der Selbstorganisation der Fischer in „Beach Management Units“

* Einrichtung von Meeresschutzgebieten (MPA)

* Einführung von Fisch-Konservierungs- und Veredelungstechniken (Trocknung, Räuchern)

* Förderung alternativer, vom Meer unabhängiger Einkommensquellen

* Verbesserung der Arbeitssicherheit auf See

 

Das Vorhaben wurde Ende 2010 planmäßig beendet. Eine Fortführung ist mit einem anderen Projektansatz und einem anderem Partner geplant. Die Projektarbeit wurde 2010 in den Bereichen Selbstorganisation und Schulung in den Beach Management Units, Sicherheit auf See, Meeresschutz, alternativ Einkommensquellen und Fischverarbeitung fortgesetzt:

 

Wahl der Beach Management Unit

Gemeinsam mit dem Ministerium für Fischerei (Hauptsitz Mombasa) hat CRDO bereits 2008 ein Auditing Beach Management Units (BMU) erstellt. Eine der wichtigsten Empfehlungen betraf die Umstrukturierung der BMU, um die Anforderungen für ein Co-Management der Ressourcen in Zusammenarbeit mit der der Verwaltung zu erfüllen. Hierzu war es notwendig, zunächst in freier Wahl und in einem transparenten Verfahren die verschiedenen Funktionsstellen der Selbstverwaltung zu besetzen. Dies fand unter Beteiligung von CRDO zunächst in zehn Pilot-BMU statt, und zwar in Shimoni, Jimbo, Vanga, Bodo, Funzi, Majoreni, Wasini, Mkwiro, Kiromo und Likoni. Jeder BMU hat seither einen 9-11-köpfiges Komitee, das sich um Aufgaben im Zusammenhang mit dem Ressourcenmanagement und der weiteren Entwicklung befasst.

 

Vereinheitlichung eines BMU-Schulungshandbuchs

Es gibt drei verschiedene Schulungsunterlagen für BMUs, die aus den Erfahrungen am Viktoriasee abgeleitet wurden. Allgemein wurde es für nötig erachtet, diese Manuale zu überprüfen und zu einem zusammenzuführen, um auch die Ausbildung der BMU und die Ökosysteme der Küstengewässer brauchbare Schulungsunterlagen zu haben.

 

Das Ministerium für Fischerei benannte ein Gremium aus fünf Beamten um diese Aufgabe gemeinsam mit CRDO durchzuführen. Das Team hat das BMU-Trainingsmodul in der Version „Meeresküste“ produziert. Das Handbuch wurde erfolgreich in der Ausbildung von sechs BMUs im Bereich Tiwi-Diani (25.10. bis 5.11.2010) eingesetzt, die in der Moana Forschungsstation der University of Nairobi in Diani durchgeführt wurde. Dieses Training wurde von ReCoMaP finanziert. Eine fünftägige BMU-Schulung (18. bis 22.10.2010) für BMUs aus Majoreni, Shimoni, Kibuyuni und Wasini wurde von der East African Wildlife Society durchgeführt und durch CRDO, Pakt Kenya, Eco-Ethics, Cordio und WCS unterstützt. Entsprechende Schulungen in den anderen verbleibenden BMUs werden 2011 beginnen.

 

Der Film beleuchtet die Lebenssituation der Küstenbewohner. Die steigende Zahl derer, die ihren Lebensunterhalt wegen fehlender Alternativen durch Fischfang mit einfachsten Mitteln bestreiten müssen, hat auch das Problem der Überfischung in den strandnahen Gewässern im südlichen Kenia verstärkt.

 

 

Memorandum of Understanding

Um die Arbeit der zahlreichen an der Küste tätigen NGOs zukünftig steuern zu können, hat das Ministerium für Fischerei die NGOs durch ein Memorandum of Understanding gezwungen, ihr Engagement auf bestimmte geographische Bereich zu fokussieren. Danach liegt das Tätigkeitsfeld von CRDO an den Landingsites zwischen Bodo und Vanga während z.B. PACT Kenya dem Bereich Munje bis Tiwi zugeordnet wurde. Das von CRDO mitentwickelte Organisations- und Schulungskonzept wird nun von allen beteiligten NGOs in den jeweiligen Landingsites umgesetzt.

 

Diese Zusammenarbeit hat sich positiv auf die weitere Arbeitsmöglichkeit von CRDO nach dem Auslaufen der Förderung ausgewirkt. CRDO ist weiterhin an den Schulungen in Majoreni, Shimoni, Wasini und Kibuyuni beteiligt, die nun von der East African Wildlife Society durchgeführt werden. Die ökologische Untersuchung des Schutzgebietes in Kibuyuni wird durch ReCoMaP ermöglicht.

 

Sea-and-Rescue Team (SART)

CRDO startete einen integrierten Ansatz zur Katastrophenvorsorge durch ein spezielles Training für Fischer (Mitglieder der BMU) in Shimoni, Mkwiro und Kibuyuni. Die Teams (SART) wurde in Methoden der Rettung von Menschenleben und medizinischer Ersthilfe geschult und im März 2010 zertifiziert. Einheitliche T-Shirts dienen der Identifikation und Motivation der Gruppenmitglieder. Das Team hat bereits einige Einsätze im Bereich Shimoni-Wasini erfolgreich durchgeführt. Derzeit ist die Gruppe mit der Ausbildung andere Fischer beschäftigt. Die Initiative soll eine Verringerung der Unfallzahlen auf See bewirken. CRDO kooperiert mit dem Ministerium für Fischerei in dieser Angelegenheit im Hinblick auf einen Ausbau der Initiative.

 

Meeresschutzgebiet als Locally Managed Marine Area (LMMA)

Das Konzept der LMMA entwickelt sich zu einem Werkzeug, das über den Naturschutz hinaus auch Aspekte der Entwicklung, der Gesundheit und Gerechtigkeit. CRDO hat die Einrichtung der ersten LMMA mit Mangrovenschutzgebiet an Südküste von Mombasa initiiert. In Partnerschaft mit anderen Akteuren hat die Gemeinde Kibuyuni die Verwendung von destruktiven Fanggeräten in ihrem Einflussbereich untersagt.

Die LMMA ist eine No-Take-Zone und wurde mit Bojen gekennzeichnet. Eine ökologische Untersuchung wurde von den anerkannten Meereswissenschaftlern Tim Maclahan und Dr. Muthiga Nyawira von der Wildlife Conservation Society (WCS) durchgeführt. Das Hauptziel der Erhebung war es, ökologische Informationen über die biologische Vielfalt innerhalb der Kibuyuni LMMA zu sammeln und zusammenzutragen. Obwohl bereits einige Erhebungen von WCS mit Unterstützung von ReCoMaP abgeschlossen wurden, soll in einer umfassenden Untersuchung ein Überblick auch über die bislang unberücksichtigten Bereiche erarbeitet werden.

 

Die LMMA-Komittee hat eine eintägige Schulung zum LMMA Management erhalten. Drei Mitglieder der LMMA-Scouts haben am Training der SARTeams teilgenommen. Für eine wirksame Überwachung der LMMA gegen Wilderei hatte die Gemeinde mit der Errichtung eines Wachturms begonnen, der wegen fehlender Mittel zunächst nicht vollendet werden konnte.

 

Nach dem Vorbild der Kibuyuni haben andere Gemeinden wie Nyari Tiwi und Msambweni das LMMA-Konzept übernommen. Die 27 Hektar große Kibuyuni-LMMA ist ein Beleg dafür, dass auch kleine Gemeinden für die Erhaltung und Bewirtschaftung ihrer Ressourcen Sorge tragen können. Es gibt Hinweise darauf, dass sich der Fischbestand in der LMMA erholt.

 

Meereskundliches Bildungsprogramm für Schulen

Dieses Programm wurde durch eine Freiwillige aus dem deutschen „Weltwärts“-Programm, koordiniert durch die Artefact GmbH, durchgeführt.

Die Mobilisierung für die bewusstseinsbildende Maßnahme in den Schulen wurde Anfang September 2009 begonnen. An vier Schulen bildeten sich Majisafi oder Öko-Clubs und zwar in Likoni-Shelly Beach, Wasini, Shimoni und der Mzizima-Grundschule in Shimoni). Zu jedem Club gehörten etwa 20 Schüler und zwei Lehrer. Zu den Aktivitäten gehörten Schwimmkurse, eine Einheit über die Abfallproblematik, die Teilnahme an verschiedenen Aktionstagen.

 

"Sustainable livelihood programme" in Gazi

Zur Umsetzung des KMFRI-Projektes über die „Veredelung von Fisch durch Solartrocknung und Räuchern“ hat CRDO beigetragen, indem ein Trainingshandbuch für die beteiligte Frauen-Gruppe Mpaji ni Mungu und die Fischer-Organisation zum Thema Geschäftsplanung und Gruppendynamik entwickelt wurde. Mpaji ni Mungu hat weitere Unterstützung von CRDO in Bezug auf Marktrecherchen erhalten. Die Frauen erhielten ein Gebäude, das als Kantine genutzt wird und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Räucherofen und dem Solartrockner steht. Mpaji ni Mungu ist einer der Nutznießer der von CRDO ausgegebenen Mikrokredite, die maßgeblich zur Stärkung und Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeit geführt haben. (Weitere Gruppen, die von Mikrokrediten profitieren konnten sind in Bodo, Kibuyuni (Nagajeza Self Help Group), Mamboleo Fischerei Group (Likoni), Mbweni Beekeeping & Conservation Group (Majoreni)).

 

Aktivitäten in Majoreni und Kibuyuni

Die Verbindung von Naturschutz und alternativen Einkommensmöglichkeiten bietet die Bienenzucht in Mangrovenwäldern und die Silvofischerei. Die nicht nachhaltige Nutzung der Mangrovenwälder hat zum Verlust von Waldflächen geführt. Mit ihrem weitgehenden Verschwinden wurde auch die wirtschaftliche Nutzbarkeit und die Stabilität des Ökosystems Küste stark eingeschränkt.

 

In beide Gemeinden sind in noch weitgehend intakten Mangrovenbereichen mehr als 100 Bienenstöcke traditionaller Bauart ausgebracht worden, von denen mehr als 40 relativ schnell von Bienenvölkern angenommen wurden. Die dadurch erzielten Erträge aus der Ernte haben andere Gemeinden von der Bedeutung der Mangroven und der Notwendigkeit ihrer Erhaltung zur nachhaltigen Rohstoffgewinnung überzeugt. Diese Imkerei-Gruppen haben eine intensive Ausbildung in Honigverarbeitung und Verpackungstechnik während zweier Besuche im Ausbildungszentrum Kwetu nördlich von Mombasa erhalten.

 

Das Konzept der Silvofischerei nutzt natürlicherweise Mangrovenfreie Bereiche innerhalb eines Mangrovengebietes (z.B. in geschützten Mündungsbereichen des Prielsystems), um dort kleine Teichanlagen anzusiedeln, deren Erstbesatz mit Wildtieren durch das Hochwasser eingespült wird und der anschließend durch Netze an der Flucht gehindert wird. In Majoreni wurde eine erste Teichanlage eingerichtet, die insbesondere der Aufzucht von Schlammkrebsen dienen soll.

 

Das Silvokultur-Projekt in Majoreni wurde zunächst ohne wissenschaftliche Begleitung begonnen. CRDO engagierte hierzu nachträglich Experten von NEMA, KMFRI und Kenia Forest Service, die bei zwei Besuchen vor Ort waren. Aufgrund der vielen Flussmündungen an der Küste Majorenis, empfahlen die Experten, das Potenzial für einfache Fischzucht und Krabbenaufzucht zu nutzen. Wegen fehlender Mittel zur Durchführung der geforderten Umweltverträglichkeitsprüfung wurde das Projekt vorerst gestoppt.

 

Networking und Partnerschaften

CRDO hat Partnerschaften mit Fischerdörfern entlang der Südküste von Kenia gegründet und sich auf verschiedenen Treffen für eine verbesserte Kommunikation zwischen NGOs, Verwaltung und Fischergemeinden eingesetzt.

 

 

In den Straßen von Stone Town, auf Pemba Island und auf dem Festland Tansanias sind die Spielstätten des ZIFF. 2010 mit dabei war das Video "Custodians of the sea", ein Portrait des Projektes und der Menschen an der Küste Kenias.

Karten

Der Küste im Süden sind Korallenriffe vorgelagert, die die Wellen des Indischen Ozeans brechen und eine Lagune entstehen lassen. Diani Beach ist Ziel des Tourismus.