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Chupa – Karelien – Russland

 

Ein erster Schritt zur „Einführung eines nachhaltigen Ressourcen-Management unter Beteiligung der Bevölkerung an der Küste Kareliens“ ist die Erarbeitung einer SWOT-Analyse, in der die Stärken und Schwächen (Strength-Weakness) sowie die Chancen und Risiken (Opportunities-Threats) des Vorhabens abgeschätzt werden sollen.

 

Die Analyse umfasst soziale, umweltrelevante und ökonomische Dimensionen und soll wesentliche Aspekte der Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung berücksichtigen. Dadurch werden die Grundlagen zur Diskussion der anzustrebenden Entwicklungsziele für die Region Chupa und deren Umsetzung gelegt.

 

Chupa liegt an der Küste des westlichen Weißen Meeres und gehört ökologisch zum Naturraum der Barentssee. Die Region ist nur dünn besiedelt, vorherrschende Landschaftselemente sind Seen, Sümpfe und Wälder. Küstenfischerei und andere meeresbezogene Aktivitäten stellen die hauptsächlichen Erwerbszweige dar. In den letzten Jahren hat sich der Tourismus zu einer weiteren Einnahmequelle entwickelt und die schöne Küstenlandschaft mit vielfältigen Freizeitmöglichkeiten wie Angeln und Tauchen zieht zunehmend mehr Urlauber an.

 

In unmittelbarer Nähe zum Polarkreis. Gerade im Juli und August ist für Touristen die günstigste Reisezeit.

Ebenso wie andere Küstenregionen entlang der russischen Weißmeerküste hat auch die Region Chupa mit einer Reihe von Umwelt- und Entwicklungsproblemen zu kämpfen. Die zentralistische Planung in Russland hat historisch gesehen zu einer Entfremdung der lokalen Gemeinschaften von eigenverantwortlichem Management der regionalen (Küsten-) Ressourcen geführt. Konsequenterweise werden Regularien und Beschränkungen auch heute noch als künstlich und von außen aufgezwungen und deshalb als nicht legitimiert empfunden. Auch wenn die natürlichen Ressourcen de jure staatlicher Besitz darstellen, werden sie tatsächlich wie Gemeingut behandelt. Diese Tatsache hat zu Raubbau als hauptsächlicher Beeinträchtigung von Küstenmanagement und Naturschutz in Russland.

 

Ein verbreitetes Gefährdungspotential im Bereich des Weißen Meeres geht von negativen Auswirkungen des unregulierten Tourismus (z.B. durch Wilderei und Waldbrände) und durch die Entwicklung wenig umweltfreundlicher Industrien wie Goldminen, Muscovite-, Platin- und Öl-Exploration. Die einzige Lösung zur Vermeidung nicht nachhaltiger Praktiken ist die stärkere Übertragung der Verantwortlichkeit auf die Kommunen. Dies ist unglücklicherweise wegen der noch gering entwickelten Zivilgesellschaft beeinträchtigt, kann aber durch die Bildung und Stärkung lokaler Interessengruppen gefördert werden.

 

Die Region, zwischen Finnland und dem Weißen Meer gelegen, ist eine Landschaft der Seen und Wälder.

Das Konzept zur Einbeziehung der Kommunen an der Küste bei der Entwicklung eines nachhaltigen Ressourcen-Managements wurde gemeinsam entwickelt von EUCC – The Coastal Union, dem WWF – Russland und dem Biodiversity Conservation Center (BCC) in Moskau. Seit dem Engagement Russlands auf dem Weltgipfel 1992 in Rio, sind diese drei Partner einige der wenigen aktiven Organisationen, die sich um die Sicherung eines nachhaltigen Küstenmanagements in dem Land bemühen.

 

EUCC hat vor Ort lokale Agenda 21 Aktivitäten unterstützt und die Kommunen dabei unterstützt, Verhaltensnormen für den Küstenbereich der Region St. Petersburg zu entwickeln. Das Meeresprogramm des WWF-Russland hat verschiedene Vorhaben entlang der russischen Pazifik-Küste, insbesondere zur Planung vielfältiger Nutzungen in der Umgebung von Meeres- und Küsten-Schutzgebieten initiiert, während BCC den integrierten Biodiversitäts-Schutz entlang den Küsten vorangetrieben hat.

 

 

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