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Der Golf von Mexiko und das Karibische Meer

Der Golf von Mexiko und das benachbarte Karibische Meer sind nahezu ganz vom amerikanischen Festland und von Inseln eingeschlossene Meeresgebiete. (Photo: NASA, SeaWIFS)

Der Golf von Mexiko und das benachbarte Karibische Meer sind nahezu ganz vom amerikanischen Festland und von Inseln eingeschlossene Meeresgebiete des Atlantischen Ozeans. Sie werden aus diesem Grund auch als Amerikanisches Mittelmeer bezeichnet. Während der Golf von Mexiko weit in das Meer vorgreifende Schelfgebiete hat, sind die Schelfbereiche des Karibischen Meeres eher schmal und fallen recht steil auf Wassertiefen von 2.000 bis 3.000 Meter ab. Beide Meere sind wissenschaftlich intensiv untersucht worden, jedoch blieb deren geologische Entwicklungsgeschichte teilweise unklar. Im Karibischen Meer kommen vereinzelt Erdbeben und Vulkanausbrüche vor.

 

Beide Meeresgebiete sind über eine Vielzahl kleiner Meerengen und Passagen mit dem Atlantischen Ozean verbunden. Jedoch ist der Wassermassen-Austausch zwischen den einzelnen Meeresbecken begrenzt, da die Verbindungen oftmals sehr flach sind. Der Kanal von Yucatán verbindet das Karibische Meer mit dem Golf von Mexiko. Das karibische Wasser ist klar, weniger salzhaltig als der Atlantische Ozean und zirkuliert entgegen dem Uhrzeigersinn. Das Wasser strömt überwiegend durch die Meerengen der Kleinen Antillen in die Karibik ein, wird hier erwärmt und verläßt die Region dann über den Kanal von Yucatán in Richtung Golf von Mexiko. Hier bilden diese Wässer eine der Quellen des Golfstroms.

 

Carriacou (Kleine Antillen)
Union Island (Kleine Antillen)

Das Karibische Meer liegt in der nördlichen Passatwind-Zone und ist somit durch stetige Winde aus östlichen Richtungen gekennzeichnet. Die größten Regenmengen fallen im sehr heißen tropischen Sommer. Auch die meisten Hurricanes ziehen dann vom Atlantischen Ozean her in die Amerikanische Mittelmeer-Region hinein, während nur wenige Wirbelstürme lokal gebildet werden.

 

Die warmen Gewässer des Golfes von Mexiko und des Karibischen Meeres beherbergen eine der spektakulärsten und artenreichsten Tier- und Pflanzengesellschaften der Erde. Neben den sehr seltenen Seekühen, den verspielten Flaschenhals-Delphinen und den riesigen Walhaien kommen auch Meeres-Schildkröten, Alligatoren und verschiedene Kranicharten in großer Anzahl vor. Insbesondere der Golf von Mexiko zeichnet sich durch seinen Fischreichtum aus; die wichtigsten Arten sind z.B. die Meerforelle, der Rotfisch, der Plattfisch, die Makrele und der Thunfisch.

 

Leider hat die Region aber auch schwer an einigen Umweltproblemen zu tragen. Tourismus, Freizeitfischerei und kommerzieller Fischfang haben bereits einige kleine Koralleninseln zerstört. Lokale Garnelenfischer streiten sich mit den Schildkröten-Schützern und Umweltaktivisten sorgen sich um die hohen Beifänge verschiedener bedrohter Fischarten. Jedoch konnte in den vergangenen Jahren auch der Niedergang einiger Pelikan- und Kranicharten gestoppt werden.

 

Öl- und Gasprodukte, Eisenerz, Bauxit, Zucker, Kaffee und Bananen sind einige der wichtigsten lokalen Handelsgüter des Amerikanischen Mittelmeerraumes. In dem Meeresgebiet liegen Tausende offshore-Bohrplattformen und Raffinerien; Ölunfälle und Plattformbrände sind manchmal kaum zu kontrollieren. Ökonomisch hängt diese Region zudem stark vom amerikanisch/europäischen Handel und von der Tourismusindustrie ab.

 

Vermutlich war der italienische Seefahrer Christopher Columbus der erste Europäer, der das Karibische Meer erreichte. Im Jahre 1492 nahm er für die spanischen Krone die Bahamas in Besitz und er war überzeugt davon, einen neuen Seeweg nach Asien entdeckt zu haben. Dann segelte er weiter nach Süden und gründete auf der Insel Hispaniola eine spanische Kolonie. Obwohl Spanien in der Folgezeit dieses Meeresgebiet weitestgehend kontrollierte, etablierten auch Großbritannien, Frankreich, die Niederlande und Dänemark Kolonien auf den östlichen Inseln der Karibik. Im 19. Jahrhundert befuhren viele US-amerikanische Handelsschiffe das Karibische Meer – insbesondere nach 1848, als sich viele Goldsucher auf den Seeweg nach Kalifornien machten. Seit dem zweiten Weltkrieg beherbergen viele der karibischen Inseln amerikanische Militärbasen, die zum Schutz des Panamakanals errichtet wurden. Die Kriegsschiffbasis Guantanamo Bay auf Kuba (errichtet 1899) ist die älteste karibische Militäreinrichtung der USA.

 

 

Wichtigste Inseln

Kuba, Haiti, Puerto Rico (Gr. Antillen), Inseln über dem Wind (Kl. Antillen)

 

Wichtigste Zuflüsse

Atrato, Chetunal, Patuco, Coco, Magdalena

 

 

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