Test Design Lighthouse


Die Sanierungsarbeiten sind fast abgeschlossen, die Gruppenräume sind fertig und nutzbar. Erste Seminare haben im Lotsenhaus stattgefunden, es liegen Anmeldungen für weitere Veranstaltungen vor. Die Lotseninsel kommt damit dem Ziel, ein lebendiges Bildungszentrum für nachhaltige Entwicklung zu werden, ein gutes Stück näher.

 

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Die Lotseninsel liegt inmitten einer in Jahrhunderten gewachsenen Kultur- und Naturlandschaft. Hierher gelangt man nur auf dem Wasserweg, denn die Lotseninsel wird durch das Naturschutzgebiet Oehe-Schleimünde vom Land getrennt, einem der ältesten Schutzgebiete inDeutschland.

 

In der räumlichen Enge und Begrenztheit ist es nicht einfach allen Interessen gerecht zu werden. Doch gerade dies ist ein Ziel von Projekten der Lighthouse Foundation, um ein Beispiel für eine an den Prinzipien der Nachhaltigkeit orientierten Lebensweise zu geben.

 

Die Zukunft der Lotseninsel

Der hohe Nutzungsdruck während der Sommermonate und die Nähe zu besonders wertvollen und empfindlichen Naturflächen erfordert ein ausgewogenes Konzept für die langfristig umweltgerechte Nutzung der Lotseninsel. Direkt nach dem Kauf hat die Stiftung begonnen, mit den Nutzern und Akteuren über die Situation auf der Lotseninsel zu sprechen und Zukunftsperspektiven zu erörtern. Ein wichtiges Zwischenergebnis ist die Aufstellung eines Flächennutzungs- und Bebauungsplans, der im Januar 2012 in Kraft getreten ist. Damit gibt es eine gesicherte Planungsgrundlage für die Aktivitäten und die weitere Entwicklung auf der Insel.

 

Das Leitbild

Die Lotseninsel ist ein lebendiges und auch wirtschaftlich tragfähiges Zentrum für Naturerleben und Umweltbildung. Viele Besucher nutzen die Insel ohne die sensible Natur im Umfeld zu schädigen. Die Lotseninsel Schleimünde ist ein Beispiel für einen bewussten und sparsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

 

Renovierung des Lotsenhauses abgeschlossen

Die Spuren der Erdarbeiten rund um das Lotsenhaus sind zwar noch deutlich sichtbar doch im Haus haben die Handwerker mit dem Treppenhaus auch die letzte Baustelle noch im Dezember 2011 fertig gestellt. Bereits im Spätsommer wurde das absehbare Ende der zweijährigen Bauzeit mit einem kleinen Fest gemeinsam mit den beteiligten Firmen und ihren Mitarbeitern gefeiert. Gleichzeitig konnte der Verein Jordsand als Mieter im Lotsenhaus die neuen Wohnräume für Vogelwart und Referenten im ersten Obergeschoß übernehmen. Parallel dazu sind auch die für eine Gruppennutzung vorgesehenen Räume wohnlich hergerichtet und möbliert worden. Während laufender Bauarbeiten haben erste Gäste die Unterkunft im Sommer ausprobiert und noch rechtzeitig wertvolle Hinweise auf verbesserungs- und veränderungswürdige Details gegeben.

 

Wichtige Teilschritte in der Entwicklung der Baustelle Lotsenhaus war 2011 der Austausch der Ölheizung und der Öltanks gegen ein Holzpellet-Heizsystem. Neben dem ökologischen Vorteil der neuen Heizung im Hinblick auf das Klima werden mit der Umstellung auch zwei weitere Probleme gelöst. Zum einen birgt ein Heizöllager an einem sensiblen Standort eine große Verschmutzungsgefahr, zum anderen ist der Transport des Heizöls zur Lotseninsel mit einem Tankschiff aufwändig und teurer als der Brennstoff selbst. Das neue Heizmaterial kann als Sackware problemlos angeliefert und gefahrlos bevorratet werden.

 

Mit der neuen Zentralheizung ist eine wichtige technische Einrichtung des Lotsenhauses erneuert worden. Weil vor allem im Sanitärbereich des Hafens in der Hafenmeisterei während der Saison viel erwärmtes Wasser benötigt wird, wurde hier eine Solarthermie-Anlage installiert und bereits in Betrieb genommen. Von grundlegender Bedeutung war allerdings die Lösung des Trinkwasserproblems. Da sich die vor Jahren installierte Filteranlage als ungeeignet erwiesen hatte, wurde nun ein neuer tiefer Brunnen gebohrt, der inzwischen auch eine brauchbare Wasserqualität liefert.

 

Doch auch von außen ist der Fortgang der Arbeiten zu erkennen. Der Haupteingang hat eine zum Haus passende neue Tür erhalten, der Dachüberstand eine neue Verkleidung. Die Fassade wurde ausgebessert und wetterfest gemacht. Innen erhielt der Fußboden im Erdgeschoß einen neuen Belag, die Haupttreppe wurde erneuert und die elektrische Anlage fertiggestellt.

 

Probebetrieb als Zentrum für Umweltbildung

Dem Baufortschritt entsprechend wurden die Räumlichkeiten mit Mobiliar ausgestattet und im August erstmal versuchsweise als Gästeunterkunft im Rahmen des Kulturfestivals unmarked_space genutzt. Weitere Gruppenaufenthalte ergaben sich im September und Oktober.

 

Entflechtung der Nutzungsbereiche

Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA Lübeck) nutzt zum Betrieb seiner technischen Anlagen auf der Lotseninsel unterschiedliche Räumlichkeiten in verschiedenen Gebäuden der Lotseninsel. Um Interessenkonflikte zukünftig zu vermeiden, wurde bereits vor längerem eine Entflechtung der Nutzungsbereiche von WSA und den anderen auf der Lotseninsel vertretenen Parteien vereinbart. Eine besondere Hürde wurde jetzt mit der Verlegung des so genannten Pegelkabels vom Messgerät in der Ostsee direkt in das WSA-eigene Schalthaus aus dem Weg geräumt. Damit könnte einer der beiden Räume in der Hafenmeisterei endlich einer angemessenen Nutzung zugeführt werden.

 

Nah am Wasser gebaut

Brandungswellen und hoher Wasserstand fordern an Schleimündes Küstenlinie immer wieder Tribut. Trotz Steinmolen und Wellenbrecher nagt die Ostsee weiter am Strand der Lotseninsel. Unmittelbar vor dem Lotsenhaus wurde 2011 das seeseitige Fundament der alten Schutzmauer durch tonnenschwere Findlinge und eine Stegkonstruktion aus starken Eichenbohlen gegen die Wirkung des Wellenschlags gesichert.

 

Die erste Bewährungsprobe hat die neue Anlage bereits bestanden. Starker Ostwind und Hochwasser mit einer Höhe von etwas mehr als einem Meter über dem mittleren Wasserstand haben der Konstruktion nichts anhaben können und den nicht unbeträchtlichen Aufwand für deren Errichtung gerechtfertigt. Dass es an dieser Stelle einmal einen schönen Sandstrand gegeben hat, kann man sich heute kaum noch vorstellen.

 

Kultur-Veranstaltungen auf der Lotseninsel

Die Reihe „Inselmomente“ bietet Künstlern die Möglichkeit auf der Lotseninsel und im Lotsenhaus für eine gewisse Zeit zu arbeiten. 2011 waren der Schriftsteller Matthias Jeschke und die Filmemacherin Friedericke Rückert zu Gast auf der Lotseninsel. Die Reihe wird im Februar 2012 fortgesetzt von Birgit Rautenberg-Sturm, die Druckgrafik herstellen wird.

 

Zum zweiten Mal ist die Lotseninsel 2011 Schauplatz der Kulturwoche „unmarked_space“. Im August präsentierten rund 50 internationale Kunst- und Kulturschaffenden aktuelle Arbeiten. Wie die zahlreichen Helfer verzichten sie auf ihre Gagen – anders wäre das Projekt nicht finanzierbar. Das Flair der Umgebung scheint indes allerhand Anziehungskraft zu entwickeln: Im Jahr 2010 zählte man über 1.000 Besucher in vier Tagen und auch 2011 erwartete das Publikum eine bunte Mischung aus Schauspiel, Tanz und Performance, aus Malerei, Skulptur und Film. Tägliche „Think Tanks“ reflektieren zudem in Vorträgen und Diskussionsrunden Themen rund um das Problemfeld Mensch und Natur – eine Zugabe, die Projektinitiator Thimo Plath nicht als Zugeständnis an den Gastgeber, sondern als willkommene Erweiterung des Programms versteht.

 

„Amöben“ hieß das Motto, ein Begriff, der Plath gut gefällt. „Amöben sind die einfachsten Lebewesen, die dennoch die komplexesten Dinge tun können.“ Zum Beispiel das Chaos organisieren und durch einfaches Andocken größer werden – wie unmarked_space. Seit ihrer Gründung 2005 ist die jährliche Kulturwoche, die bis 2009 auf der Halbinsel Holnis vor Flensburg durchgeführt wurde, durch verfeinerte Netzwerke stetig gewachsen. Der Umzug auf die Lotseninsel macht die Sache für Plath indes erst richtig rund: „Das Projekt war von Anfang an für eine Insel gedacht. Für Teilnehmer und Publikum hat es einfach eine größere Intensität, wenn der Aufwand getrieben werden muss, sich auf eine Insel zu begeben, von der man auch nicht so einfach wieder weg kommt. Wichtig ist, dass man sich bewusst auf den Weg macht.“ Der gebürtige Flensburger weiß sehr genau, wie es sich anfühlt, von der Großstadt in die Abgeschiedenheit der Insel einzutauchen.

 

Die „Genießerlandtour“ der Stiftung Naturschutz führte 2011 wieder nach Schleimünde. Mit ihrem Kriminalroman „Schleimünde“ waren die Autoren Frank Thiermann und Andreas Köpke im September zu einer Lesung auf der Lotseninsel. Aus Sicht der Stiftung war es auch ein interessantes Experiment, denn kulturelle oder andere Veranstaltungen dieser Art werden auch in Zukunft Teil des Gesamtkonzeptes Lotseninsel sein.

 

 

 

10/27/08

Die Lighthouse Foundation ersteigert die Lotseninsel

Die Lighthouse Foundation, gemeinnützige Stiftung für die Meere und Ozeane, hat die Lotseninsel an der Mündung der Schlei ersteigert. Nach wochenlanger Ungewissheit über ihre Zukunft wird damit dieser ebenso besonders interessante wie sensible Bereich der schleswig-holsteinischen Ostseeküste langfristig für die Allgemeinheit gesichert und nicht privaten Interessen geopfert.

 

Das schleswig-holsteinische Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) haben sich auf den Verkauf der bisher im Bundesbesitz befindlichen Lotseninsel am Übergang der Schlei zur Ostsee an die Lighthouse Foundation geeinigt.

 

Die Lotseninsel ist der südliche Zipfel einer Halbinsel am Ausgang der Schlei in unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet Oehe-Schleimünde. Genutzt wird das etwa 8.000 Quadratmeter große Gelände mit seinen Gebäuden durch den „Verein Jordsand“, den Verein „Naturnaher Wasserwanderplatz“ und den Betreiber des kleinen Restaurants „Giftbude“.

 

Etwa 3.000 Besucher werden derzeit jährlich über das Naturschutzgebiet und die ökologischen Besonderheiten von Ostsee und Schlei durch den „Verein Jordsand“ informiert. Schulklassen aus Hamburg und Schleswig Holstein nutzen das Lotsenhaus für Umweltbildungsprojekte und Seminare. Von hier aus wird die unter Schutz stehende natürliche Strandwalllandschaft des Naturschutzgebietes Oehe-Schleimünde durch Zivildienstleistende und FÖJ-lerInnen des Vereins ganzjährig betreut und interessierten Besuchergruppen auf Führungen gezeigt.

 

Der Sportboothafen stellt neben Liegeplätzen für Sportboote und angemessenen sanitären Anlagen auch ein Gelände für Wasserwanderer zum Zelten bereit, das allen Interessierten offen steht. Eine weit bekannte Attraktion ist die kleine Gaststätte „Giftbude“, die für Wassersportler und Tagesgäste ein kleine Gastronomie bereit hält.

 

Besonders wertvoll ist die Lotseninsel aus Sicht der Lighthouse Foundation aber durch ihre Lage am Ausgang der Schlei und die enge Verzahnung mit dem Naturraum, die den Besuchern ein besonderes Naturerlebnis ermöglicht. Die touristische und kulturelle Beanspruchung erfordert dementsprechend ein ausgewogenes Konzept für eine langfristig umweltgerechte Nutzung durch die verschiedenen Interessengruppen. Dafür haben sich die bisherigen Pächter von Sporthafen, Gaststätte und Lotsenhaus bereits langjährig eingesetzt und eine Balance zwischen ökologischen und ökonomischen Ansprüchen gefunden.

 

Dieser an sich schon einmalige und noch ausbaufähige Zustand wurde durch die Verkaufsabsichten des Bundes in Frage gestellt. Lokale und landesweite Initiativen zum Erhalt der derzeitigen Situation waren erfolglos. Die betroffenen gemeinnützigen Vereine wollten die Immobilie nur zu gern erwerben, waren aber nicht in der Lage das notwendige Kapital kurzfristig aufzubringen. Das private Interessenten auch in Zukunft den öffentlichen Zugang insbesondere zum Lotsenhaus gewähren würden, schien zumindest fraglich.

 

Durch das Engagement der Lighthouse Foundation ist die Lotseninsel für die Allgemeinheit gerettet. Dabei stellt der Kaufpreis von 655.000 Euro für die Lighthouse Foundation einen erheblichen finanziellen Kraftakt dar und auch zukünftig wird die Erhaltung der Lotseninsel weitere Investitionen erfordern.

 

 

Kontakt zur Lotseninsel:

Lighthouse Foundation

Kanalstraße 67a

D-24 159 Kiel

 

Telefon: 0431 668 468 0

Email: Lighthouse Foundation

 

 

Lotseninsel 2014: Jahresbericht

Die Lotseninsel Schleimünde hat jetzt ihre eigene Webseite! Unter www.lotseninsel.de erfahren Sie alles über das Projekt und die Insel. ... weiter