Test Design Lighthouse


Das Japanische Meer und Ochotskisches Meer

Das Japanische Meer an einem klaren Tag mit Blickrichtung Nordwest (Nasa, SeaWiFS, 30.04.1999)

Das Japanische Meer ist ein Randmeer im westlichen Pazifik und wird fast vollständig von asiatischen Festlandsmassen und Inseln eingerahmt. Das Meer hat einen sehr lebhaft strukturierten Meeresboden, der von verschiedenen Becken, Erhebungen und Seamounts untergliedert wird. Geologisch betrachtet ist das Japanische Meer ein sogenanntes Inselbogen-Becken zwischen dem asiatischen Festland und dem japanischen Inselbogen, der durch Subduktions-Vulkanismus gebildet wurde.

 

Im Süden steht das Japanische Meer über die Koreastraße mit dem Ostchinesischen Meer in Verbindung. Im Norden wird das Meeresgebiet durch die La Pérouse-Straße mit dem Ochotskischen Meer und im Osten über die schmalen Passagen zwischen den japanischen Inseln mit dem Pazifischen Ozean verbunden. Das wesentliche Zirkulationsmuster des Japanischen Meeres besteht aus einigen warmen, südlichen Strömungen sowie Wassermassen, die aus dem Norden kommen. Der warme Japanstrom fließt nordwärts und beeinflusst das regionale Klima sehr stark. Dies hat zur Folge, dass das nahegelegene Wladiwostok Rußlands einziger ganzjährig eisfreier Pazifikhafen ist.

 

Das Klima des Japanischen Meeres besitzt im Süden subtropischen Charakter. Im Norden dagegen herrschen subarktische bis arktische Bedingungen. Teile des nördlichen Meeresgebietes sind im Winter zeitweise eisbedeckt.

 

Betrachtet man die große Zahl an Tier- und Pflanzenarten, so ist das Japanische Meer Rußlands reichstes Meeresgebiet. Aufgrund der großen regionalen Temperaturunterschiede sind die Lebensbedingungen sowohl für subtropische als auch arktische Spezies günstig. Neben vielen Algen und Seegräsern kommen auch zahlreiche Fisch- und Garnelenarten ganzjährig vor. Eines der bekanntesten Tiere ist wohl der Kamtschatka-Krebs mit einer Bein-Spannweite von ca. 1,5 Metern und einem mittleren Gewicht von etwa sieben Kilogramm. Seesterne und Seegurken sowie Austern und andere Muscheln sind weitere Elemente der reichen Fauna.

 

Unter den über 360 Fischarten des Meeres stellt der Hering einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor dar und die Sardine nimmt den zweiten Platz in den russischen Fangstatistiken ein. Das lukrativste kommerzielle Fischerei- und Zuchtprojekt ist jedoch die Kultivierung der einheimischen Pekten-Muschel. Weitere kommerziell genutzte Meerestiere sind der Octopus und der Kalmar.

 

Die frühere Sowjetunion hat von den 50er Jahren bis in die frühen 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts radioaktiven Abfall im Japanischen Meer verklappt. Nach Bekannt werden dieser Praxis sah sich Rußland jedoch zunehmenden Protesten durch Japan, die USA und andere Staaten ausgesetzt. Daraufhin setze die russische Regierung die Versenkung atomarer Abfälle aus, da es sich beim Japanischen Meer um eine sehr fruchtbare Region handelt, die letztendlich neben vielen anderen Staaten auch von Rußland selbst intensiv genutzt wird.

 

 

Das Ochotskische Meer mit der Halbinsel Kamtschatka am rechten Bildrand (Blickrichtung Südost). Auf dem Bild ist etwas von allem zu sehen: Rauchfahnen (oben), Sedimenteintrag (unten), Planktonblüten, Meereis, Wolken. (Foto: Nasa, SeaWiFS, 18.06.1999)

Ochotskisches Meer

 

Das Ochotskische Meer ist ein subarktisches Randmeer des nordwestlichen Pazifischen Ozeans und liegt zwischen dem sibirischen Festland im Westen und der Halbinsel Kamtschatka im Osten. Über die Meerengen zwischen den Kurilen ist das Ochotskische Meer mit dem Pazifik verbunden. Verschiedene Meeresstraßen verbinden das Ochotskische mit dem Japanischen Meer. Der flache Schelf greift weit in das Ochotskische Meer vor und fällt im Süden dann steil zum tiefen Kurilenbecken ab.

 

Der Soyastrom ist die wichtigste ozeanische Zirkulation im Ochotskischen Meer. Dieser Strom ist eine Verlängerung des Tsushima Stromes, der durch den südlichen Teil des Meeres fließt. Die Reibungskräfte zwischen dem Soyastrom und den ruhigeren Küstengewässern verursacht häufig große Wasserwirbel von etwa 10 bis 50 Kilometern Durchmesser. Zudem ist das Ochotskische Meer eine Region ausgeprägter Gezeiten und Gezeitenströme.

 

Das Klima des Ochotskischen Meeres unterscheidet sich nur wenig von den arktischen Bedingungen im hohen Norden. Zwischen Oktober und April wird die Region von den sehr kalten und trockenen, nördlichen Monsunwinden beeinflusst. Während dieser Periode ist das Ochotskische Meer weitestgehend von Eis bedeckt. Die Eisbildung beginnt in den Küstengewässern und innerhalb weniger Wochen hat sich eine geschlossene Festeisdecke ausgebildet. Ablandige Winde halten Polynien und Festeisrinnen offen, in denen große Mengen Eisbrei gebildet werden. Dieser Eisbrei wächst dann zu großen Treibeisschollen heran.

 

Durch das Zusammenfließen nährstoffreicher kalter Wassermassen und wärmerer Strömungen zählen die Gewässer um die südlichen Kurilen zu den artenreichsten der Welt. Zu den wirtschaftlich wichtigen regionalen Fischen gehören der Seelachs, der Dorsch, die Makrele, die Scholle, der Heilbutt und der Lachs. Weitere Arten wie Thunfisch und Sardine wandern aus subtropischen Gewässern in den Norden hinauf. Auch die meisten Wanderrouten des Lachses führen durch die Gewässer um die südlichen Kurilen. Weitere ökonomisch wichtige Arten sind Krebse, Garnelen, Seegurken, Kalmare, Meeresschnecken und Jacobsmuscheln.

 

Runde zehn Prozent der geschützten Flächen in der Region setzen sich aus Ökosystemen der Küste und des Meeres zusammen. In diesen geschützten Küstengebieten leben Otter und Robben, um ihre Jungen aufzuziehen. Eines der größten Ruhegebiete für Robben auf der Halbinsel Kamtschatka wird ständig bewacht. Neun sehr seltene Walarten leben in den Gewässern des Ochotskischen Meeres und auch die einzige Otterart des westlichen Pazifiks ist hier anzutreffen. Ihr dickes Fell schützt sie sogar im Winter vor der Kälte des eisigen Meerwassers.

 

Eine besonders starke Bedrohung des ökologischen Gleichgewichts in der Ochotskischen Region resultiert aus der intensiven Abholzung von Nadelwäldern in verschiedenen Flusstälern Kamtschatkas und der industriellen Ausbeutung der Bestände seltener Meeressäuger wie Robben, Otter und Wale in den küstennahen Gewässern. Regelmäßige Kontrollen durch Wildhüter, die Einrichtung einer Schutzzone sowie wissenschaftliche Überwachungen sollen den Erhalt der bedrohten Ökosysteme wesentlich verbessern.

 

 

Nach oben