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Der Golf von Guinea

Der Golf von Guinea ist Teil des östlichen Nordatlantiks vor der Westküste Afrikas. Er erstreckt sich vom Kap Lopéz in der Nähe des Äquators bis nach Kap Palmas auf 8 Grad westlicher Länge. Der schmale Schelf des Golfes fällt z.T. sehr steil in die Tiefsee ab.

 

Der Golf von Guinea liegt in der tropischen Klimazone mit täglichen Niederschlägen um die Mittagszeit. Die extrem hohen Sommerniederschläge von ca. 300 mm im Juli erreichen etwa 50 Prozent der jährlichen Niederschläge in Norddeutschland. Der warme und turbulente Guinea Strom kommt aus Richtung Nordwesten und fließt in östlicher Richtung entlang der Afrikanischen Küste. In der Nähe des Äquators trifft der Guinea Strom auf den kalten Benguela Strom, der von Süden entlang der afrikanischen Westküste heraufkommt.

 

Der Golf von Guinea ist reich an natürlichen Resourcen. Jedoch leiden die Küstengewässer und Mangrovenwälder - die eine sehr wichtige Rolle als ”Kinderstube” für Fische und Shrimps spielen - sehr stark unter der industriellen, städtischen und landwirtschaftlichen Verschmutzung der Umwelt. Als vermutliches Resultat dieser Belastungen wurden in den letzten zwei Jahrzehnten bedeutende Veränderungen in der Tierwelt und in den Fangmengen regionaler Fischarten beobachtet.

 

Vor der afrikanischen Küste liegt eine Reihe vulkanischer Inseln. Die bekanntesten – San Tome und Principe – liegen etwa 350 Kilometer vom Festland entfernt. Als die Inseln im Jahre 1471 von den Portugiesen entdeckt wurden, waren sie unbewohnt und vollständig von Wald bedeckt. Jedoch bereits am Ende des Jahrhunderts waren die Inseln vollständig verändert. Der portugiesische Entdecker und Naturalist Francisco Newton verbrachte 10 Jahre (1885 bis 1895) auf den Inseln im Golf von Guinea und er entdeckte und beschrieb viele der (ausschließlich) dort lebenden Tierarten.

 

Zu den häufigsten Tierarten im Golf von Guinea gehören Schildkröten, verschiedene Fischarten (z.B. Thunfisch), Haie, Hummer, Shrimps, Krebse, Kopffüßer, Muscheln und Schnecken. Allein in den Gewässern um das San Tome und Principe Archipel wurden 127 Fischarten identifiziert, die über 100 Gattungen aus 60 Familien zugeordnet werden konnten. Zudem beherbergt diese Region bislang wenig erforschte Seevögel. Auf der kleinen Insel Tinhosas nisten z.B. auf einem Gebiet von etwa einem Viertel Quadratkilometer Größe ca. 300.000 Seevögel, die durch Wilderei bedroht sind.

 

Der Golf von Guinea war und ist eines der reichsten Erdölgebiete der Erde. Die Erschließung der Vorkommen begann in den späten 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Verschiedene weltweit operierende Erdölfirmen beuten das Öl in z.T. extremen Wassertiefen von 1.000 bis 3.000 Metern aus.

 

 

Wichtigste Inseln und Inselgruppen

Annobon, Bioko, Fernano Poo, San Tome und Principe Archipel

Wichtigste Zuflüsse

Volta, Niger, Sanaga

Wichtigste Küstenstaaten

Benin, Kamerun, Elfenbeinküste, Ghana, Äquatorial Guinea, Liberia, Nigeria, Sierra Leone, Togo