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Der Pazifische Ozean

Der Pazifische Ozean (der „friedliche“ Ozean) erhielt seinen Namen von dem portugiesischen Seefahrer Ferdinand Magellan im Jahre 1520. Der Pazifische Ozean ist der weltweit größte Wasserkörper, bedeckt etwa ein Drittel der Erdoberfläche und enthält mehr als die Hälfte der freien Wassermenge des Weltozeans. Im Osten wird er von den Nord- und Südamerikanischen Subkontinenten begrenzt. Im Norden grenzt der Pazifik an das Beringmeer, im Westen an Asien, das Malayische Archipel und Australien sowie im Süden an das Südpolarmeer. Im Südosten wird der Pazifische Ozean vom Atlantischen Ozean entlang des 68. Breitengrades durch die Drake-Strasse getrennt. Die Abgrenzung des Pazifiks vom Indischen Ozean im Südwesten ist nicht offiziell festgelegt. Der Äquator unterteilt den Pazifik in einen nördlichen und einen südlichen Meeresteil.

 

 

Für diese Bild wurden in monatelanger Kleinarbeit zahlreiche Satelliten-Aufnahmen des Fernerkundungs-Systems "Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer", kurz MODIS, ausgewertet und aneinandergefügt.

Das älteste Ozeanbecken

 

Der Pazifik ist das älteste aller bestehenden Ozeanbecken. Seine ältesten Gesteinsablagerungen wurden auf ein Alter von ca. 200 Millionen Jahre datiert. Die auffälligsten Merkmale des Ozeanbeckens entstanden im Zusammenhang mit dem Prozess der Plattentektonik und des Vulkanismus. Während der Ozeanboden im zentralen Bereich des Pazifiks sehr gleichmäßig ist, stellen die steil abfallenden, oben abgeflachten und säulenartigen unterrmeerische Berge (seemounts) auffällige Unregelmäßigkeiten dar. Im westlichen Teil des Pazifischen Ozeans ragen Inselbögen über den Meeresspiegel hinaus, an deren Rand und entlang der asiatischen Küste tiefe Grabensysteme liegen. Im östlichen Pazifik wird der Meeresboden von einem Teil des weltumspannenden Mittelozeanischen Rückensystems, dem East Pacific Rise, gestaltet. Die Sedimentablagerungen des Pazifischen Ozeans bestehen überwiegenden aus Partikeln lokaler Herkunft, wie z.B. Skelette kleiner Meerestiere. Gesteinspartikel von den umgebenden Kontinenten findet man zumeist nur in Landnähe auf den schmalen Schelfgebieten.

 

 

 

 

Große Oberflächen-Ströme im Pazifik: 2: Nordäquatorialstrom 3: Südäquatorialstrom 6: Kuro-Shio 7: Kalifornischer Strom 8: Äquatorial-Gegenstrom 10: Alaskastrom 11: Perustrom 14: Oyashio

Die Strömungen

 

Die Oberflächenzirkulation der pazifischen Wassermassen verläuft in der nördlichen Hemisphäre im Uhrzeigersinn, wohingegen das Wasser der südlichen Hemisphäre gegenläufig strömt. Der Nordäquatorialstrom, der bei ca. 15 Grad nördlicher Breite von den Passatwinden westwärts getrieben wird, dreht bei den Philippinen nordwärts ab und geht in den warmen Kuroshio oder Japanstrom über. Bei etwa 45 Grad nördlicher Breite dreht dieser Strom nach Osten ab und gabelt sich in den nordwärts gerichteten Aleutenstrom sowie eine weitere Strömung, die südwärts wieder in Richtung Nordäquatorialstrom fließt, auf. Der nördlich Aleutenstrom erreicht das Beringmeer und bildet dort ein links drehendes Strömungsmuster aus, während der südliche Aleutenstrom in den langsam südwärts fließenden Kalifornienstrom übergeht. Der Südäquatorialstrom biegt östlich von Neuguinea nach Süden ab, um dann bei ca. 50 Grad südlicher Breite wieder ostwärts zu drehen und im südlichen Pazifik auf den Antarktischen Zirkumpolarstrom zu treffen. Mit dem Erreichen der Chilenischen Küste teilt sich der Südäquatorialstrom: ein Arm umströmt Kap Horn und der zweite bewegt sich als Peru oder Humboldt Strom nordwärts die südamerikanische Küste entlang.

 

 

Das Klima

 

Die pazifische Monsoonregion liegt weit im Westen des Ozeans zwischen Japan und Australien. Während des Winters sind trockene Winde von den Kontinenten in Richtung Ozean charakteristisch, während entgegengesetzt wehende Winde im Sommer schwere Regenfälle bringen. Demzufolge gibt es in dieser Region eine ausgeprägte klimatische Saisonalität. Die gleichmäßigen Passatwinde entlang des Äquators wehen in der nördlichen Hemisphäre aus nordöstlicher, und in der südlichen Hemisphäre aus südöstlicher Richtung. Während des Spätsommers und im frühen Herbst entstehen zahlreiche Hurricanes und Taifune in der Passatwindzone. Taifune verursachen häufig schwere Schäden in den Küstenzonen des westlichen und südwestlichen Pazifiks, während die Hurricanes Mexiko und Zentralamerika heimsuchen. Die größte Taifun-Häufigkeit besteht im Meeresdreieck zwischen Südjapan, den zentralen Philippinen und dem östlichen Mikronesien.

 

 

El Niño

 

Aufsteigende kalte Tiefenwasser vor Perus Küste speisen den westwärts durch den Pazifik strömenden Südäquatorial Strom. Die Aufnahme der Oberflächentemperatur zeigt die „normalen“ Bedingungen im Januar 2001. Während des El Niño sind die Gewässer vor Perus Küste deutlich wärmer. (Photo: Jesse Allen, MODIS OCEAN Team)

Das zyklisch auftretende El Niño Phänomen ist die bemerkenswerteste meteorologische und ozeanographische Erscheinung des Pazifischen Ozeans (s. auch: Indischer Ozean). Normalerweise wehen die Passatwinde südlich des Äquators anhaltend in westlicher Richtung über den tropischen Pazifik. Diese beständigen Winde stauen im westlichen Pazifik das sehr warme Oberflächenwasser auf, so daß der Meeresspiegel bei Indonesien etwa einen halben Meter höher liegt als vor Ecuador. Zudem ist die Temperatur des Meerwassers im westlichen Pazifik um etwa 8° C höher als im Osten. Dort, vor der Küste Südamerikas, herrschen durch aufsteigende kalte Wassermassen wesentlich niedrigere Temperaturen. Dieses kalte Wasser ist sehr reich an Nährstoffen, was wiederum das Algenwachstum (Primärproduktion) antreibt und somit für ein vielfältiges Ökosystem - und nicht zuletzt für hohe Fischereierträge - sorgt.

 

Über diesen kalten Wassermassen ist die Luft sehr trocken, wohingegen die aufsteigenden warmen Luftmassen über dem westlichen Pazifik für starke Regenfälle sorgen. Während des El Niño schwächen sich die Passatwinde im westlichen und zentralen Pazifik ab und das im westlichen Meeresteil aufgestaute Wasser ‘schwappt‘ in den östlichen Pazifischen Ozean hinüber. Wie ein Deckel legen sich diese warmen Wassermassen dort über die kalten und nährstoffreichen Tiefenwässer und verhindern deren Aufstieg an die Oberfläche. Durch die Erwärmung der oberflächennahen Wassermassen wird die Primärversorgung für kleine Meereslebewesen abgeschnitten. Dies beeinträchtigt die gesamte Nahrungskette - und auch den kommerziellen Fischfang - entlang der südamerikanischen Pazifikküste. Die ostwärtige Verlagerung der erwärmten Atmosphäre gemeinsam mit dem warmen Oberflächenwasser beeinträchtigt substantiell die gesamte globale Luftmassenzirkulation. So ändert sich z.B. auch das Klima in Regionen, die weit vom tropischen Pazifik entfernt liegen. Zu diesen Veränderungen zählen verstärkte Regenfälle im Süden der USA und entlang der Küste Perus sowie ausgedehnte Trockenperioden im westlichen Pazifik, die mit verheerende Buschfeuern in Australien einher gehen können.

 

 

Bis zur Eröffnung des Panama-Kanals im Jahre 1914 war die Magellan-Straße im Süden des amerikanischen Kontinents die einzige verhältnismäßig sichere Verbindung vom Atlantik in den Pazifik. (Photo: Jacques Descloitres, MODIS)

Die europäischen Entdeckungsreisen

Im pazifischen Raum kam es schon seit jeher zu starken Wanderungen der Menschen. Polynesier fuhren über das Meer von Tahiti nach Hawaii und Neuseeland. Im frühen 16. Jahrhundert eroberten die Europäer den Pazifischen Ozean. Vasco Nunez de Balboa (1513) war einer der ersten europäischen Seefahrer in dieser Region. Ihm folgte dann Ferdinand Magellan, der im Zuge seiner Weltumsegelung in den Jahren 1519 bis 1522 auch den Pazifik durchkreuzte. Im weiteren Verlauf des 16. Jahrhunderts fuhren spanische Schiffe bis zu den Philippinen, nach Neu Guinea und zu den Solomonen Inseln. Während des 17. Jahrhunderts umsegelten die Holländer das südliche Afrika und dominierten den Handel im Pazifischen Ozean. Im Jahre 1642 entdeckte Abel Janszoon Tasman Neuseeland und Tasmanien. Das 18. Jahrhundert ist gekennzeichnet durch verstärkte russische Präsenz in Alaska und auf den Aleuten sowie der Franzosen in Polynesien. Auch die Briten hielten mit den Fahrten von James Cook Einzug im südlichen Pazifik, in Australien, auf Hawaii und im amerikanischen Nordwesten. Der stetig wachsende Imperialismus des 19. Jahrhundert mündete in der Besetzung weiter Teile der pazifischen Region durch die westlichen Mächte.

 

Das ozeanographische Wissen über den Pazifischen Ozean wurde bereits durch die Fahrten der H.M.S. Beagle - mit Charles Darwin an Bord - in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts gemehrt. In den 70er Jahren des Jahrhunderts untersuchten dann die H.M.S. Challenger, die U.S.S. Tuscarora und das deutsche Schiff Gazelle den Pazifischen Ozean. Obwohl die USA die Philippinen im Jahre 1898 besetzten, kontrollierte Japan den Pazifik bis zum Jahre 1914. Mit dem Ende des 2. Weltkriegs wurde jedoch die U.S. Flotte zum Beherrscher des Ozeans.

 

 

Transport und Fischerei

 

Der Pazifik zeichnet sich durch günstige Transportkosten zwischen den östlichen und westlichen Küstenregionen aus. Die Haupt-Handelsrouten verbinden Häfen wie Bangkok (Thailand), Hong Kong (China), Los Angeles (USA), Pusan (Südkorea), Sydney (Australien), Vladivostok (Rußland), Wellington (Neuseeland) und Yokohama (Japan) miteinander.

 

Fisch stellt den bedeutendsten Reichtum des Pazifischen Ozeans dar. Im Jahre 1996 kamen mehr als 60 Prozent der weltweiten Fischfänge aus dem Pazifik. Die Küstengewässer der Kontinente und der gemäßigt temperierten Inselgruppen beherbergen Hering, Lachs, Sardinen, Schwertfisch, Thunfisch und Schellfisch. Große Mengen Anchovies kommen entlang der südamerikanischen Küste vor. Dieser kleine Fisch hat eine große Bedeutung als weltweite Nahrungsquelle. Zudem basiert eine ausgedehnte Guano-Industrie auf dem Kot der Seevögel, die sich überwiegend von Anchovies ernähren.

 

Die Schelfmeere vor den Küsten Kaliforniens, Alaskas, Chinas und Indonesiens sind als große Erdöllagerstätten bekannt. Teile des Ozeanbodens sind von Manganknollen bedeckt; dies sind kartoffelgroße Konkretionen aus Eisen- und Manganoxiden, welche manchmal auch Kupfer, Kobalt und Nickel enthalten. Zudem werden im Pazifik verschiedene Minerale sowie Kies- und Sandlagerstätten für die Bauwirtschaft ausgebeutet.

 

Als gefährdete Meerestiere des Pazifiks gelten vornehmlich der Seelöwe, der Seeotter, Seerobben, Schildkröten und Wale. Ölverschmutzungen treten besonders häufig in der Philippinischen See und dem Südchinesischen Meer auf.

 

 

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