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Das Arabische Meer, das Rote Meer und der Persische Golf

Ein starker Sandsturm über dem Iran und Pakistan bläst Staub in einem ausgedehnten Wirbel weit auf die Arabische See hinaus (Photo: NASA, SeaWiFS)

Arabisches Meer

 

Der nördliche Teil des Arabischen Meeres fällt langsam über den Indus Schwemmkegel in das tiefe Arabische Becken ab. Breite Schelfe liegen entlang der Westküste Indiens, während die meisten anderen Küstenlinien von schmalen, steilen Kontinentalhängen gekennzeichnet sind. Die untermeerische Carlsberg-Erhebung stellt die südliche Grenze des Arabischen Meeres dar.

 

Vor allem während der Regenzeit zwischen Mai und September transportiert der Indus gewaltige Schlamm-Mengen in den Indischen Ozean. Bis zu 1.500 km weit vor das pakistanische Mündungsdelta werden die Sedimentfrachten an den Rand des tiefen Arabischen Beckens hinausgetragen. Über einen langen erdgeschichtlichen Zeitraum hat sich auf hierdurch ein bis zu 860 km breiter Sedimentkegel gebildet.

 

Die Monsunwinde prägen den gesamten Wasserkreislauf des Arabischen Meeres und seiner Küsten. Die Winde entstehen durch die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede zwischen Ozean und asiatischem Kontinent: zwischen Dezember und Februar herrschen vorwiegend Nordostwinde, die kühle trockene Luft vom Festland bringen, zwischen Mai und September bringen feucht-warme Südwestwinde dem indischen Subkontinent seine Regenzeit (Cherrapunji, mit 10.420 mm pro Jahr der niederschlagreichste Ort der Erde).

 

Unter dem Einfluss der Winde ändern sich auch die Strömungen. Der Nordostmonsun erzeugt den Nordäquatorialstrom, der Wasser durch den Indischen Ozean zur afrikanischen Küste führt. Mit dem einsetzenden Südwestmonsun kehrt sich die Strömungsrichtung im Arabischen Meer um. Vor der Küste des afrikanischen Somalia und an der arabischen Küste erzeugen die Winde große Gebiete mit nährstoffreichem Auftriebswasser.

 

 

Die Halbinsel Sinai (links oben) zerteilt den nördlichen Bereich des Roten Meeres in den flachen Golf von Suez im Westen und den tiefen Golf von Akaba im Osten. Im Süden ist das Rote Meer über den schmalen Golf von Aden (unten rechts) mit dem Arabischen Meer verbunden. (Photo: NASA, SeaWiFS)

Rotes Meer

 

Das Rote Meer und der Persische Golf sind lang erstreckte, schmale und vollständig von Landmassen eingeschlossene kontinentale Meere. Während das Rote Meer sehr tief ist und infolge der tektonischen Meeresboden-Spreizung eine sehr lebhafte Topographie besitzt, ist der Meeresboden des Persischen Golfes sehr flach und eben ausgebildet. Beide Meere sind durch schmale Meerengen mit dem Arabischen Meer im nordwestlichen Teil des Indischen Ozeans zwischen Arabien und Indien verbunden.

 

Die Halbinsel Sinai zerteilt den nördlichen Bereich des Roten Meeres in den flachen Golf von Suez im Westen und den tiefen Golf von Akaba im Osten. Im Süden ist das Rote Meer über den Golf von Aden mit dem Arabischen Meer verbunden.

 

Im Hintergrund der Benennung des Meeres mit einer Farbe scheinen frühe geographische Vorstellungen der Menschen zu stehen, die zur Bezeichnung der Himmelsrichtungen Farbwörter benutzten. "Rotes Meer" bezeichnet ursprünglich sehr wahrscheinlich "südliches Meer", was es zum Gegenstück des "Schwarzen Meeres" macht. Der griechische Historiker Herodot (etwa 485 - 425 v. Chr.) nannte zumeist den Persischen Golf "Rotes Meer", den er einmal zugleich als "Südmeer" bezeichnete. Er verwendet diesen Namen auch für das noch heute "Rotes Meer" genannte Gewässer.

 

Aufgrund des sehr trockenen, heißen Klimas und der umgebenden Wüsten hat das Rote Meer nur wenige Süßwasserzuflüsse und ist deshalb sehr salzhaltig, weil die Verdunstung den Zufluss an Süßwasser überwiegt.

 

Mit etwa 350 Korallenarten verfügt das Rote Meer über eine vielfältigere Korallenfauna als das Arabische Meer und der Persische Golf. Etwa 6% der Arten treten nur hier auf (sog. endemische Arten) und fast 90 % einiger, in Korallenriffen lebender Fische existieren ausschließlich im Roten Meer.

 

 

Der Persische Golf erstreckt sich vom Schatt el Arab-Delta im Norden (links oben) bis zur Straße von Hormus (Bildmitte), die im Süden den Golf mit dem Arabischen Meer verbindet. (Photo: NASA, SeaWiFS)

Persischer Golf

 

Der Persische Golf erstreckt sich vom Schatt el Arab-Delta im Norden bis zur Straße von Hormus, die im Süden den Golf mit dem Arabischen Meer verbindet.

 

Die arabische Halbinsel im Westen des Persischen Golfs ist eine der kleinsten Kontinentalplatten der Erde. Die ozeanische Kruste bildet sich im Grabenbruch des Roten Meeres und schiebt die arabische Platte nordostwärts, wo sie an der Ostküste des Persischen Golfes unter der asiatischen Platte abtaucht. Die ununterbrochene Bewegung der arabischen Platte könnte zukünftig im Laufe weniger tausend Jahre zu einem Verschluss der Straße von Hormus führen und den Persischen Golf zu einem Binnenmeer werden lassen.

 

Die Wassertemperaturen des Golfs sind generell hoch und erreichen bis zu 33°C. Die Korallen haben sich diesen extremen Bedingungen angepasst und widerstehen den Temperaturen, die in offeneren und kälteren Gewässern zur Ausbleichung und zum Absterben der Korallen führen würden.

 

Neben dem Erdöl befinden sich im Gebiet des Persischen Golfes auch große Gasreserven. Nach Schätzungen liegen in der Region etwa 65 Prozent der weltweiten Ölreserven und ca. 34 Prozent der nachgewiesenen Gasvorkommen. Im Jahre 2000 trugen die Golfstaaten Bahrain, Iran, Irak, Kuwait, Katar, Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate etwa 28 Prozent zu den weltweit geförderten Ölmengen bei.

 

Die Golfregion war in den vergangenen Jahrzehnten wiederkehrend von schweren Umweltproblemen betroffen. Während die Gewässerverschmutzungen infolge des regen Tankerverkehrs immer schon sehr stark waren, nahmen die Ölbelastungen der Gewässer durch den Iran-Irak-Krieg im Jahre 1983 und während des Golfkrieges (1991) katastrophale Ausmaße an.

 

 

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