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Die Kosmonaut See

Prince Harald Coast, Prince Olav Coast und Enderby Land (Photo: NASA)

Die Kosmonaut See (zusammen mit der Lazarev See und der Riiser-Larsen See) erstreckt sich zwischen dem Weddellmeer und der Kooperationssee entlang der Nordostküste des Antarktischen Kontinents. Der Schelf ist hier deutlich schmaler als z.B. im Weddellmeer oder im Rossmeer und fällt auch wesentlich steiler zur vorgelagerten Tiefseeebene ab.

 

Der westliche Teil des Seegebietes wird vom Strömungswirbel des benachbarten Weddellmeeres beeinflußt. Das Wasser der Kosmonaut See ist ganzjährig nahe dem Gefrierpunkt und somit fast ständig eisbedeckt. Große Eisberge treiben durch das Meeresgebiet. Die küstenferne Navigation ist hier sehr schwierig, da gute Seekarten fehlen und die untermeerischen Vulkane die Schiffahrt behindern.

 

In den Jahren 1927 und 28 führte der Norweger Haakon Mosby eine wissenschaftliche Fahrt in die Lazarev See durch und entdeckte dabei die Bouvetinsel. In den nachfolgenden Jahren versuchte Norwegen, Forschungsstationen entlang der Antarktis-Küste aufzubauen. In den Jahren 1929 und 1930 umfuhr Mosby den Antarktischen Kontinent mit seinem Schiff ‘Norvegia’.

 

Die Bouvetinsel ist wohl als die einsamste Insel der Welt zu bezeichnen. In der heutigen Zeit, da der Wal- und Robbenfang im Südlichen Ozean deutlich zurückgegangen ist, wird diese Insel nur noch sehr selten von Menschen besucht. Bouvet ist von einer ca. 100 Meter mächtigen Eisschicht bedeckt und die steilen Eiskanten fallen über 500 Meter tief zum Strand aus schwarzen, vulkanischen Sanden ab. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs und zahlreiche Ausbrüche sind aus der Geschichte der Region überliefert. In der Nähe von Bouvet befinden sich noch weiter Inseln wie z.B. die Lindsay und Thompson Inseln; jedoch wurde die Letztere während einer großen Eruption vermutlich im Jahre 1895 fast völlig zerstört.

 

Wie man sich leicht vorstellen kann, ist das Wetter in diesem Meeresgebiet eher unwirtlich. Schönes Wetter ist extrem selten und die mittlere Temperatur ist sehr niedrig.

 

Wissenschaftliche Ergebnisse, die auch interessant für die menschliche Nutzung und die industrielle Anwendung sein können, ergaben sich vor einiger Zeit aus der Forschung über das Meeresleben in der Lazarev See. Demzufolge enthalten die Körper verschiedener antarktischer Fischarten Glykolmoleküle als Gefrierschutz, um im weniger als 0° C kalten Wasser überleben zu können. In den wissenschaftlichen Studien wurden die Gefrierschutz-Moleküle von etwa 40 Fischarten verschiedener Familien untersucht. Die Ergebnisse zeigten, daß einige der Fischarten den Gefrierschutz dauerhaft in ihrem Organismus speichern und daß andere Arten diese Moleküle bei Bedarf herstellen. Zudem wurde ein neues, bisher nicht bekanntes Molekül - bestehend aus Kohlenhydraten und verschiedenen Aminosäuren - entdeckt. Die Menge der in den Organismen enthaltenen Gefrierschutz-Moleküle hängt von der Wassertemperatur, der Fangtiefe und vom Lebenszyklus der Fische ab. Wenn der Prozeß der natürlichen Molekül-Herstellung erst einmal vollständig verstanden ist, kann diese Technik neue Wege in der industriellen Herstellung umweltfreundlicher Antigefrier-Substanzen weisen.

 

 

Wichtigste Inseln und Inselgruppen

Bouvet Insel

 

 

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