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Das Chinesische Meer

Gelbes Meer, Ostchinesisches Meer, Südchinesisches Meer

Die SeaWiFS-Aufnahme mit Blickrichtung nach Südosten zeigt die Bo Hai See (Mitte links) und das Gelbe Meer mit der Korea Bucht. In der unteren Bildmitte ist die gelbe Fahne des einströmenden Yang Tze- Wassers gut erkennbar.

Gelbes Meer

 

Das Gelbe Meer ist eine große, von China und Korea umgebene Einbuchtung des südwestlichen Pazifiks mit dem Golf von Liautung im Nordosten und der Westkorea Bucht im Norden. Entlang der koreanischen Küste liegen mehrere Inseln, während der chinesischen Küste langgestreckte Sandbänke vorgelagert sind. Der heutige Meeresboden gehörte früher einmal zum asiatischen Festland und wurde nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren infolge des weltweiten Meeresspiegelanstiegs überflutet.

 

Das Gelbe Meer trägt seinen Namen aufgrund der gelben Färbung durch die großen Mengen an Partikelfracht, die sich aus dem Fluss Huang He in das Seegebiet ergießen. Infolge des sehr nährstoffreichen Flusswasser-Eintrags gab es im Gelben Meer früher sehr reiche Bestände an verschiedenen Grundfisch- und Garnelenarten. Heute jedoch schützen die Bauern ihre Felder viel effektiver gegen Bodenerosion. Dies verringerte den Eintrag von Bodenpartikeln in das Gelbe Meer und bewirkte somit einen Mangel an Nährstoffen, was einen drastischen Rückgang der Garnelenfänge zur Folge hatte.

 

Die hydrographischen Gegebenheiten, die Wassermassen-Zirkulation sowie die Strömungsgeschwindigkeiten im Gelben Meer werden durch die Nähe zum Kuroshiostrom und durch die saisonalen Unterschiede der Monsunwinde gesteuert. Der Gelbmeerstrom fließt als Teil des Kuroshio in nordwestlicher Richtung, während der Chinesische Küstenstrom südwärts gerichtet ist. Ein namenloses Strömungssystem transportiert salzärmeres Wasser vom Golf von Tschili (Pohai) aus dem inneren Gelben Meer entlang der koreanischen Küste in südliche Richtungen.

 

Das Klima des Gelben Meeres unterliegt extremen saisonalen Schwankungen. Sehr kalte, trockene Winter wechseln sich mit warmen, feuchten Sommerperioden ab. Diese drastischen saisonalen Unterschiede sind auf den Sommer- und Wintermonsun zurückzuführen. Die weithin gefürchteten Taifune herrschen - ebenso wie die Hurricanes im äquatorialen Atlantik - im Sommer vor und verursachen schwere Schäden entlang der Küsten. Infolge extremer Niederschläge treten die großen Flüsse über die Ufer und verursachen katastrophale Überflutungen ganzer Landstriche.

 

Während des Winters frieren Teile des inneren Gelben Meeres unter dem Einfluss der enormen Kälte vom asiatischen Festland zu. Mit dem Eisaufbruch im Frühjahr treiben große Eisschollen weit auf die flachen Gewässer des Gelben Meeres hinaus.

 

 

Das Ostchinesische Meer mit Taiwan. In der oberen Bildmitte erkennt man den Einstrom des Yang Tse (SeaWiFS).

Ostchinesisches Meer

 

Das Ostchinesische Meer liegt südlich des Gelbe Meeres. Der breite und sehr flache Schelf im Westen fällt nach Osten hin steil in die tieferen Regionen des Okinawa Troges ab. Der Nansei-Syoto Rücken trennt das Ostchinesische Meer vom Philippinischen Meer.

 

Der Kuroshiostrom beeinflusst auch die Strömungsbedingungen im Ostchinesischen Meer. Die Ozeanographie, das Klima und die ökologischen Verhältnisse des Ostchinesischen Meeres sind mit denen des Gelben- und Südchinesischen Meeres vergleichbar.

 

 

Südchinesisches Meer

 

Das Südchinesische Meer ist eine Meeresregion des südwestlichen Pazifiks. Es liegt zwischen Vietnam, Thailand, der Malaien Halbinsel, Borneo, den Philippinen und Taiwan. Der Golf von Thailand und der Golf von Tonkin gehören ebenfalls zum Südchinesischen Meer. Über die Straße von Malakka ist das Meer mit der Andamansee verbunden. Die Karamitastraße verbindet das Südchinesische Meer mit der Javasee; über die Luzonstraße steht es mit dem Philippinischen Meer in Verbindung und über die Balabarstraße und den Mindorokanal mit der Sulusee.

 

Der südwestliche Teil des Südchinesischen Meeres ist sehr flach und eben ausgebildet, während das deutlich tiefer Becken im Osten eine sehr lebhafte Meeresboden-Struktur besitzt. Die Schelfbereiche entlang der chinesischen und vietnamesischen Küste im Osten und im Norden fallen teilweise recht steil in die Tiefsee ab.

 

11. November 2001: Der Typhoon Lingling überquert das Südchinesische Meer und erreicht die Küste Vietnams. (Jacques Descloitres, MODIS Land Rapid Response Team, NASA/GSFC)

Das Meeresgebiet umfasst mehr als 200 kleine Inseln, die hauptsächlich zu den Paracel- und Spratly Inseln gehören. Viele dieser Inseln sind jedoch nur kleine Felsen oder Riffe.

 

Der Nordost-Monsun im Winter und der sommerliche Südwest-Monsun kehren die Oberflächenströmung des Südchinesischen Meeres mit vorhersagbarer Regelmäßigkeit um und beeinflussen zudem das regionale Klima in bedeutendem Maße.

 

Das Südchinesische Meer ist das weltweit am zweit stärksten befahrene Meeresgebiet. Über die Hälfte aller Supertanker passieren die regionalen Gewässer. Zudem enthalten die Gesteinspakete unter dem Südchinesischen Meer große Öl- und Gasvorkommen, die in strategischer Nähe zu den schnell wachsenden und in hohem Maße Energie verbrauchenden Küstenländern Asiens liegen. Aufgrund der enormen Energievorkommen wird das Südchinesische Meer auch als ”zweiter Persischer Golf” bezeichnet. Und das Südchinesische Meer gilt weltweit als gefährlichste Gegend für die Schiffahrt. Neuerdings werden hier 80% der Übergriffe verzeichnet. Das Hauptziel sind Frachter. Allerdings wurden auch schon große Motorjachten Opfer der äußerst gewalttätigen Banden, die in den meisten Fällen mit der chinesischen Mafia zusammenarbeiten.

 

Die meisten Menschen der Region arbeiten in der Fischerei, im maritimen Handel und Transport, in der offshore - Ölindustrie und im Bergbeau sowie im Bereich der Freizeit- und Tourismusbranche. Die Fischindustrie konzentriert sich heute auf die küstennahe Kultivierung von Austern und Garnelen sowie auf die Tiefseefischerei von Thunfisch und anderen Arten.

 

Neben der intensiven Bewirtschaftung der Region ist das Südchinesische Meer aber immer noch ein einmaliges Ökosystem. Die zahlreichen und empfindlichen Korallenriffe beherbergen Tausende verschiedener Tierarten und spielen somit eine entscheidende Rolle für den Erhalt der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Das Dugong, eine Seekuh, ist neben den Korallen ebenfalls ein sehr sensibler Anzeiger für den Zustand der Meeresumwelt.

 

Dennoch wird auch das Südchinesische Meer mehr und mehr durch die Einleitung von Umweltschadstoffen stark beeinträchtigt. Ölindustrie, Schiffsverkehr und Siedlungen sind verantwortlich für Ölverschmutzungen und den Eintrag belasteter Abwässer. Weitere regionale Probleme sind die Überfischung und die Luftverschmutzung durch Waldbrände und Industrieabgase.

 

Die von Jahr zu Jahr zurückgehenden Fischfangzahlen bedrohen den Erhalt der gesamten Fischereiindustrie. Nicht wenige Fischer sind dazu übergegangen, durch Dynamitfischerei und den Einsatz des hoch giftigen Zyanids auch letzte Fischbestände auszubeuten. Andere Fischer fahren immer weiter hinaus zu neuen Fanggründen.

 

Der zunehmende Sedimenteintrag durch die Landbebauung und die Küstenerosion zerstört zudem immer mehr Lebensräume für die wichtigen Korallen. Überdies werden die Riffe vom Menschen für die Gewinnung von Baumaterial und Grundstoff für das Kunsthandwerk ausgebeutet.

 

 

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LF-Project:

  • Südkorea: For A Sustainable Saemangeum