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Das Europäische Nordmeer

Der Golfstrom fließt vom Golf von Mexiko in Richtung Norden und kommt in höheren europäischen Breiten mit kälteren Luft- und Wassermassen in Berührung. (Photo: NASA)

Das Europäische Nordmeer ist Teil des Nordatlanischen Ozeans und setzt sich aus den Gewässern zwischen dem norwegischen Schelf und Spitsbergen im Osten sowie den Wassermassen über dem Mittelozeanischen Rücken im Westen zusammen. Im Nordosten stößt das Europäische Nordmeer an die Barentssee. Im Nordwesten grenzt das Meeresgebiet an die Grönlandsee, im Westen an die Islandsee und im Südosten an die Nordsee.

 

Der Atlantische Mittelozeanische Rücken trennt das Norwegische Becken von der Grönlandsee im westlichen Teil des Europäischen Nordatlantiks. Durch die Spreizung des Meeresbodens und die damit verbundene vulkanische Aktivität sind ausgedehnte untermeerische Bruchzonen und große eruptive Inseln – wie z.B. Island – entstanden.

 

Der Golfstrom transportiert warmes Wasser aus dem Süden in das Europäische Nordmeer und trägt somit in bedeutendem Maße zum recht milden Klima entlang der norwegischen Küste bis hin zum Polarkreis bei. Während des Herbstes und des Winters wird das Wetter des Europäischen Nordmeeres stark durch das Aufeinandertreffen warmer atlantischer und kalter polarer Wassermassen beeinflußt. Es entstehen ausgedehnte Tiefdruckgebiete, die als Sturmtiefs entlang des 70. nördlichen Breitenkreises weit bis in den Osten und Südosten Europas ziehen. Als Arm des Golfstromes hält der ebenfalls warme Norwegische Küstenstrom die Gewässer der Westküste Norwegens ganzjährig eisfrei. Weiter oben im Norden bildet sich im Europäischen Nordmeer ein Großteil des Nordatlantischen Tiefenwassers.

 

Die Fischgründe des Europäischen Nordmeeres gehören zu den reichsten der Welt. Der norwegische Hering hat wohl die größten Bestände aller Fische in den europäischen Meeren und zählt somit zu den wirtschaftlichen Schlüsselarten in den nördlichen Gewässern. Der Hering ernährt sich sein Leben lang von Kleinstlebewesen (Plankton) und wird - neben dem menschlichen Konsum - auch von anderen Fischen, Seevögeln und verschiedenen Meeressäugern gefressen.

 

Verschmutzungen der Meeresumwelt im Europäischen Nordmeer rühren von den radioaktiven Einleitungen in die Irische See her, die sich weit nach Norden bis in die arktischen Gewässer ausbreiten. Weitere Schadstoffe können zudem vom schmelzenden sibirischen Meereis in der Nähe Spitsbergens freigesetzt werden. Aber auch direkte Einträge über die Atmosphäre sind eine wichtige Schadstoff-Quelle.

 

Zusammen mit der Grönländischen See wird das Europäische Nordmeer als Lunge des Weltozeans bezeichnet: Der Golfstrom fließt vom Golf von Mexiko in Richtung Norden und kommt in höheren europäischen Breiten mit kälteren Luft- und Wassermassen in Berührung. Das salzreiche Wasser des Golfstromes wird nach Westen abgelenkt, kühlt ab und sinkt in Folge der zunehmenden Dichte in größere Wassertiefen. Dort bildet es dann das nährstoff- und sauerstoffreiche Bodenwasser der Grönlandsee.

 

Aus der Grönlandsee strömt dieses Bodenwasser südwärts und verläßt somit die Polarregion. Der Ausstrom kalten Bodenwassers wird an der Meeresoberfläche wiederum durch den Zustrom warmen atlantischen Wassers aus dem Golfstrom kompensiert. Dieser Pumpmechanismus wird als ”Thermohaline Zirkulation” bezeichnet.

 

Der Strömungsmechanismus ist sowohl Teil als auch treibende Kraft der weltweiten Ozeanzirkulation. Die ein- und ausströmenden Wassermassen im Europäischen Nordmeer sind mit Meeresströmungen im südlichen Atlantik, im Pazifischen Ozean, im Indischen Ozean und im Südpolarmeer verbunden. Dieses globale System von Oberflächen- und Tiefenströmungen wird als ”Conveyor Belt” bezeichnet, das den gesamten Weltozean mit Nährstoff- und Sauerstoff reichen Wässern versorgt.

 

Wichtigste Inseln

Resolution

 

Wichtigste Zuflüsse

Hamilton

 

Wichtige Bänke

Hamilton Bank, Saglek Bank, Große Bänke von Neufundland

Nord Arktischer Ozean
West, Süd Atlantischer Ozean
Ost Norwegen
Fläche und Wassertiefe  
Gesamtfläche ~ 1,4 Mill. km2
Volumen ~ 2,4 Mill. km3
Maximale Wassertiefe > 3.500 m
Mittlere Wassertiefe ~ 1.742 m
Wassertiefe Küstengebiete zumeist 200 bis 300 m
Wichtigste Plateaus und Bänke  
Vøring Plateau ~ 1.300 m
Fugløy Bank ~ 200 m
Røst Bank ~ 200 m
Træna Bank ~ 200 m
Dumshaf Tiefseeebene < 3.000 m
Temperatur Oberflächenwasser ~ 0 bis 8°C
Salzgehalt Oberflächenwasser ~ 34,8 bis 35,1 ‰

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