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Der Golf von Bengalen

Der nördlich Golf von Bengalen. Der Ganges verfrachtet große Mengen Sediment über die zahlreichen Flussläufe des Deltas in den Indischen Ozean. In der Bildmitte des SeaWiFS-Photo sind die geschützten Mangroven-Sümpfe des Sundarbans als grüne Insel zu erkennen. Links darüber ist Kalkutta, viertgrößte Stadt der Welt, als langgestreckte, rosafarbenen Fläche zu erkennen.

Der Golf von Bengalen im Nordosten des Indischen Ozeans liegt zwischen der indischen Halbinsel im Westen und Burma (Myanmar) im Osten.

 

Ebenso wie das Arabische Meer ist auch der Golf von Bengalen stark durch den Indischen Subkontinent und den Himalaya beeinflusst. Die zahlreichen in den Golf entwässernden Flüsse wie der Ganges haben fruchtbare und dicht besiedelt Deltaebenen ausgebildet. Weil sich der Schwemmkegel des Ganges weit bis in den Golf von Bengalen hinein ausdehnt, ist der nördliche Golf von Bengalen flach ausgebildet und fällt nach Süden nur langsam auf größere Wassertiefen ab. Demgegenüber gehen die schmalen, festländischen Schelfbereiche im Osten und Westen steil in die Tiefsee über.

 

Der hohe Zustrom von Süßwasser reduziert den Salzgehalt der Küstengewässer. Vor allem im Herbst, wenn die Flüsse Hochwasser führen, kann der Salzgehalt auf unter 20 Promille absinken. Der Eintrag von Süßwasser ist dann noch weit bis in den offenen Ozean hinein nachweisbar.

 

Die Oberflächen-Zirkulation im zentralen Golf von Bengalen strömt links herum, während die äußeren Wassermassen - beeinflusst durch den Süßwasserzustrom - rechts herum zirkulieren. Jedoch werden die nordwärts gerichteten Strömungen (Frühjahr und Sommer) entlang der indischen Küste während des Herbstes und des Winters durch südwärts gerichtete Wasserbewegungen ersetzt. Diese Strömungsumkehr hat ihre Ursache in den vorherrschenden Windrichtungen während des Südwest- und des Nordost-Monsuns. In den Übergangsphasen zwischen beiden Monsun-Phasen ist die ozeanographische Situation wesentlich komplizierter.

 

Garnelen und Thunfisch sind die wichtigsten Exportartikel der Region. Der Fischfang wird von den Küstenbewohnern noch weit überwiegend mit Handnetzen durchgeführt - diese Art Fischfang macht ca. 60 bis 90 Prozent der gesamten regionalen Fänge aus. Die küstennahen Fischarten sind jedoch im Unterschied zu Hochsee-Arten nahezu überfischt.

 

Viele der Mangrovenwälder entlang der Küste sind bereits vernichtet und etliche Tier- und Pflanzengesellschaften sind bis auf wenige Restbestände dezimiert worden. Die Garnelenfänge entlang einiger Küstenstreifen sind infolge der starken Belastung mit Industrie- und Landwirtschafts-Schadstoffen stark zurückgegangen. Die Konzentrationen vieler Schadstoffe liegen bereits über den erlaubten Grenzwerten und sind in der Nähe von Häfen und Städten besonders hoch.

 

Die umgebenden Küstengebiete des Golfs von Bengalen wurden früh von den Portugiesen kolonialisiert. Einer der wichtigsten Orte war Sao Tomé de Melipore nahe dem heutigen Madras in Indien. Im Jahre 1522 erbauten die Portugiesen dort eine Kirche und bereits ein Jahr später war eine kleine Stadt entstanden. Mit Beginn des 17. Jahrhunderts war Sao Tomé für damalige Verhältnisse eine große Stadt. Obwohl die Europäer sicherlich eine wichtige Rolle in der historischen Entwicklung der bengalischen Region spielten, so waren sie doch eher Nachfolger früherer Kulturen als Initiatoren der Entwicklung insgesamt. Heute glauben die Wissenschaftler, dass der Einfluss des frühen europäischen Handels auf diese Region überbewertet wurde. Es konnte gezeigt werden, dass der Anteil asiatischer Händler am regionalen Im- und Export z.B. von Textilien und Rohseide im Golf von Bengalen auch noch im mittleren 18. Jahrhundert größer war als derjenige der Europäer.

 

 

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