Test Design Lighthouse


Das Indonesische Meer

Java-See, Celebes-See, Banda-See, Arafura-See und Timor-See

Wie grüne Perlen glitzern die kleinen indonesischen Sunda Inseln im blauen Wasser des Indischen Ozean. Umgeben von der Flores-, Banda, Sawu- und Timorsee bilden sie die Grenzregion Indonesiens mit Australien und erstrecken sich über 1.200 Kilometer von der Insel Lombok am linken Bildrand bis zur Ostspitze Timors, der größten Insel dieser Aufnahme von Jeff Schmaltz, MODIS Rapid Response Team, NASA/GSFC.

Die Java-, Timor- und Arafura-See sind überwiegend sehr flache, ebene tropische Schelfmeere im südostasiatischen Raum und nördlich des australischen Kontinents gelegen. Die Meeresgebiete liegen etwa 5 bis 15 Grad südlich des Äquators. Die sehr tiefen Becken der Banda- und Celebes-See liegen wenige Grad südlich bzw. nördlich des längsten Breitenkreises. Die südostasiatischen Gewässer stellen das hydrographische Bindeglied zwischen dem Indischen und dem Pazifischen Ozean dar.

 

Das Klima ist in der gesamten Region als tropisch zu bezeichnen. Alle Meeresgebiete werden durch Sommer- und Wintermonsun beeinflusst. Auch die regionalen Wind- und Strömungsmuster werden durch den Monsun gesteuert. Flusseintrag und andere Einflüsse von den umgebenden Landmassen sind wichtige Faktoren für das regionale hydrographische System und dessen Produktivität. Die feuchtwarme Luft die Sommers erwärmt die Meeresoberfläche, während die etwas kühleren Winter die Wassertemperaturen nur unwesentlich fallen lassen. Tropische Wirbelstürme und Gewitter bringen schwere Niederschläge.

 

In dieser Meeresregion liegen etwa 20.000 Inseln. Viele dieser Inseln haben weiße Sandstrände und Kokosnusspalmen säumen die Uferzonen. In bunten Korallenriffen und entlang flacher Küstenstreifen leben einzigartige Fische.

 

Neben dem Handel und dem regionalen Transport ist die Fischerei eine der wichtigsten Einnahmequellen der Region. Der Fischfang konzentriert sich dabei vorwiegend auf die pazifische Makrele, den Thunfisch und verschiedene Sardinenarten. Zumeist bestehen die Fänge aus sehr jungen Fischen mit einem Alter von weniger als einem Jahr. Die in Küstennähe gefangenen Krebse und Garnelen werden der Exportindustrie zugeführt.

 

Die Reflexion des Sonne erscheint als silbernes Band auf der Oberfläche der Celebes und Banda See und kennzeichnet interne Wellen (Eigenschwingungen) des teilweise geschlossenen Meeresbeckens. Wäre das Meer völlig ruhig, würde das Sonnelicht als runder Kreis reflektiert werden. Die Meere sind kein gleichförmiger Wasserkörper. Vielmehr liegen Schichten unterschiedlicher Dichte und Temperatur übereinander. Streicht eine dichte Tiefenwasser-Schicht über einen rauen Meeresboden, entstehen Wellen innerhalb des Wasserkörpers, die sich zwischen den Schichten ausbreiten. Anders als Wellen an der Oberfläche können interne Wellen große Strecken zurücklegen und Wellenlängen von bis zu zehn Kilometern erreichen. (Photo: Jeff Schmaltz, MODIS Rapid Response Team, NASA/GSFC)

Öl- und Gasfelder befinden in verschiedenen Teilen der Region und insbesondere die geologischen Verhältnisse der Arafura-See lassen große Lagerstätten unter diesem Schelfmeer vermuten. Weitere Erdöl-Explorationen in der südostasiatischen Meeresregion versprechen hohe zukünftige Förderraten und gute Verdienstmöglichkeiten.

 

Zivilisations-Treibgut beeinträchtigt in zunehmendem Maße die Meerestiere und deren Lebensräume entlang der Küsten in der südostasiatischen Region. Verlorene Fischernetze, Plastiktüten und sogar ganze Fernsehgeräte treiben in den Gewässern und können Meerestiere - wie die ohnehin schon bedrohten und geschützten Schildkröten, Delphine und Meereskühe - durch Strangulation verstümmeln oder gar töten. Müll, der an die Strände gespült wird, bedroht zudem die Nistvögel, während abgerissene Treibnetze die Küstenschifffahrt gefährden. Nachweislich stammt ein großer Teil des treibenden Mülls von den vor der Küste kreuzenden Fisch- und Garnelen-Trawlern.

 

 

Java See

 

Die Java See ist sehr flach und eben ausgeprägt. Im Nordosten ist das Meer über die Makassar-Straße mit der Celebes-See verbunden und trifft im Osten auf die Flores-See. Im Nordwesten steht die Java-See über die Karimata-Straße mit dem Südchinesischen Meer in Verbindung und grenzt im Süden an die Bali-See.

 

Hydrographie und Strömungen der Java-See werden vom jährlichen Gang der Monsunwinde bestimmt. So strömen die Wässer während des Sommers westwärts und kehren sich zum Winter hin um.

 

Die Insel Java südlich der Java-See stellt einen ”Inselbogen” dar. Ein Inselbogen besteht zumeist aus einer Reihe von Inseln, die durch untermeerische Vulkane über sogenannten Subduktionszonen aufgeworfen werden. Diese Vulkane können vom tiefen Meeresboden Tausende Meter hoch bis über den Meeresspiegel wachsen. Im Falle von Java hat der untermeerische Vulkan eine einzelne, langgestreckte Insel ausgebildet.

 

 

Celebes-See

 

Die Celebes-See ist ein tiefes Becken mit schmalen, flachen Schelfen, die steil in die Tiefsee abfallen. Das Gebiet ist Teil des Australo-Asiatischen Mittelmeeres zwischen der Sulu-See im Norden und der Molukken-See im Südosten. Die Makassar-Straße verbindet die Celebes-See mit der Java-See und der Wassermassen-Austausch mit dem offenen Pazifik findet über ein Rückensystem zwischen dem Celebes Becken und dem Philippinen Graben statt.

 

Während des Sommers erzeugt der Monsunwind einen südwärts gerichteten Strom auf die Makassar-Straße zu. Dieses Strömungssystem bleibt nahezu über den gesamten Winter erhalten, obwohl auch westliche Strömungen in der Celebes-See eine Rolle spielen.

 

Auf der Insel Sulawesi im Norden der Celebes-See haben sich im Laufe der Zeit asiatische und australische Merkmale aus der Tierwelt miteinander vermischt. So gibt es Schweinen ähnelnde Tiere, eine kleine endemischen Wildochsenart, einige sehr seltene Papageienarten sowie viele verschiedene Krokodile. Weiterhin lebt eine große Vielfalt an Walen und Delphinen in der Celebes-See: so kommen allein 26 der weltweit 78 bekannten Walarten in diesem Meeresgebiet vor.

 

 

Banda-See

 

Die Banda-See ist ein regionales Meer im Australo-Asiatischen Archipel und besteht aus mehreren tiefen Becken und Trögen, die von Schwellen getrennt werden. Die extrem schmalen Schelfe der umgebenden Inseln sind meist etwa 500 Meter tief und fallen sehr steil in die Tiefsee ab.

 

Riffe und starke Küstenströmungen bereiten der Schifffahrt große Schwierigkeiten. Die Banda-See ist ein Gebiet aufsteigender, kalter und nährstoffreicher Wassermassen aus den Tiefen des Ozeans. Das Aufsteigen der Wassermassen findet überwiegend während des Südwest-Monsuns statt.

 

 

Arafura-See

 

Die Arafura-See trennt als Teil der südöstlichen Australo-Asiatischen Mittelmeeres den australischen Kontinent von Neuguinea und liegt zwischen der Timor- und der Korallen-See. Das Meeresgebiet ist sehr flach und im Nordwesten liegen etliche der indonesischen Inseln. Die Torres-Straße im Osten ist aufgrund vieler Untiefen und kleiner Inseln ein berüchtigter Schifffahrtsweg.

 

Das Schelfgebiet hat reiche Garnelenbestände, während die tieferen Gewässer reich an Thunfisch sind. Die schnelle Entwicklung der Netzfischerei in dieser Region war das Resultat der hohen Fischnachfrage auf dem Weltmarkt.

 

 

 

Piraten Heute

 

Aus heutiger Sicht betrachtet, hatte die Piraterie früherer Zeiten einen etwas romantischen Anklang von ”Abenteuer”, vom ”Durchkreuzen der Weltmeere” und vom ”den Reichen nehmen und den Armen geben” - so wie Robin Hood es mit seinen Getreuen im Sherwood Forest tat. Im 17. und 18. Jahrhundert florierte das weltweite Piratentum überall dort, wo Handelsrouten durch Meerengen und Inselwelten führten. Früher attackierten die Piraten mit kleinen, wendigen Holzsegelbooten und verschwanden nach ”erfolgreicher” Kaperfahrt sofort wieder in ihren Verstecken entlang der Küste.

 

Heute ist die Piraterie noch immer ein weltweites Problem entlang aller stark befahrenen Schiffsrouten. Die vornehmlichen Regionen wiederkehrender Überfälle oder Piratenattacken liegen in der Bucht von Bengalen, dem Golf von Guinea und vor Teilen Südamerikas. Die gefährlichste Region der Erde ist jedoch das südostasiatische Meeresgebiet. Im Jahre 2001 wurden 150 der weltweit etwa 300 Piratenüberfälle in diesen Gewässern verübt: davon jeweils 36 in der Straße von Malakka und 91 in der Flores See, den somit gefährlichsten Schifffahrtsrouten der Welt.

 

Manchmal versuchen die heutigen Piraten, die von ihnen gejagten Schiffe mit Hilfe von Tricks zu stoppen und geben vor, daß sie von der Küstenwache oder der Marine wären. Jedoch werden die weitaus meisten Piratenangriffe von maskierten Kriminellen verübt, die mit Messern und automatischen Schußwaffen auf ihren hochmodernen Schnellbooten plötzlich wie aus dem Nichts auftauchen. Die Piraten jagen dann die Schiffe mitunter bis zu Stunden und versuchen an den Längsseiten anzulegen, um an Bord zu gelangen. Gelingt es ihnen, so stehlen die Piraten meist Teile der Schiffsladung, die Wertsachen der Besatzung und nehmen sogar Geiseln oder entführen das ganze Schiff.

 

Im Jahre 2001 töteten Piraten weltweit 21 Besatzungsmitglieder und Passagiere. 210 Menschen wurden als Geiseln genommen. Bis auf einen wurden alle Morde in asiatischen Gewässern verübt. Es gilt als sicher, das einzelne Piraten nicht die Möglichkeiten haben, Schiffsattacken im großen Stil durchzuführen, sondern daß hinter diesen Überfällen gut organisierte Verbrecherbanden stecken, die vornehmlich in den Küstengewässern operieren.

 

Die drei Küstenstaaten der Straße von Malakka - Indonesien, Malaysia und Singapur - haben bereits im Jahre 1992 eine gemeinsamen Schutzgruppe aufgestellt und weitere Gegenmaßnahmen in der Region ergriffen. Heute werden beispielsweise alle weltweiten Piratenübergriffe in einer Statistik in am ”Piracy Reporting Center” in Kuala Lumpur erfasst. Frachtschiffe und Tanker werden angewiesen, Piratenwachen aufzustellen und alle Attacken zu melden. Wie in früheren Jahren steht auch heute die Piraterie in vielen Ländern immer noch unter schwerer Strafe - bis hin zur Todesstrafe.

 

 

Nach oben