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Frischer Wind und kaltes Wasser

Der Südwind treibt das Oberflächenwasser vor Chile und Peru auf den Pazifik hinaus, und weil das Fortgetriebene an der Küste ersetzt werden muss, strömt kaltes Wasser aus Tiefen von 200 bis 400 Metern herauf. Es bringt nicht nur Kälte und Nebel, es bringt insbesondere Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat an die lichtdurchflutete Oberfläche, die das Algenwachstum fördern und damit die Grundlage für den Fischreichtum der küstennahen Gewässer legen. Davon profitieren neben Seevögeln und Robben auch die Fischer an der südamerikanischen Westküste.

 

Auftriebsgebiete wie vor Westafrika gehören zu den produktivsten Meeresgebieten überhaupt. Das nährstoffreiche Tiefenwasser ist gekennzeichnet durch etwa 100 km breite chlorophyllreiche Bänder (Algen), die sich bis 1.000 km weit in die offene See ausdehnen.

Auftriebsgebiete gehören zu den reichsten Fischgründen der Meere. Überall, wo ein stetiger, küstenparalleler Wind das Wasser von der Küste treibt sind sie zu finden: vor Chile und Peru, Kalifornien, Portugal und Westafrika, Namibia und Südafrika, Westaustralien – also stets an den Osträndern der Ozeane.

 

Eine Ausnahme macht der nördliche Indische Ozean, denn hier wechseln die auftretenden Monsune zweimal jährlich ihre Richtung. Weht der Monsun im Frühjahr aus Südwest, lädt er sich über dem Meer mit Luftfeuchte auf, die von mächtigen Wolken beim Aufstieg auf den indischen Subkontinent und den Himalaja als kräftiger Steigungsregen wieder abgegeben wird. In dieser Zeit erzeugt der Eckman-Transport Auftrieb am afrikanischen Horn vor Somalia. Im Spätsommer dreht der Monsun auf Nordost und bringt mit der trockenen Luft vom Himalaja große Trockenheit über den indischen Kontinent, während die Meeresströmungen sich umkehren und der somalische Auftrieb erlischt.

 

Abgesehen von den kalifornischen Fanggebieten wurde der ungewöhnliche Fischreichtum der Auftriebsgebiete bis 1958 nur wenig durch den Menschen genutzt. Um so mehr taten es die Seevögel, auf die die Entstehung der großen Guanolager an diesen Küstenstrichen zurückgeht. Im peruanischen Auftriebsgebiet jedoch trat ab diesem Jahr durch den Ausbau der Fangflotte ein grundlegender Wandel ein, der Peru zum Land mit den höchsten Fischerei-Erträgen der Erde machte. Doch selbst die phantastisch anmutende Fruchtbarkeit der peruanischen Gewässer (800 Seemeilen lang, 30 Seemeilen breit) – hier werden auf 0,02 % der Weltmeeres-Fläche 15 % des Gesamtertrages der Weltfischerei gewonnen – droht überfordert zu werden.