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Geschichte der Krillfischerei

 

Das Interesse an der Krillfischerei erwachte in den 1960ern, als man eine Gesamtfangmenge von 150 Millionen Tonnen abschätzte, die dem “Krillüberschuss” entsprach, der durch die starke Reduktion des Bestands an Bartenwalen entstand (Ichii 2000). Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Entwicklung der Krillfischerei war die Festlegung von „Exclusive Economic Zones“ (EEZs; 200-Meilen-Wirtschaftszonen) in den späten 1970ern, was zur Folge hatte, dass Fischfangnationen, die in entfernten Gewässern operierten, nun in internationalen Gewässern nach neuen Fischgründen suchten (Nicol u. Endo 1999).

 

Antarktische Krillfänge (Tonnen) in der CCAMLR Area, nach Ländern (Quelle: CCAMLR, 2005: Statistical Bulletin, Vol. 17 (Electronic Version). www.ccamlr.org)

In den 1970ern wurde die Krillfischerei in der UdSSR durch umfangreiche Subventionen gefördert. Die Krillfischerei der UdSSR wurde damit in dieser Dekade weltweit führend. Die höchsten Fangraten wurden mit über 500,000 Tonnen in den frühen 1980ern erzielt. Probleme bei der Verarbeitung des Krills und ein wachsendes Interesse an Lachs führten in den Fangperioden 1982/83 und 1983/84 zu einem beträchtlichen Rückgang. Von 1986 bis 1991 stabilisierte sich die jährliche Fangrate bei 350,000–400,000 Tonnen. In den darauf folgenden Fangperioden fiel die Fangrate weiter, weil die sowjetische Fangflotte nach der Auflösung der UdSSR ihre Tätigkeit einstellen musste (Ichii 2000). Die Fangrate des Antarktischen Krills war in der letzten Dekade mit etwa 100,000 Tonnen relativ stabil, ein ansteigender Trend ist aber klar zu erkennen (siehe Tabelle).

 

Entwicklung des Fangs von Antarktischem Krill im CCAMLR-Gebiet 1993–2004. Quelle: CCAMLR 2005. Statistical Bulletin, Bd. 17 (Elektronische Version)

Die Fangrate der letzten drei Jahre betrug in etwa 120,000 Tonnen. Auf der Grundlage von durch Fischfangnationen eingesandte Absichtserklärungen zur Krillfischerei,haben die zuständigen Gremien der CCAMLR für die Fangsaison 2004/05 eine Fangmenge von etwa 160,000 Tonnen Krill geschätzt, was gegenüber vorangegangener Jahre eine erhebliche Steigerung darstellt. Eine wichtige Tatsache dabei ist, dass die Fischerei von einer wachsenden Zahl von Ländern betrieben wird, zu denen auch Nicht-Mitglieder der CCAMLR gehören, was auf ein steigendes internationales Interesse an der Krillfischerei hindeutet (SC-CCAMLR 2004).

 

Es sind neue Entwicklungen bei den Aquakulturen und Verbesserungen der Fang- und Verarbeitungstechniken, die zu diesem wachsenden Interesse der Fischereiindustrie führen, große Mengen von Krill im Südlichen Ozean zu fischen. Die CCAMLR steht nun vor der Herausforderung, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen und im Südlichen Ozean Fangquoten festzusetzen, um Auswirkungen der Fischerei auf die marinen antarktischen Arten zu verhindern, bevor die Krillfischerei expandiert.

 

 

Literatur:

  • CCAMLR.  2005.  Statistical Bulletin, Vol. 17 (Electronic Version).  www.ccamlr.org
  • Ichii, T. 2000. Krill harvesting. In: Krill: Biology, Ecology and Fisheries – (I. Everson, eds.) Fish and Aquatic Resources, Series 6. Blackwell Science, Oxford: 228-262.
  • Nicol, S. and Endo, Y. 1999. Review. Krill fisheries: development, management and ecosystem implications. Aquat. Living Resour. 12 (2): 105-120.
  • SC-CCAMLR. 2004. Report of the Twenty-Third Meeting of the Scientific Committee (CCAMLR XXIII), Hobart, Australia, 25-29 October 2004.