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Der Indische Ozean

 

Neben dem Pazifischen und dem Atlantischen Ozean ist der Indische Ozean der drittgrößte Wasserkörper der Erde. Im Norden wird der Indische Ozean von der Südküste Asiens, im Westen von der Arabischen Halbinsel und Afrika begrenzt. Die östliche Grenze besteht aus der Malay Halbinsel, den Sunda Inseln und Australien, während der Ozean im Süden vom Südpolarmeer begrenzt wird. Der 20. Längengrad Ost stellt die Trennlinie zwischen dem Indischen Ozean und dem Atlantik südlich des Afrikanischen Kontinents dar, der 147. östliche Längengrad trennt südlich von Australien den Indik vom Pazifischen Ozean. Die nördlichste Ausdehnung des Indischen Ozeans erreicht etwa 30 Grad Nord im Persischen Golf.

 

 

Für diese Bild wurden in monatelanger Kleinarbeit zahlreiche Satelliten-Aufnahmen des Fernerkundungs-Systems "Moderate Resolution Imaging Spectro-radiometer", kurz MODIS, ausgewertet und aneinandergefügt. (The Blue Marble)

Kontinentalplatten

 

Die afrikanische, indische und antarktische Kontinentalplatte treffen im Indischen Ozean aufeinander. Entlang dieser Y-förmigen Dreifach-Kreuzung der Krustenplatten verlaufen die verschiedenen untermeerischen Gebirgszüge des Mittelozeanischen-Rücken-Systems: der Zentral Indische Rücken verläuft von der Schelfkante nahe der Arabischen See südwärts und mündet in den südwestlichen und südöstlichen Indischen Rücken, und der ”Ninetyeast” Rücken liegt östlich des Zentralen Rückens. Die durch dieses Rückensystem entstandenen großen Becken werden durch weitere untermeerischen Gebirge in kleinere Beckenzonen untergliedert.

 

 

Klima und Monsoon

 

Das Klima im nördlichen Indischen Ozean wird überwiegend von den Monsoon Winden beeinflußt. Von Oktober bis April wehen starke Winde aus nordöstlichen Richtungen, während zwischen Mai und Oktober südliche und westliche Winde vorherrschen. Der gewaltige Monsoon in der Arabischen See bringt dem indischen Subkontinent schwere Regenfälle. Wenn die Monsoon Winde ihre Richtung ändern, treffen manchmal starke Wirbelstürme auf die Küsten der Arabischen See. In der südlichen Hemisphäre des Indischen Ozeans sind die Wetterverhältnisse insgesamt etwas ruhiger, jedoch können während des Sommers schwere Stürme um Mauritius auftreten.

 

 

Mit Windgeschwindigkeiten von fast 160 Kilometern pro Stunde näherte sich der Wirbelsturm Crystal Weihnachten 2002 Mauritius und Réunion. (Jacques Descloitres, MODIS)

Klimatische Besonderheiten

 

Vor wenigen Jahren haben Wissenschaftler einen ”Verwandten” des pazifischen El Niño Phänomens im Indischen Ozean gefunden, welcher im Jahres 1997 große Wetterprobleme in dieser Region verursachte. Die Forscher fanden heraus, daß die Wassermassen im äquatorialen Indischen Ozean zu schnellen Temperaturumkehrungen neigen. Für gewöhnlich sammeln sich warme Wassermassen im östlichen Teil des Ozeans vor der indonesischen Küste, während das westliche Meeresgebiet vor der Ostküste Afrikas viel kälter bleibt. Jedoch kann sich dieses Temperaturmuster gelegentlich sehr schnell umkehren, wenn nämlich Winde und Ozeanströmungen den östlichen Indischen Ozean auskühlen. Als Folge davon beginnt sich der westliche Ozean dramatisch zu erwärmen und bringt den Küstenstaaten wie Kenia sintflutartige Regenfälle.

 

Diese Temperaturverschiebung im Ozean fördert die Entstehung von Stürmen über Ostafrika und bringt gleichzeitig große Trockenheit und Buschbrände über Indonesien. Die Meeresströmungen des Indischen Ozeans werden weitestgehend vom Monsoon gesteuert. Das Hauptströmumgssystem des Ozeans besteht aus einer rechts drehenden Zirkulation in der nördlichen Hemisphäre und einer links drehenden Meeresströmung südlich des Äquators. Während des Wintermonsoons drehen sich jedoch die Strömungssysteme um.

 

Die höchsten Salzgehalte in den Oberflächenwässern wurden in der Arabischen See und in einer Zone zwischen Südafrika und dem südwestlichen Australien gemessen. Die mittlere nördliche Grenze für Eisberge liegt etwa bei 45 Grad südlicher Breite.

 

 


Thunfisch-Fischerei im Indischen Ozean.(Photo: Jose Cort)

Frühe Zivilisationen

 

Die ältesten Zivilisationen in den Tälern des Euphrat, Tigris und Indus sowie in Südostasien haben sich in der Nähe des Indischen Ozeans entwickelt. Während der ersten Ägyptischen Dynastie (ca. 3000 v. Chr.) wurden Seefahrer bis nach Punt im heutigen Somalia ausgesandt. Auf dem Rückweg brachten die Schiffe Gold und Sklaven mit. Auch die Phönizier können bereits im dritten Jahrtausend v. Chr. in dieser Region gewesen sein, allerdings gibt es hierfür keine Überlieferungen.

 

Marco Polo (1254-1324) durchfuhr wohl auf seinem Rückweg vom fernen Osten die Straße von Malacca. Vasco da Gama umrundete im Jahre 1497 das Kap der Guten Hoffnung und segelte als erster Europäer nach Indien. Portugal konnte sich danach für mehr als ein Jahrhundert in der Region festsetzen, wurde dann jedoch aus Asien verdrängt. Die holländische Ostindien Company (1602-1798) brachte den Osthandel über den Indischen Ozean für lange Zeit unter ihre Kontrolle. Dann etablierten Frankreich und England Handelsfirmen in der Region. England wurde die vorherrschende Macht der Region und dominierte diese nach 1815.

 

 

Fischerei

 

Die strategische Lage des Indischen Ozeans überwiegt bei weitem den Wert seiner natürlichen Resourcen. So hält z.B. die hohe Temperatur des Ozean die Primärproduktion bis auf wenige Ausnahmen sehr niedrig. Deshalb ist die Lebewelt im Indischen Ozean begrenzt. Jedoch haben verschiedene Fischarten für zahlreiche Anrainerstaaten als Versorgungs- und Exportgut stark an Wichtigkeit zugenommen. Russische, japanische, südkoreanische und taiwanesische Fischereiflotten erbeuten im Indischen Ozean vornehmlich Garnelen und Tunfisch. Zu den gefährdeten Arten zählen heute Seehunde, Schildkröten und Wale; Ölverschmutzungen kommen hauptsächlich in der Arabischen See, im Persischen Golf und im Roten Meer vor.

 

 

Wirtschaftliche Bedeutung

 

Große Öl- und Gasvorkommen befinden sich in den tieferen Gesteinsschichten vor den Küsten Saudi-Arabiens, Irans, Indiens und Westaustraliens. Rund 40% der weltweiten Offshore-Ölproduktion entstammt dem Indischen Ozean. Schwermineral-reiche Strandsände und metallische Knollen aus der Tiefsee werden sehr aktiv von den Anrainerstaaten Indien, Südafrika, Indonesien, Sri Lanka und Thailand ausgebeutet.

 

Der Eröffnung des Suez Kanals im 1869 erweckte erneut das Interesse der europäischen Nationen am fernen Osten, jedoch vermochte keines der Länder die Handelshoheit in der Region wiederzuerlangen. Der 163 km lange und mindestens 63 m breite Kanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und wird heute intensiv von modernen Schiffen genutzt. Die von den Schiffseignern entrichteten Gebühren stellen eine wichtige Einnahmequelle für die Ägyptische Regierung dar. Der Kanal führt durch drei große Seen: den Manzala See im Norden, den Timsah See im mittleren Abschnitt und den etwa 30 km langen Bitter See weiter im Süden.