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Das Philippinische Meer

Die roten Punkte (erkennbar in der Vergrößerung) zeigen die von MODIS registrierten thermischen Anomalien am 29. März 2002. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Feuer, z.B. auf der nördlichsten Insel Luzon. Dagegen ist die thermische Anomalie am südlichen Ende der Insel Negros (untere Bildmitte) auf vulkanische Aktivität zurückzuführen. (Photo: NASA, SeaWIFS)

Das Philippinische Meer ist Teil des westlichen Nordpazifiks und liegt östlich und nördlich der Philippinen. Das Meeresgebiet besitzt ein sehr komplexes Bodenrelief. Der Meeresgrund ist durch eine Vielzahl von Störungs- und Bruchzonen in Becken untergliedert. Ausgedehnte plattentektonische Rückensysteme, die in einigen Gebieten die Wasseroberfläche durchstoßen und lange Ketten kleiner Inseln bilden, rahmen das Philippinische Meer im Norden, Osten und Süden ein. Der Philippinische Archipel im Westen besteht aus über 7.100 Inseln.

 

Der nahe der östlichen Grenze des Philippinischen Meeres gelegene Marianen Graben ist wohl das bemerkenswerteste Meeresboden-Phänomen des südwestlichen Nordpazifiks. Dieser Graben ist 2.500 Kilometer lang, die mittlere Breite beträgt etwa 70 Kilometer, jedoch weist der Graben im Südwesten nahe der Insel Guam sogar eine Breite von etwa 340 Kilometern auf. Der tiefste heute bekannte Punkt des Weltmeeres liegt mit 11.034 Metern im Challenger Tief, einem Teil des Marianen Grabens südlich der Insel Guam.

 

Untermeerische Gräben sind oftmals sehr langgestreckte, tiefe und enge V-förmige Kerben im Meeresboden. Der Marianen Graben entstand dadurch, daß sich die Pazifische Krustenplatte unter die Philippinische Platte schob. Diesen plattentektonischen Prozeß nennt man Subduktion. Die Subduktion von Erdkruste verursacht auch schwere Erdbeben und der begleitende Vulkanismus läßt ausgedehnte Inselketten entstehen. In der Marianen-Subduktionszone belegt die geophysikalische Erfassung tief liegender Erdbebenzentren, daß die nahezu vertikal verschluckte Pazifische Krustenplatte von der Erdoberfläche bis in eine Tiefe von ca. 660 Kilometern in das Erdinnere hinabtaucht.

 

Die Ozeanographie des Philippinischen Meeres wird vom Nordäquatorialstrom beherrscht, der aus östlicher Richtung auf die Philippinen trifft. Der Kuoshio Strom entsteht im nordöstlichen Teil des Philippinischen Meeres und fließt nordwärts in Richtung Japan und in das Chinesische Meer.

 

Das regionale Klima ist als tropisch-marin zu bezeichnen. Von Juni bis Oktober dominiert der feucht-warme Südwest-Monsun, während der kalt-trockene Nordost-Monsun die Wintermonate von November bis März beherrscht. Die dritte Jahreszeit ist der heiße und trockene Frühling von März bis Mai.

 

Das Philippinische Meer beherbergt eine sehr exotische Tier- und Pflanzenwelt. Etwa 500 Arten von Hart- und Weichkorallen leben in den Küstengewässern und rund 20 Prozent aller weltweit bekannten Schalentierarten sind hier anzutreffen. Neben zahlreichen kleineren Fischarten kommen auch Haie, Thunfische, Muränen, Meeresschildkröten, Tintenfische und Meeresschlangen vor. Zudem dient das Philippinische Meer als Laich- bzw. Aufzugsgebiet für den Japanischen Aal, den Thunfisch und für verschiedene Walarten.

 

Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen im Bereich des Philippinischen Meeres gehören die Land- und Forstwirtschaft, die Fischerei, Verwaltung und öffentlicher Dienst sowie Handel und Handwerk. Jedoch verursachen die unkontrollierte Abholzung der Regenwälder, die nachfolgende Bodenerosion und auch die generell sehr starke Luft- und Wasserverschmutzung bedeutende Umweltschäden auch in der marinen Umwelt. Die zunehmende Wasserverschmutzung betrifft besonders die küstennahen Mangrovenwälder, die zahlreichen Fischarten als Laich- und Brutgebiete dienen.

 

Lange bevor die Europäer nach Asien kamen, hatten die Menschen der philippinischen Region bereits einen hohen gesellschaftlichen Entwicklungsstand erreicht und malaysischen Traditionen sowie indischen, chinesischen und arabischen Kultureinflüsse aufgenommen. Im Jahre 1521 kam der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan in Diensten der spanischen Krone als erster Europäer in Kontakt mit den heimischen Bevölkerung. Diesem ersten Kontakt folgten 300 Jahre spanischer Kolonialzeit, die erst am Ende des 19. Jahrhunderts mit der Unabhängigkeit der Philippinen endete. Jedoch währte diese Unabhängigkeit nicht lange, denn die Amerikaner beeinflußten die Region für die nächsten 50 Jahre sehr stark. Im Jahre 1946 erklärten die Philippinen dann ihre Unabhängigkeit von den USA. Die Spuren der Kolonialmächte Spanien und Amerika sind jedoch bis heute in der philippinischen Religion, der Sprache und der Kultur gegenwärtig.

 

 

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